Sonntag, 15. September 2013

Sonne am 14.09.2013

Viele meiner Sonnenbeobachtungen entstehen an Orten, die im Grunde eigentlich ungeeignet sind, aber einen ganz guten Kompromiss darstellen. Häufig stelle ich mein kleines 80/400er Fernrohr mit seinem Tischstativ auf die Fensterbänke oder ich nutze ein schmales Dachbodenfenster in Richtung Osten. Nach draußen gehe ich dabei selten, weil mein Auftauchen dort schon zu Pöbeleien, Drohungen und einem kleinen Polizeieinsatz geführt haben, wo man mir untersagt werden sollte, mit meinem Fernrohr andere Wohnungen auszuspionieren. Das Argument, ich würde lediglich die Sonne beobachten, hielt man für Ausflüchte.

So bin ich auf das beschränkt, was mir die Wohnung und der Dachboden bietet. Und genau da lag heute das Problem. Zu der Zeit, in der ich die Sonne auf dem Boden hätte bequem beobachten können, stand sie in Wolken und Wolkenschleim, während der Rest des Himmels natürlich wolkenfrei war. Der erste Versuch scheiterte also. Der zweite ebenfalls, weil der Winkel durch das Dachfenster schon zu steil geworden war ich ich nicht mehr an die Sonne herankam. Aus Nordwesten kam natürlich bedrohend eine Wolkenwand heran. Erst im dritten Anlauf konnte ich, durch wehende Äste und leichten Syph im Vorfeld der Wolkenwand noch mal „eben kurz“ die Sonne beobachten, beeinträchtigt vor allen durch im Gesichtsfeld hin- und her wischende Äste.

Was ich zu sehen bekam, war enttäuschend: mitten im vermeintlichen Maximum – ich denke, dass wir dieses schon längst hinter uns haben – gab es nur zwei kleine Fleckengruppen, die AR 11841 als J sowie in ihrer Nähe eine kleine, aber deutlich sichtbare A-Gruppe ohne Nummer. Da nun die Wolkenwand rasch heranrückte, musste die H-alpha-Beobachtung ausfallen.

Der Monat September entwickelte sich bis jetzt zum schlechtesten im ganzen Jahrhundert: Seit 2001 hatte ich im letzten Sommermonat stets die Marke von 20 Tagen überschritten, einmal sogar an allen Tagen eine Beobachtung bekommen. Die heutige war erst die 6. im ganzen Monat. Hochgerechnet werde ich wohl zum ersten Mal seit vielen wieder unter die 20er Marke rutschen, denn wegen Arbeit sind schon mindestens drei weitere Ausfalltage unvermeidbar ... 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen