Montag, 23. Dezember 2013

Sonne am 23.12.2013



Nach mehreren vergeblichen Anläufen – meist scheiterten die Möglichkeiten zur Beobachtung an Wolkenlücken an falscher Stelle des Himmels oder zur falschen Zeit – passte heute endlich einmal alles zusammen. In der Nacht war der Himmel aufgeklart und das blieb im Prinzip auch bis zu dem Zeitpunkt der Fall, als die Sonne hoch genug über den Bäumen stand. Die ist bei mir so gegen 12 Uhr der Fall (ab 11:30 Uhr kommt die Sonne ums Haus herum). Gegen 13:15 Uhr endet dann das kurze Zeitfenster, in dem im Winter bei mir überhaupt Sonnenbeobachtungen möglich sind. Zunehmende Bewölkung ließ zunächst Befürchtungen aufkommen, dass alles wieder so enden würde, wie an den übrigen Tagen, wo stabile Wolkenlücken vor oder nach dem Zeitfenster auftraten, aber nie darin. Am Ende kamen dann aber doch noch ein paar Gelegenheiten, nicht wieder vergebens das Teleskop aufgebaut zu haben.

Im Weißlicht offenbarte sich nicht ein eher suboptimales und gerade noch brauchbares Seeing (eine kleine B-Gruppe konnte ich partout nicht finden). Der Sonnenrand wallte heftig und auch die übrige Sonnenoberfläche war bisweilen sehr blubberig. Deutlich war die Anordnung der Fleckenentlang des Sonnenäquators zu sehen und der enorme Fleckenüberschuss auf der Südhälfte der Sonne. Beides eigentlich Indizien für einen zu Ende gehenden Zyklus. Aber was ist bei diesem Fleckenzyklus schon normal.
Am Ostrand fand ich als erstes eine A in einem Fackelfeld und in ihrer Nähe eine J, beide ohne erkennbar NOAA-Nummer. Die AR 11934 klassifizierte ich als eine D-Gruppe mit 8 Flecken, die AR 11931 als einen einpoligen H-Fleck, die AR 11929 sah ich als eine kleine Ansammlung von unipolaren Flecken der Klasse B. Die AR 11930 war eine D mit 9 Flecken und fast am Westrand stand die AR 11928 als E-Gruppe mit 15 Flecken. Eine kleine B-Gruppe auf der Nordhälfte, die auf Weltraumbildern der Sonne noch zu sehen ist, hatte keine NOAA-Nummer und war auch in meinem kleinen Refraktor nicht zu sehen.

Ähnlich ruhig wie im Weißlich ging es auch im H-Alpha zu. Nur 10 Protuberanzen, von denen sich nur einige wenige etwas höher über dem Sonnenrand erhoben, 7 Flaregebiete und nur 7 magere Filamente, von denen gerade mal 1 eine größere, sinusförmige Struktur aufweist, waren zu sehen, bis dann Wolken die Beobachtung beendeten und sie Sicht auf die Sonne erst wieder freigaben, als sie hinter einem meiner Hochhäuser stand.

Angesichts der derzeitigen Wetteraussichten war die sehr wahrscheinlich die letzte Beobachtung im laufenden Jahr. Für den 28. gibt es zwar noch eine vage Hoffnung, aber darauf kann man sich hier nicht verlassen, wo angekündigter Sonnenschein oft nicht kam und der Himmel stattdessen bedeckt war. Dass aus bedecktem mal klarer Himmel wird, ist hier kaum zu erwarten und tritt auch eher selten ein.

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