Sonntag, 6. Oktober 2013

Sonne im August 2013

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken: es drohen Augenschäden! 

Am ersten Tag des August waren die sieben vorhandenen Fleckengruppen ziemlich regellos verteilt und gehörten ausnahmslos den Waldmeierklassen C, D und J an. Daran änderte sich in den kommenden Tagen nur wenig, außer, dass noch ein paar A-Gruppen hinzu kamen und die Zahl der Gruppen auf bis zu 9 anstieg. Doch schon ab dem 5. wurde klar: das Bild von den letzten Monaten, wo ein mehr oder weniger großer Pulk an Aktivitätsgebieten in Richtung Westen wanderte und aus dem Osten nichts mehr nachkam.

Erst am 8. erschienen auf der Südhalbkugel drei neue Gruppen: die Aktiven Regionen 11813 bis 11815, von denen sich aber eine schon am 9. Wieder aufgelöst hatte, sodass nur zwei A-Gruppen zurück blieben. Am 10. waren dann vier kleine Gruppen im Osten und zwei im Westen zu sehen. Das wirkte alles sehr statisch, alte Gruppen wurden durch neue ersetzt, die meisten davon liefen über die Südhalbkugel, die in den letzten Monaten zur überwiegend aktiveren Halbkugel der Sonne wurde. 

Die AR 11817, am 11. auf der Südhalbkugel als C-Gruppe entstanden war, entwickelt sich binnen kurzem zur Klasse E, die sie am 14. erreichte. Die übrigen Gruppen waren nur schmückendes Beiwerk, mehr nicht. Sie hielt die Klasse bis zum 18. und zerfiel dann innerhalb weniger Tage zur C und war nach dem 21. nicht mehr zu sehen. In der Zeit nach der Passage des Sonnenäquators bis zu ihrem Verschwinden am Westrand hatte diese Gruppe gerade im voranschreitenden Teil eine vergleichsweise große Penumbra ausgebildet, die aber zumindest ich nicht mit bloßem Auge und Sonnenfilter nicht beobachten konnte.

Daneben entwickelte sich eine Vielzahl kleinerer Fleckengruppen der unteren Waldmeierklassen, die im Laufe des Monats sogar beide Halbkugeln fast gleichmäßig bevölkerten und zu einem Anstieg der Gruppenzahl auf bis zu 11 Aktive Regionen führte. Das hatte natürlich einen enormen Anstieg der gesamten Aktivität zur Folge, was aber im Hinblick auf die Tatsache, dass daran keine E- und F-Gruppen beteiligt waren, eigentlich ein sehr schiefes Bild liefert. Die Gewichtung der Zahl der Gruppen gegenüber denen der Flecken macht sich in so einer Situation natürlich bemerkbar, sodass man auch von einem Scheinanstieg sprechen könnte. Nach dem 25. ging die Aktivität von einem auf den anderen Tag um die Hälfte zurück. Waren am 25. noch 8 Gruppen zu sehen, so erfasste das Auge am 26 derer nur noch vier und am 27. drei. Einen Tag später stieg die Aktivität wieder leicht an, um am 30. wieder auf drei abzufallen. Am Monatsletzten konnte man dann wieder fünf Gruppen sehen, von denen die höchste der Klasse D angehörte.

Lange musste man in diesem Monat auf den ersten Ausbruch im H-alpha warten, was für ein Maximum extrem ungewöhnlich ist. Der erste nennenswerte Flare der Klasse M1 wurde am 12. Um 10:41 UT auf der Südhalbkugel beobachtet. Der nächste, ein M3, folgte am 17. Mit Höhepunkt um 18:42 UT, ebenfalls auf der Südhalbkugel. Weitere Ausbrüche gehörten den niederenergetischen Klassen B und C an. Das war denn auch schon das letzte große H-alpha-event des Monats August. Gleichwohl waren im ganzen Monates stets mehr Filamente als Protuberanzen zu sehen und einige ragten deutlich von der Oberfläche über den Rand hinaus, was eindrucksvoll den Zusammenhang zwischen den Phänomenen vor Augen führte. An manchen Tagen allerdings war die Aktivität so gering, dass man sich durchaus schon im Minimum wähnen konnte.

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