Samstag, 21. September 2013

Sonne am 20.09.2013

Sonnenbeobachtung ist ja bisweilen ein regelrechter Kampf mit unsicherem Ausgang, den ich in der letzten Zeit jedes Mal verloren habe. Während tagsüber die Sonne von einem teilweise blauen Himmel herab schien, zog es sich regelmäßig just in dem Moment zu, als ich nach der Arbeit zu Hause ankam. Oder es klarte nach Sonnenuntergang mal für eine halbe Stunde auf, nur um dann den Vollmond zu sehen.

Dieser 20. August jedoch war geprägt von jeder Menge Pleiten, Pech und Pannen und alles stellte sich mir in den Weg: zwei (!) Zugausfälle (einer morgens, weswegen ein wichtiger beruflicher Termin geplatzt war, einer am Nachmittag, wo ich den „letzten“ Zug nicht nehmen konnte, weil eine Gruppe von Radfahrern praktisch jede Tür blockiert hatte und nicht mal Mütter mit Kinderwägen mitgenommen werden konnten, was grundsätzlich nicht gestattet ist), eine Panne auf der Arbeit, wonach beim Einspielen eines MS-Office-updates alle gerade bearbeiteten Dateien überschrieben und leer waren und ich die Arbeit noch einmal machen durfte usw.

Aber als ich nach Hause kam, tat sich plötzlich eine Wolkenlücke auf, und ich konnte – freilich auch jetzt nicht ohne Murphys – beobachten. Allerdings stand die Sonne knapp über dem Dach meines gegenüber liegenden Hochhauses, weswegen ich mich arg beeilen musste. Natürlich befand das Tagesgestirn vom Küchenfenster aus hinter einem Baum und konnte nur von Schlafzimmerfenster aus erreicht werden. Schnell wechselte ich den Standort, nicht, ohne zwischendurch zu stolpern und mit dem Teleskop an die Wand zu schlagen. Ich suchte ich nach einem Zettel und einen Schreiber, komischerweise waren alle Kulis, die ich fand leer, beim Bleistift war die Spitze abgebrochen und es wurde wieder ein Kampf gegen die Zeit, was eigentlich schädlich für jegliche Form der astronomischen Beobachtung ist.

Natürlich stand die Sonne dann zufällig auch noch über dem einzigen Schornstein in westlicher Richtung und der versaute das Seeing, sodass Ruhe und Schärfe nur bei 4 lagen.

Das Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe hatte für diesen Tag 7 Fleckengruppen auf der Zeichnung vermerkt, von denen ich aber nur 6 finden konnte, trotz wallendem Sonnenrand und Wellen, die durch das Bild liefen. In wenigen Momenten ruhiger Luft erkannte ich zunächst die AR 11846 als C-Gruppe, die AR 11849 als D, die 11843 ebenfalls als C, die 11841 als A, die AR 11848 als kleine J und die 11850 am Ostrand als D. Bei Ende der Beobachtung zog es sehr rasch zu, sodass wieder einmal keine H-alpha-Beobachtung mehr möglich war.

Insgesamt wirkt die Sonnenaktivität immer noch nicht wie im Maximum, da die Gruppen maximal nur die Waldmeierklasse D erreichten.

Überdies ist der September von der Zahl seiner Beobachtungstage her mittlerweile einer der schlechtesten seit vielen Jahren. Wenn sich nicht viel mehr ändert, falle ich auch diesen Monat unter die magische Grenze von 20 Beobachtungstagen. Das Minimalziel, mindestens 150 Beobachtungen pro Jahr zu erreichen, kann noch gelingen, die Kür aber, 200 und mehr Beobachtungstage zu bekommen, ist bereits gescheitert, und so wird das Beobachtungsjahr 2013 zum absolut schlechtesten in diesem Jahrtausend.

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