Donnerstag, 30. Januar 2014

Sonne am 30.1.2014


Noch bis zum 27. Januar hieß es in den Wetterprognosen, dass heute der sonnigste Tag der ganzen Woche werden würde und da ich heute wegen des Heizungsablesers einen Tag Urlaub nehmen musste, hatte ich auf eine Sonnenbeobachtung gehofft. Am 28. wurde aber nur noch ein sonniger Vormittag prognostiziert und der war dann am 29. ganz verschwunden. Und so kam es zunächst auch, denn bis in den frühen Nachmittag hinein lag Hamburg komplett unter einer dicken Hochnebeldecke. Auf Satellitenbildern war allerdings ein großes wolkenfreies Gebiet südlich der Elbe zu sehen. Gemeinhin verbleibt dieses dann auch dort. Kurz vor 15 Uhr waren dann aber erste Auflockerungen zu sehen und die Sonne stand genau zwischen den Hochhäusern und mittlerweile hoch genug, sodass sie die Bäume unter sich ließ.

Der erste Blick durch das Okular offenbarte nun aber eine sehr dunkle Sonne, da der Hochnebel sich nicht vollständig aufgelöst hatte. Diese zusätzliche Lichtdämpfung führte zu einem verminderten Kontrast, sodass kleinere Flecken nur sehr schwer zu sehen waren.

Dennoch habe ich wohl alle derzeit theoretisch sichtbaren Fleckengruppen erwischt. Am auffälligsten war die AR 11967, die vor zwei Wochen als AR 11944 auf die erdabgewandte Seite der Sonne entschwunden war. Sie ist auch bei ihrer zweiten Wiederkehr noch recht imposant. Mit dem bloßen Auge und meiner Sofibrille konnte ich den Fleck, auch aufgrund der äußeren Bedingungen, nicht sehen. Parallel dazu war die AR 11968 auf der Nordhalbkugel herumgekommen und konnte als D-Gruppe klassifiziert werden. Die Mitte der Sonnenscheibe war nahezu fleckenfrei, erst dicht am Westrand konnte man die AR 11959 und die 11960, jeweils als J-Gruppe, finden. Als die Sicht für einen ganz kurzen Moment, für nur Bruchteile von Sekunden, besser war, fand mein Auge dann noch die AR 11965, die wohl eine B-Gruppe ist, von der ich sicher aber nur einen Fleck sah und sie daher als A1 einstufte.

Die Lichtreduzierung durch den auch jetzt noch nicht vollständig gewichenen Hochnebel – die Sonne steht nun längst wieder hinter dem Hochhaus – sorgte im H-alpha für nicht ganz so schlechte Bedingungen. Zwei Protuberanzen am Ost- und Westrand – eine erhob sich „gerade“ zu einem schönen Bogen waren die größten Auffälligkeiten am Sonnenrand. Dazu kamen noch vier weitere, eher unscheinbare, Exemplare.

Rund um die AR 11967 gab es ein ausgedehntes chromosphärisches Fackelfeld, das an einigen Stellen heller war als die Umgebung und als sehr flareträchtig angesehen werden konnte. Von der Gruppe haben wir sicher noch einiges zu erwarten. Ich fand nur noch zwei hellere Gebiete und 14 Filamente, die aber von eher mittlerer Größe waren. So wurde der freie Tag hinsichtlich der Sonnenbeobachtung doch noch recht spannend.

Sonntag, 26. Januar 2014

Sonne am 26.1.2014



Für den heutigen Tag war seit Mitte voriger Woche viel Sonnenschein angekündigt worden und wenn derartige Vorhersagen in der Vergangenheit auch nicht immer zutrafen: heute war es dann nach sich auflösendem Hochnebel und hochnebelartiger Bewölkung klar geworden und als gegen 10 Uhr die Sonne über dem Nachbarhaus herauswanderte, wurde klar, das Seeing war auch heute nicht das Beste. Dafür waren die wolkenfreien Abschnitte und die Phasen ruhiger Luft größer und länger.

Gegenüber gestern hatte es einige Veränderungen gegeben. Die Aktiven Regionen 11957, 11955, 11958 und 11966 waren als A-Gruppen mit jeweils einem Fleck zu sehen. Die AR 11960 war eine H mit drei Flecken, die von einer gemeinsamen Penumbra umschlossen wurde. Auf Satellitenbildern vom SDO oder SOHO waren weitere kleine Flecken außerhalb der Penumbren zu erkennen, die unter den gegebenen Umständen aber in meinem kleinen 80/400er Refraktor nicht sichtbar waren. Die AR 11959 war eine D-Gruppe, die aus drei penumbralen Zonen gebildet wurde, die keine Flecken außerhalb der Hofgebiete aufwies. Ganz schwach und nur in ganz kurzen Augenblicken war dann noch die AR 11965 als B-Gruppe ganz nah an der Wahrnehmungsgrenze zu beobachten.

Die mittlerweile ganz ordentlich gewordenen Bedingungen – die Sonne stand zwischendurch immer wieder hinter Bäumen – ließen zu dieser Stunde sogar eine Beobachtung mit dem PST zu. 9 Protuberanzen, 8 Filamente und 4 Flaregebiete konnte ich zählen. Spektakuläre Erscheinungen waren nicht darunter, eine Mini-Protube ragte senkrecht über den Ostrand; hier ragte ein Filament über den Sonnenrand hinaus und mündete dort in eine bogenförmige Protube. Eine andere sah aus wie ein verwehender Trichter, im Süden erhob sich ein schmaler Bogen. Auf der Sonnenoberfläche gab es ein längeres Filament und jede Menge kleiner.

Derzeit scheint es, als ob die seit Oktober deutlich angestiegene Aktivität wieder leicht abnimmt, aber vielleicht erleben wir just auch nur eine kleine Ruhe vor dem nächsten „Fleckensturm“.

Samstag, 25. Januar 2014

Sonne am 25.1.2014

Das neue Jahr lässt sich, was meine Sonnenbeobachtung angeht, sehr gut an, denn schon jetzt konnte ich fast doppelt so viele Datensätze ermitteln, als im Jahr zuvor. Der rund 5 Wochen nach dem Wintersolstitium nun deutlich längere und höhere Tagbogen der Sonne ermöglicht mir auch wieder günstigere Möglichkeiten, um an die Sonne heranzukommen. So kroch sie gegen 10 Uhr über das Nachbarhaus und für wenige Augenblicke, bevor sie hinter Bäumen und die Hausecke verschwand, konnte ich sie schon mal wieder am Morgenhimmel beobachten.

Das Seeing war jedoch eine einzige Katastrophe, denn sie stand verschleiert hinter einer dünnen Wolkenschicht und schien im Okular nur vor sich hin zu wabern. Kein klar definierter Sonnenrand und Flecken, die nur für wenige Sekundenbruchteile aufpoppten. Dennoch wagte ich mich an eine Relativzahl heran. Die AR 11957 fand ich als H1-Gruppe, die AR 11961 als A1. In der Mitte der Sonnenscheibe standen die AR 11960, die ich als C7 klassifizierte, darunter die AR 11959 als D mit 10 Flecken. In Richtung Osten erblickte ich noch die AR 11965 und eine nummernlose, jeweils als A1. Alle weiteren Gruppen entgingen mir aufgrund der schlechten Beobachtungsbedingungen. Kurz nach 12 Uhr machte ich dann noch eine Nachbeobachtung, aber das Seeing hatte sich nur unwesentlich verbessert, dafür war der Sonnenrand nunmehr gezackt und bewegte sich heftig wallend. Dafür waren jetzt nur noch die Gruppen mit Penumbren zu sehen und alle kleineren im Seeinggeblubber verschwunden.

Ich wagte mich dennoch an eine H-alpha-Beobachtung mit dem PST heran. Hier schien das Seeing sich nicht ganz so heftig auszuwirken, dennoch blieb z.B. das chromosphärische Netzwerk unsichtbar. Ich fand 8 eher kleinere Protuberanzen am Sonnenrand, 5 hellere Flaregebiete und 6 Filamente, darunter eines, das etwas größer war.

Insgesamt war es eine typische Winterbeobachtung bei immer noch zu tief stehender Sonne und katastrophal schlechtem Seeing, das keine Detailbeobachtungen zuließ. Es bewahrheitete sich auch heute wieder die alte Erkenntnis, dass bei -10° Außentemperatur und einigermaßen blauen Himmel das Seeing nicht automatisch hervorragend, sondern üblicherweise eher mies ist.

Samstag, 18. Januar 2014

Sonne am 18.1.2014

Eigentlich war nicht mit einer Beobachtung zu rechnen, denn seit Tagen sagten fast alle Wetterberichte einen bedeckten Himmel voraus. Meine letzte Beobachtung war schon 6 Tage her und ich glaubte nicht recht daran, mal wieder beobachten zu dürfen.

Der größeren Tageslänge zufolge stand die Sonne schon 10 Minuten früher über den Bäumen als sonst, doch der Himmel war völlig verschleiert und verschmiert. Realistisch war die Hoffnung zu beobachten nicht gerade, dennoch riss der Himmel irgendwie auf, die Cirren wichen aber nicht ganz, sodass ich nur abschnittsweise Fleckengruppen erkennen konnte und Luftunruhe und Bildschärfe auch ziemlich schlecht waren (beide Werte = 4). Dennoch reichte es für eine Relativzahl.

Der Anblick der Sonne gegenüber der letzten Beobachtung hatte sich vollkommen verändert. Im Osten standen zwei einpolige H- und eine J-Gruppe nahe des Sonnenrandes: die Aktiven Regionen 11956, 11958 und eine direkt am Rand und noch ohne Nummer, bei der man ansatzweise den Wilson-Effekt ahnen konnte. Im Norden fand ich die AR 11957 als D4 und ganz weit im Westen die AR 11948 als A1. Auf der Südhalbkugel waren deutlich mehr Fleckengruppen zu finden. Neben der AR 11958 und der AR 11952 als J-Gruppen, fand ich die AR 11955 als eine C2, die AR 11952 als weitere J1 und die AR 11949 H4. Die AR 11950 fand ich als nächste J1, womit die Zahl der Fleckengruppen insgesamt 10 betrug.

Obwohl der Himmel weißlich war, riskierte ich mit dem PST eine Beobachtung im H-alpha und es war fast, wie erwartet, der Hintergrund war hellorange und der Kontrast auf der Oberfläche fast nicht vorhanden, d.h. es traten nur ganz wenige Filamente und Flaregebiete hervor. Deren Zahl bestimmte ich auf 8 bzw. 4, dazu kamen sechs ziemlich kleine Protuberanzen, von denen eine v-förmig über den Sonnenrand schwebte, während eine andere einem Kasten nicht unähnlich sah.

Kurze Zeit später waren die Cirren dann wieder so dicht, dass an eine Beobachtung nicht mehr zu denken war.

Sonntag, 12. Januar 2014

Sonne am 12.1.2014


Die Kartoffeln sind aufgesetzt, die Hähnchenbeine sind im Ofen und nun kann ich meinen heutigen Blogeintrag zur Sonnenbeobachtung beginnen. Zum x-ten Mal war der Himmel den ganzen Vormittag nahezu wolkenfrei, nur exakt zu dem Zeitpunkt, als ich mit der Beobachtung beginnen wollte, zog es gnadenlos zu. Allerdings taten sich zwischendurch immer wieder ein paar Wolkenlücken auf und jetzt ist der Himmel sogar wieder fast wolkenlos. Eigentlich ideale Voraussetzungen zum Beobachten des Tagesgestirns.

Wer so denkt, hat allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn zwischen Fernrohr und Sonne steht immer noch die Erdatmosphäre und die war heute extrem unruhig, das Seeing eine einzige Katastrophe. Der Wert für die Bildruhe lag bei 4 – nach der Kiepenheuer-Skala – und der für die Bildschärfe schwankte zwischen 4 und 5. Damit wurden alle kleinen Fleckengruppen und die Anteile kleiner Flecken in den größeren Gruppen für mich unsichtbar. Auch kurzfristige Schwankungen führten zu keiner Ergebnisverbesserung.

So erfasste ich, als die Sonne noch hinter einem der Bäume stand, bereits die AR 11944, die bereits weit nach Westen gerückt war, aber weiter zur Waldmeierklasse F gehörte, die AR 11951 als C, die AR 11949 als J und die AR 11952 ebenfalls als J. Im Norden tummelten sich die AR 11950, die ich für eine immer wieder mal aufblinkende A1 hielt, die AR 11948, die für mich auch nur eine J war und die AR 11946. Irgendwo bei dieser Gruppe habe ich dann noch eine einsame A gesehen, sodass ich Summa summarum 8 Fleckengruppen zählte. Dann war der Himmel erst einmal völlig zu und nach dem Kartoffelschälen klarte es wieder auf.

Das PST war griffbereit und so schaute ich mir auch noch kurz die H-alpha-Sonne an, aber das miese Seeing war hier um keinen Deut besser. Dennoch kam ich am Ende auf 11 Protuberanzen, 15 Filamente und 6 Flaregebiete.

Aufgrund des sehr schlechten Seeings waren auch heute keine weiteren Detailbeobachtungen möglich und ich konnte froh sein, trotz Sonnenschein überhaupt etwas zu sehen.

Freitag, 10. Januar 2014

Sonne am 10.1.2014


Es waren wieder nur äußerst widrige Umstände, unter denen eine Sonnenbeobachtung möglich war. Die größeren Wolkenlücken mit teilweise schön blauem Himmel kamen viel zu früh, nämlich als die Sonne noch hinter den Häusern stand. Gegen Mittag lockerte die Bewölkung dann noch mal ein wenig auf, aber richtig klar wurde es nicht mehr. 

Ich konnte die sechs Fleckengruppen leider wieder nur durch vorbeihuschende Wolken inmitten von Windböen beobachten und musste mich auch auch noch ziemlich beeilen. Kurz nachdem ich das Teleskop von der Fensterbank genommen hatte, gab es den nächsten Regenschauer und danach keine Gelegenheit mehr für eine Beobachtung. Optimal ausgenutzt, wenn auch unter Bedingungen, die man mehr schlecht als recht bezeichnen muss.

Auf die Schnelle fand ich im Süden die AR 11944 als eine große F-Gruppe, deren vorderer Teil problemlos mit bloßem Auge durch meine Sonnenfinternisbrille sichtbar war. Dahinter stand eine kleine B ohne NOAA-Nummer und die AR 11949 als J1. Im Norden – momentan sind beide Halbkugeln in ihrer Aktivität beinahe ausgeglichen – stand eine weitere nummernlose B-Gruppe, die AR 11948 als J1, die AR 11946 als D-Gruppe. Für Detailstudien reichte die Zeit nicht mehr und auch die H-alpha-Beobachtung fiel zum wiederholten Male aus.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Sonne am 8.1.2014



Pleiten, Pech und Pannen blieben mir auch am heutigen Tag erhalten, die anhaltende Pechsträhne beim Beobachten wollte auch heute nicht vollständig weichen. Bei wetteronline konnte man schön verfolgen, dass sich um die Mittagszeit, zwischen 12 und 13 Uhr ein Wolkenloch über der Stadt manifestieren würde und einigermaßen pünktlich wurde es denn auch heller und es kamen erste Wolkenlücken. Aber wie so oft, zogen die nördlich vorbei, waren im Westen und Osten zu sehen, nur nicht in Richtung Süden, wo ich dennoch einen Helligkeitsschwerpunkt beobachten konnte. Die Lücken im Gewölk zogen entweder oberhalb oder unterhalb an der Sonne vorbei, sodass ich mein kleines Teleskop nicht mal in die richtige Richtung positionieren konnte. Das ging eine ganze Zeit so – ich hatte schon aufgegeben -, doch dann kam ein größeres wolkenfreies Gebiet. Das aber zog wieder exakt an der Sonne vorbei, den Rest davon konnte ich dann für eine schnelle Beobachtung nutzen.

Bei recht gutem Seeing erfasste ich aber nur vier Aktivitätszentren: die schon mit bloßem Auge und Sofibrille bequem sichtbare AR 11944 als F60-Gruppe, die darüber stehende AR 11946 als D14, die AR 11948 als J1 und eine weitere, direkt am Sonnenrand stehende J1, derzeit noch ohne Nummer. Kaum die Fackelgebiete durchgezählt, war der Himmel wieder zu, zumindest in Richtung Sonne. Wolkenfreie Gebiete gab es dann wieder nördlich von mir. Kurz nachdem sich mein Beobachtungsfenster um 13:30 Uhr schloss, riss die Bewölkung auch in Richtung Süden auf, wie immer. Das Wolkenloch endete dann kurz, nachdem ich die Sonne auf der anderen Seite des Hochhauses durch mein PST erblickt hatte. Und momentan ist sogar der ganze Osthimmel klar, was mir überhaupt nichts bringt. So hatte Murphy auch heute wieder seine Hand im Spiel und erschwerte die Beobachtungen, wo es nur ging.

Dennoch gelang es mir, schnell die H-alpha-Relativzahl aus 8 Protuberanzen, 5 Flaregebieten und 14 Filamenten zu bilden und das, obwohl die Sonne hinter einem Baum stand, aber der gegenwärtige Wind ließ den einen oder anderen Blick zu.

Zwischendurch rief mich ein Freund an, der südlich von meinem Standort unterwegs war und von einem sehr klaren Himmel sprach. Statt, wie prognostiziert, die ganze Stadt zu erfassen, zog das Wolkenloch wieder nur im Südosten durch, wie an den beiden voraufgegangenen Tagen auch und ich saß wieder nur am Randgebiet davon und hatte mit allerleih Wetterungemach zu kämpfen.

Sonntag, 5. Januar 2014

Sonne am 5.1.2014



Was fortgeschrittene Murphologie betrifft, so war der heutige Tage wieder ein Paradebeispiel für die Probleme, die mir bei fast jeder Beobachtung begegnen. Zunächst verzogen sich die Wolken erst nach meinem Beobachtungsfenster und zwar genau 10 Minuten, nachdem die Sonne hinter dem Hochhaus stand. Es war klar, dass dieser Tag wieder nichts werden würde. Dachte ich, aber ohne Murphy geht es offenbar nie bei mir, während alle anderen anscheinend mühelos ihre Beobachtungsdaten sammeln können.

Gegen 13:30 Uhr war der Himmel vollkommen aufgeklart, nur in Richtung Sonne – wo auch sonst – tummelten sich die Wolken. Kurz nach 14 Uhr kam die Sonne um die Hausecke und ich begab mich auf den Dachboden. Hier gibt es leider nur kleine Fenster mit sehr schmalem Einblickwinkel, dennoch war eine Weißlichtbeobachtung noch gut möglich. Allerdings erst, nach dem sich Lücken in dem einzigen Wolkenstreifen am Himmel ergaben, hinter dem die Sonne saß. Toll. Super. Warum passiert imemr mir sowas. 

Das Seeing während der Beobachtung war angesichts der äußeren Bedingungen recht gut. Dann wechselte ich zum PST und das Spiel begann von Neuem. Kaum durchgeblickt, kamen die Wolken wieder. Wertvolle Minuten vergingen, in denen die Sonne immer tiefer sank und drohte, hinter der Mauer des nächsten Hauses zu versinken. Dann riss die Bewölkung richtig auf und der Einblickwinkel war sehr klein geworden. Also musste ich mich mit dem Zählen der Phänomene sehr beeilen. 

Dann musste ich wegen Wolken – der Resthimmel war schön blau und wolkenlos – wieder auf die nächste Lücke warten. Als diese kam, war es zu spät für das PST, der Winkel, in dem die Sonne ins Innere des Dachbodens fiel, war definitiv zu klein geworden und nun störte der Fensterrahmen. Welche Probleme dann noch, dachte ich bei mir, packte das Geraffel zusammen und ging bei strahlendem Sonnenschein in die Wohnung, stellte das PST am Küchenfenster auf und schon war die nächste Wolke da. 

Ich gab auf, es hatte keinen Zweck mehr, Murphy hatte gewonnen und die Sonne hatte schon eine ovale Form angenommen. Dennoch meine ich, bei einer Schnellzählung 14 Protuberanzen, geschätzt 15 Filamente und 7 helle Flaregebiete gesehen zu haben. Wenn genügend Zeit gewesen wäre, hätte ich noch Detailstudien vornehmen können, denn es gab heute eine ganze Reihe interessanter Protuberanzen, aber ich musste mich sehr konzentrieren, um mindestens meine Relativzahlen zusammen zu bekommen.

Im Weißlicht sah die Situation etwas anders aus. Durch die oberen Äste eines Baumes hindurch sah ich ganz klar die AR 11944, die ich dann mittels Sonnenfinsternisbrille auch mühelos mit bloßem Auge sehen konnte. Die nachfolgende AR 11943 konnte ich als C, am Westrand die AR 11938 als A, die AR 11937 als D erkennen. Die beiden randnahen AR 11936 und 11941 erkannte ich nicht mehr, dafür im Norden die AR 11946 als D, die AR 11942 als J (dazwischen eine A ohne Nummer) und die AR 11945 als B-Gruppe sowie eine weitere A1 in der Nähe des Westrandes in einem Fackelfeld.

Am Ende der Beobachtung frage ich immer noch, wieso ich ständig mit Murphereien zu kämpfen habe, während es bei anderen locker flockig von der Hand geht?

Samstag, 4. Januar 2014

Die Sonne im Dezember 2013



ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Der Monat begann mit einigen recht ansehnlichen Fleckengruppen. Die AR 11908 und 11909 waren allerdings schon in den letzten Tagen des Vormonats als E und D-Gruppe zu sehen. Für die Einstufung in die Klasse E war aber – wie bei vielen anderen Gruppen zuvor auch schon zu beobachten – ausschließlich die Längenausdehnung verantwortlich. Sie wies zwar vier große Penumbren auf, die aber waren eher durchschnittlich groß und konnten nicht mit bloßem Auge gesehen werden.

Strukturell änderte sich an der Situation zunächst nicht viel, das ganze Fleckenkonglomerat wanderte in Richtung Westrand und es kam nur wenig nach. Die AR 11908 konnte am 3. noch als E-Gruppe registriert werden, bevor sie schon einen Tag später auf die Klasse D zurückfiel.  Aus dem Osten kamen nur zwei neue Gruppen hinzu: die AR 11912 als H, die AR 11913 und 11914 hatten sich indes im Süden neu gebildet. Sie gehörten den Klassen D und A an, die sich aber einen Tag später, am Nikolaustag, wieder aufgelöst hatten. Daher ging in dieser Zeit die Zahl der Fleckengruppen auch erst einmal wieder zurück.

Die nächste neue Gruppe war die AR 11917, die am 8. am Ostrand erschien und zur Klasse D zählte. Am 9. wurde die AR 11918 sichtbar und die AR 11916 war zur Klasse E aufgestiegen, was sie ebenfalls nur aufgrund ihrer Länge schaffte. Penumbren gab es nur im p- und im f-Teil, sie waren auch nicht besonders spektakulär. Einen Tag später erschienen die beiden Regionen mit den Nummern 11920 und 11921, sodass die Zahl der Gruppen wieder auf 9 anstieg. Am 14. war die AR 11916 vollständig um den Westrand herum rotiert und damit vorerst auch die letzte große Fleckengruppe.

Es war in jenen Tagen wieder schön zu beobachten, wie sich alle Fleckengruppen in der westlichen Hälfte der Sonne versammelten und aus dem Osten keine neuen Gruppen nachkamen. Stattdessen hatte sich die AR 11917 am 17. zur Klasse E fortentwickelt, die sie bis zum 18. hielt und danach systematisch zerbrach und zuletzt am 19. zu sehen war. Die am 18. erstmals am Ostrand sichtbare AR 11928 gehörte zunächst der Waldmeierklasse D an, vergrößerte sich aber nur langsam und stieg erst am 20. zur Klasse E auf. Am 25. war sie das letzte Mal zu sehen, die Klasse hatte sie bis zum Schluss erhalten. Am 22. erschien die AR 11934 und entwickelte sich binnen weniger Tage zur Klasse E, genau wie die AR 11936. die am Heiligabend aufgetaucht war.

Am Silvestertag gehörten dann beide dieser Klasse an und waren somit die größten Gruppen rund um den Jahreswechsel. Daneben gab es aber nur noch drei weitere Gruppen (AR 11931, 11936 und 11937), die aber nur den unteren Waldmeierklassen angehörten. Just zu dieser Zeit konnte man dann wieder sehr schön verfolgen, wie sich alle Gruppen beiderseits des Sonnenäquators gruppierten, was darauf hindeutet, dass das vierte Quartal 2013 dem Nebenminimum nach dem Maximum im Februar 2012 zuzurechnen war. Mit 6 E-Gruppen war der Monat schon recht ordentlich, aber es fehlte die höchste Klasse F. Die Aktivität im Dezember lag ein wenig über der vom November und auch der vom Oktober. Dennoch vermochte sie auch hier nicht, den bisherigen Höhepunkt zu übertreffen.

Wer angesichts der E-Gruppen auf eine erhöhte Aktivität im H-alpha hoffte, wurde im Dezember bitter enttäuscht, denn es gab bis zum 19. nur solche der Klassen B und C. An diesem Tag stieg um 23:19 UT aus der AR 11934 ein M3-Flare auf. Damit wurde ein leichter Aktivitätsanstieg eingeläutet, denn der nächste M3 folgte schon am 22. um 15:12 UT aus der AR 11928. Sie war auch die Quelle des nächsten Flares, ein M1, der nur wenige Stunden später um 22:08 UT registriert wurde. Am 29. um 7:56 UT produzierte dann die AR 11936 einen M3-Ausbruch. Damit ging auch die Phase erhöhter Aktivität im H-alpha zu Ende. Auch die Zahl der Protuberanzen und Filamente gingen in diesem Zeitraum spürbar zurück.

Der aktuelle 24. Sonnenfleckenzyklus verhält sich nach wie vor atypisch zu den vorherigen Zyklen, was genaue Vorhersagen über die weitere Entwicklung sehr schwierig macht. Nach den neuesten Berechnungen des Marshall Space Flight Center war das Maximum im Februar 2012 mit einem ausgeglichenen Mittel von 67,0. Man hat einen gleichen Wert grob für den Sommer 2013 ermittelt. Hierbei wurde aber offensichtlich nicht der seit Oktober zu beobachtende Anstieg berücksichtigt, weil dies nach der R13- oder der P17-Mittelung – hier werden 13 bzw. 17 Monate betrachtet und der in der Mitte liegende Monat ausgewertet – derzeit noch gar nicht möglich ist. Gleichwohl heißt dies, dass wir uns derzeit sehr wahrscheinlich im Nebenminimum befinden. Das wird dann durch die Entwicklung der kommenden Monate widerlegt oder bestätigt.