Montag, 28. Oktober 2013

Sonne am letzten Oktober-Wochenende

Seit dem vergangenen Wochenende haben wir in Deutschland wieder die Mitteleuropäische Zeit, mit dem für stadtgeplagte Sonnenbeobachter entscheidenden Nachteil, dass man nun wieder zum Wochenendbeobachter degradiert wurde. Nun heißt es wieder, im Dunkeln zur Arbeit zu gehen und im Dunkeln wieder zu Hause anzukommen. Und auch am Wochenende ist eine Beobachtung, zumindest an meinem immer astrountauglicher werdenden Wohnort, nur sehr eingeschränkt möglich, da sich die Sonne nun zunehmend hinter Häusern und die örtliche Botanik versteckt. Um den 21. Dezember herum kann ich gar nur zwischen 12 und 14 Uhr beobachten, wenn denn das Wetter mitspielt.

Dies war am letzten Wochenende endlich mal wieder der Fall, dass man an zwei Tagen hintereinander beobachten konnte. Jahreszeitlich bedingt und durch die Tatsache, dass ich nach dem Kirchheimurlaub, wo ich in 9 Tagen 7 Beobachtungen zusammen bekam, kaum noch beobachten konnte, weil im Norden fast permanent schlechtes Wetter herrschte bzw. die Sonne gegen 15:45 Uhr (jetzt 14:45 Uhr) hinter meinen gegenüber liegenden Hochhaus verschwand und ich trotz klarem Himmel keine Beobachtung bekam.

Aufgrund der niedrigen Zahl an Beobachtungen war ich von der Entwicklung ein wenig abgekoppelt (via Internet aber stets auf dem Laufenden geblieben) und ein wenig überrascht, als ich die starke Entwicklung der Sonnenaktivität im Oktober mit eigenen Augen sehen konnte. Frage: Warum kommen die besten Gruppen eigentlich immer in der „schlechten“ Jahreszeit, wo man sie nicht beobachten kann?

Dabei war das Seeing am Samstag ziemlich grottig und bei heftig wallendem Sonnenrand konnte ich zeitweise kaum Penumbren und Umbren voneinander trennen. Die beiden großen Gruppen 11875 und 11877 waren mithilfe einer Sonnenfinsternisbrille auch mit bloßem Auge zu sehen. Beide Gruppen zeigten binnen eines Tages deutliche Veränderungen (die AR 11875 gehörte zur Klasse F, die 11877 zur C). Die AR 11882 war am Samstag noch als C und am Sonntag als D mit einer stark entwickelten Penumbra zu sehen. Die restlichen Gruppen gehörten den Klassen A, B, C und D an. Am Sonntag waren dann drei neue Gruppen um den Ostrand herangekommen.

Im H-alpha machte sich nun die starke Entwicklung besonders bemerkbar. Neben einer ganzen Reihe von M-Flares, die hauptsächlich der AR 11875 und 11877 gab es in den letzten Tagen auch mehrere X-Flares, die in diesem Zyklus eher selten aufgetreten waren. Ansonsten zeigten sich hier sehr viele, auch großflächige, Filamente, die im PST auch sehr schön dreidimensional wirkten.

Mit der sonntäglichen Beobachtung endete dann aber auch schon wieder der Beobachtungsmonat, weil weitere Observationen erst im ohnehin immer von schlechtem Wetter geprägten November möglich sind, wenn überhaupt, denn in diesem Monat habe ich es schon öfter erleben müssen, gar nicht beobachten zu können, um dann am Ende aufgrund zu weniger Beobachtungstage aus Auswertungen ausgeschlossen zu werden ...

Montag, 21. Oktober 2013

Sonne im September

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!


Sonne im September 2013

Die für ein vorgebliches Maximum sehr geringe Fleckentätigkeit der Sonne setzte sich auch im September fort. Zwar stieg die Zahl der Aktivitätsgebiete zunächst deutlich an und erreichte aber erst mit jeweils 7 Gruppen am 20. und 25. zwei Maxima, allerdings waren daran auch wieder nur Fleckengruppen der unteren Waldmeierklassen A bis D, H und J beteiligt. Die NOAA bestimmte am 2. und in Teilen am 3. die AR 11834 und die 11836 als E-Gruppen, während dies von der Kanzelhöhe, die bei Beobachtungen sich an der Ausrichtung der lokalen Magnetfelder orientiert, vollkommen anders gesehen wurde. Sie teilte die Gruppen anders ein und kam dadurch auch auf eine höhere Gruppenzahl als die NOAA.

Betrachtet man sich dazu die Zeichnungen der österreichischen Sternwarte, kommen einem schon die NOAA-Klassifikationen ein wenig komisch vor, zumal sich die beiden E-Gruppen nach einen bzw. zwei Tagen wieder aufgelöst haben sollen. Die nächsten Tage brachten wieder kaum Veränderungen oder Höhepunkte. Die Ansammlung der Fleckengruppen rückte zum Westrand vor, während aus dem Osten kein Nachschub herüberkam. So sank die Zahl der Fleckengruppen beständig ab, sodass am 8. nur noch zwei kleine Fleckengruppen vom Typ J zu finden waren. Einen Tag später gab es nur noch eine winzige A-Gruppe zu sehen und man wartete schon auf den ersten fleckenfreien Tag seit gut vier Jahren.

Nach diesem Tiefpunkt stieg die Aktivität wieder ein wenig an und erreichte am 12. mit 5 Gruppen wieder einen leichten Höhepunkt, doch schon einen Tag später ging die Aktivität wieder zurück, weil sich C- und D-Gruppen zu den Klassen A und B zurück entwickelten. Am 14. und 15. konnte man dann wieder nur eine einzige Gruppe (Waldmeierklasse J) finden. Danach ging die Zahl der Gruppen wieder leicht nach oben, um nach dem 24 wieder abzufallen. Am Monatsletzten gab es dann nur noch drei Gruppen. Insgesamt war die  Aktivität im September die niedrigste im ganzen Quartal.

Im Lichte des Wasserstoffs war die Sonnenaktivität noch niedriger als im Weißlicht. Neben einigen sehr sehenswerten Protuberanzen und Filamenten wurden während des ganzen Monats keine M- oder X-Flares registriert, lediglich solche der niedrigen Klassen b und c. So wirkte auch hier der September als der mit der niedrigsten Aktivität im 3. Quartal, wenn nicht sogar im ganzen bisherigen Jahr 2013.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Sonne im August 2013

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken: es drohen Augenschäden! 

Am ersten Tag des August waren die sieben vorhandenen Fleckengruppen ziemlich regellos verteilt und gehörten ausnahmslos den Waldmeierklassen C, D und J an. Daran änderte sich in den kommenden Tagen nur wenig, außer, dass noch ein paar A-Gruppen hinzu kamen und die Zahl der Gruppen auf bis zu 9 anstieg. Doch schon ab dem 5. wurde klar: das Bild von den letzten Monaten, wo ein mehr oder weniger großer Pulk an Aktivitätsgebieten in Richtung Westen wanderte und aus dem Osten nichts mehr nachkam.

Erst am 8. erschienen auf der Südhalbkugel drei neue Gruppen: die Aktiven Regionen 11813 bis 11815, von denen sich aber eine schon am 9. Wieder aufgelöst hatte, sodass nur zwei A-Gruppen zurück blieben. Am 10. waren dann vier kleine Gruppen im Osten und zwei im Westen zu sehen. Das wirkte alles sehr statisch, alte Gruppen wurden durch neue ersetzt, die meisten davon liefen über die Südhalbkugel, die in den letzten Monaten zur überwiegend aktiveren Halbkugel der Sonne wurde. 

Die AR 11817, am 11. auf der Südhalbkugel als C-Gruppe entstanden war, entwickelt sich binnen kurzem zur Klasse E, die sie am 14. erreichte. Die übrigen Gruppen waren nur schmückendes Beiwerk, mehr nicht. Sie hielt die Klasse bis zum 18. und zerfiel dann innerhalb weniger Tage zur C und war nach dem 21. nicht mehr zu sehen. In der Zeit nach der Passage des Sonnenäquators bis zu ihrem Verschwinden am Westrand hatte diese Gruppe gerade im voranschreitenden Teil eine vergleichsweise große Penumbra ausgebildet, die aber zumindest ich nicht mit bloßem Auge und Sonnenfilter nicht beobachten konnte.

Daneben entwickelte sich eine Vielzahl kleinerer Fleckengruppen der unteren Waldmeierklassen, die im Laufe des Monats sogar beide Halbkugeln fast gleichmäßig bevölkerten und zu einem Anstieg der Gruppenzahl auf bis zu 11 Aktive Regionen führte. Das hatte natürlich einen enormen Anstieg der gesamten Aktivität zur Folge, was aber im Hinblick auf die Tatsache, dass daran keine E- und F-Gruppen beteiligt waren, eigentlich ein sehr schiefes Bild liefert. Die Gewichtung der Zahl der Gruppen gegenüber denen der Flecken macht sich in so einer Situation natürlich bemerkbar, sodass man auch von einem Scheinanstieg sprechen könnte. Nach dem 25. ging die Aktivität von einem auf den anderen Tag um die Hälfte zurück. Waren am 25. noch 8 Gruppen zu sehen, so erfasste das Auge am 26 derer nur noch vier und am 27. drei. Einen Tag später stieg die Aktivität wieder leicht an, um am 30. wieder auf drei abzufallen. Am Monatsletzten konnte man dann wieder fünf Gruppen sehen, von denen die höchste der Klasse D angehörte.

Lange musste man in diesem Monat auf den ersten Ausbruch im H-alpha warten, was für ein Maximum extrem ungewöhnlich ist. Der erste nennenswerte Flare der Klasse M1 wurde am 12. Um 10:41 UT auf der Südhalbkugel beobachtet. Der nächste, ein M3, folgte am 17. Mit Höhepunkt um 18:42 UT, ebenfalls auf der Südhalbkugel. Weitere Ausbrüche gehörten den niederenergetischen Klassen B und C an. Das war denn auch schon das letzte große H-alpha-event des Monats August. Gleichwohl waren im ganzen Monates stets mehr Filamente als Protuberanzen zu sehen und einige ragten deutlich von der Oberfläche über den Rand hinaus, was eindrucksvoll den Zusammenhang zwischen den Phänomenen vor Augen führte. An manchen Tagen allerdings war die Aktivität so gering, dass man sich durchaus schon im Minimum wähnen konnte.