Freitag, 9. August 2013

Sonne am 09.08.2013


Die Sonnenbeobachtung war heute zum wiederholten Mal ein Drahtseilakt. Zu Hause angekommen und das Teleskop aufgebaut, verschwand sie erst einmal hinter einer scheinbar bis zum Westhorizont reichenden Wolkenbank, während nördlich und südlich der Himmel nahezu wolkenfrei war. Ich frage mich, warum mir dieses fast jeden Tag passiert, soviel Beobachtungspech kann man doch gar nicht haben.

Ab und zu tauchte die Sonne am Rande der Wolke wieder auf, nur, um nach dem Einstellen des Teleskops gleich wieder dahinter zu verschwinden. So verging die erste dreiviertel Stunde. Dann kam eine größere Wolkenlücke, die aber dank anderer, zusätzlicher Wolken, schnell wieder geschlossen wurde. In der kurzen Lücke konnte ich – bei saumäßigem Seeing (Ruhe und Schärfe 4) – erst mal nur die drei Gruppen mit Penumbra erkennen: die AR 11809 als J, die AR 11813 als C und die AR 11814 als J. Bis zur nächsten Wolkenlücke konnte ich in aller Ruhe die Wäsche für die Waschmaschine sortieren und einen Blick in die Post werfen. Die nächste Lücke war dann etwas größer und so fand ich die AR 11816 als A und, mehr aus Zufall, die AR 11810 als schwache A. Ich konnte sie bei mehrmaligem Hinschauen, wenn auch unter Schwierigkeiten, wiederfinden. Die AR 11815 als nächste A1 machte es mir da nicht gerade einfach, auch sie sah ich nur im „Vorüberblicken“. Da ich aber auch sie in den wenigen Minuten ruhiger Luft, die extrem selten waren, wiederfand, zählte ich sie mit. Zwei Stunden später hatten sie sich offensichtlich aufgelöst und waren nicht mehr zu sehen.

Gleich nach der Weißlichtbeobachtung stieg ich auf H-alpha um. Nur um zu sehen, dass das Seeing immer noch grottig war, aber im Sünden ein relativ großes Filament zu sehen war. Dann schloss sich die Wolkenlücke wieder und ich musste eine geschlagene Stunde warten, um die Beobachtung zu vollenden. Das Seeing war nicht besser geworden und so identifizierte ich mit Mühe 8 Protuberanzen, 4 chromosphärische Fackeln und 11 Filamente. Zwischendurch liefen immer wieder Wellen durch das Bild und machten keinen Spaß. Zeitweise schien das Seeing auf die Waldmeierklasse 5 abzurutschen und alle Details im H-alpha verschwanden oder blubberten vor sich hin. Als ich einigermaßen sicher war, dass meine Beobachtungen stimmten, gab ich es auf. Gutes Seeing scheint in letzter Zeit wirklich Mangelware zu sein.

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