Freitag, 1. November 2013

Die Sonne im Oktober 2013

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Bereits Ende September zeichnete sich ein Anstieg der Sonnenaktivität an, der sich nicht nur in den Oktober hinein fortsetzte, sondern auch deutlich an Heftigkeit zunahm. Ob dieser neuerliche Höhepunkt das Maximum des 24. Fleckenzyklus darstellt oder unter dem hohen Peak 2011/12 bleibt, wird man freilich erst in ein paar Monaten feststellen können, weil immer erst ein paar Monate vergehen müssen, um abzuwarten, ob nicht nach diesem kleinen Maximum noch ein weitaus höheres folgt.
In den ersten Oktobertagen sah es aber zunächst aus wie immer: nach einem moderaten Aktivitätsschub gingen die Gruppenzahlen erst einmal wieder zurück. Bis zum 6. war die Entwicklung sehr statisch, man fand stets nur die 4 Gruppen, die man auch am 1. und 2. hatte beobachten können. Danach setzte der erste neue Schub gemächlich, aber beständig ein. Die Zahl der täglich zu beobachtenden Gruppen stieg auf bis zu 12 an, dennoch waren am Anfang keine E- und F-Gruppen darunter, sondern nur jene der Klassen C, D und H. Die erste E-Gruppe seit Wochen war die AR 11861, die am 8. als B-Gruppe am Ostrand erschien und erst kurz vor ihrem Verschwinden am Westrand die Klasse E am 17. erreichte. Die AR 11875, am 18. erstmals am Ostrand zu sehen, entwickelte sich am 20. zur Klasse E und läutete damit einen nächsten Schub ein, während der vorherige noch nicht mal ganz abgeflaut war. Nebenher vergrößerte sich auch die AR 11877, am 19. Oktober erstmalig als H-Gruppe zu sehen, sehr dynamisch binnen weniger Tage zur Klasse E und war ebenfalls auf der Südhalbkugel der Sonne zu sehen. Sie erreichte aber sehr schnell ihren Höhepunkt und fiel danach in der Entwicklung ganz stark ab, während die AR 11875 nun ein sehr kompaktes, von Penumbren überzogenes, Feld aufwies und in der Nähe der Sonnenscheibenmitte stand, was die Hoffnung auf Polarlichter näherte.
Die Zahl der Fleckengruppen ging nun wieder zurück und man rechnete schon mit einem neuerlichen Einbruch, als die AR 11875 zur Klasse F aufstieg. So erstaunlich es klingt: Andere Aktive Regionen zeigten zwar auch sehr große Penumbren, es mangelte ihnen ansonsten aber an Größe, sodass sie nur maximal der Waldmeierklasse D angehörten und nicht mal die Grenze zur E überschritten. Dies gelang nur der AR 11884, die am 27. als H im Osten auftauchte und am 30. die E erreichte. Mit vier E-Gruppen, von denen eine auch die Stufe F erreichte, war der Oktober 2013 im Weißlicht der fleckenreichste im ganzen Jahr.
Der im Weißlicht nicht zu übersehende Aktivitätsschub trat mit einiger Verzögerung auch im H-alpha ein. Der erste nennenswerte Flare seit mehr als einem Monat wurde am 9. registriert, ein M2, der aus der AR 11865 kam und um 1:48 UT seinen Höhepunkt erreichte. Am 11. folgte um 7:25 UT ein M1 und am 13. um 00:43 UT noch einer. Beide kamen aus der AR 11865, wie der M1 am 15. um 23:36 UT. Einen weiteren M1 produzierte die AR 11861 am 17. um 15:41 UT.
Den Auftakt zu einer auch im H-alpha sehr stürmischen Epoche machte die AR 11865: ein M4 stieg am 22. um 21:20 UT empor. Die AR 11877 schaffte am 24. um 0:30 einen M9 und die AR 11882 am 25. um 15:03 UT sogar einen X2, den ersten seiner Klasse seit vielen Monaten. Aus der AR 11884 kam am 26. um 19:37 UT ein M3, aus der AR 11875 am 27. um 12:48 UT ein M3, am 28. um 2:03 UT ein X1.7 und am 29. um 21:54 UT einen X2.1. Am Monatsletzten brachte sich die AR 11877 dann noch mal mit einem M1 um 13:51 UT in Erinnerung. Mit drei X- und 10 M-Flare war damit der Oktober der Monat im H-alpha– analog zum Weißlicht – der mit der höchsten Flareaktivität im ganzen Jahr 2013.
Eine Filamenteruption vom 30.09.2013 – hier hatte sich ein Materiebogen erhoben, Teile davon waren auf die Sonnenoberfläche zurückgefallen und hatten dadurch einen CME ausgelöst - hatte in der Nacht von 2. auf den 3. Oktober für ein schwaches visuelles bzw. fotografisches Polarlicht gesorgt. Kein Polarlicht brachte dagegen der X1.7 oder der X2.1, weil dessen Teilchenschauer an der Erde vorbeigingen. Anders in der Nacht vom 30. Auf den 31. Oktober, als mehrere kleinere CMEs sich gegenseitig verstärkten und zu einem fotografischen Polarlicht im Norden führten.

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