Montag, 12. August 2013

Sonne am 11.08.2013

Genau 14 Jahre nach der letzten totalen Sonnenfinsternis in Deutschland, die ich zusammen mit anderen Sternfreunden in Altheimim Saarland unter höchst denkwürdigen Umständen erleben durfte (gleich nach Ende der Totalität schlug in der Nähe ein Blitz ein, ein krachender Donnerschlag und ein Sturzbachregen beendeten die Szenerie), kämpfte ich wieder mit dem Wetter. Bis zum üblichen Zeitfenster, das von etwa 8:00 bis 8:30 reicht und wo ich durch das Dachfenster beobachten kann, bis der Winkel zu steil wird, war es klar, just in dem fraglichen Zeitraum bedeckt. Und es sah auch zunächst so aus, als ob der nächste Ausfalltag bevorstünde.

Da ich am heutigen Tage Dienst auf der Bergedorfer Sternwarte hatte, fuhr ich gegen 10:30 Uhr los, natürlich bei Sonnenschein, der aber bald einem leichten Regenschauer wich. In Bergedorf angekommen, war der Himmel weitegehend wolkenfrei, wenn es auch zwischendurch immer wieder leicht zuzog. Einmal gab es sogar leichten Regen. Ich hoffte auch eine Beobachtungsmöglichkeit nach den Führungen und die gab es dann tatsächlich!

Kurz vor 19 Uhr MESZ konnte ich das Teleskop aufbauen und mit der Beobachtung bei recht gutem Seeing beginnen. Seit der letzten Beobachtung hatte sich einiges verändert. Dicht am Westrand standen die AR 11809 (die ich nur noch als A wahrnahm) und die AR 11813, die eine schwach sichtbare bipolare Struktur aufwies und von mir als B eingestuft wurde. Beide Gruppen befanden sich aber an der Nachweisgrenze meines kleinen 80/400er-Refraktors.

Wesentlich einfacher war da die AR 11814 zu sehen (Waldmeierklasse J). Dahinter hatte sich die AR 11817 neu gebildet, die sich rasant von der Klasse C zur D entwickelt hatte. Die AR 11818 sah ich ebenfalls als D und die R 11819 als A.

Im H-alpha war die Aktivität ebenfalls leicht angestiegen, dennoch zählte ich nur 8 Protuberanzen, 15 Filamente und 5 chromosphärische Fackeln. Von letzteren waren drei sehr hell, was auch eine hohe magnetische Aktivität in dem Gebiet hindeutete und wo es schien, dass hier „demnächst“ ein Flare aufsteigen könnte. Das übergroße Filament – mittlerweile war es offenbar zweigeteilt – dominierte die Südhälfte der Sonne, wo auch weitere, kleine Materiebögen zu finden waren. Kurz nach der Beobachtung kamen dann wieder Wolken auf.

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