Samstag, 4. Januar 2014

Die Sonne im Dezember 2013



ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Der Monat begann mit einigen recht ansehnlichen Fleckengruppen. Die AR 11908 und 11909 waren allerdings schon in den letzten Tagen des Vormonats als E und D-Gruppe zu sehen. Für die Einstufung in die Klasse E war aber – wie bei vielen anderen Gruppen zuvor auch schon zu beobachten – ausschließlich die Längenausdehnung verantwortlich. Sie wies zwar vier große Penumbren auf, die aber waren eher durchschnittlich groß und konnten nicht mit bloßem Auge gesehen werden.

Strukturell änderte sich an der Situation zunächst nicht viel, das ganze Fleckenkonglomerat wanderte in Richtung Westrand und es kam nur wenig nach. Die AR 11908 konnte am 3. noch als E-Gruppe registriert werden, bevor sie schon einen Tag später auf die Klasse D zurückfiel.  Aus dem Osten kamen nur zwei neue Gruppen hinzu: die AR 11912 als H, die AR 11913 und 11914 hatten sich indes im Süden neu gebildet. Sie gehörten den Klassen D und A an, die sich aber einen Tag später, am Nikolaustag, wieder aufgelöst hatten. Daher ging in dieser Zeit die Zahl der Fleckengruppen auch erst einmal wieder zurück.

Die nächste neue Gruppe war die AR 11917, die am 8. am Ostrand erschien und zur Klasse D zählte. Am 9. wurde die AR 11918 sichtbar und die AR 11916 war zur Klasse E aufgestiegen, was sie ebenfalls nur aufgrund ihrer Länge schaffte. Penumbren gab es nur im p- und im f-Teil, sie waren auch nicht besonders spektakulär. Einen Tag später erschienen die beiden Regionen mit den Nummern 11920 und 11921, sodass die Zahl der Gruppen wieder auf 9 anstieg. Am 14. war die AR 11916 vollständig um den Westrand herum rotiert und damit vorerst auch die letzte große Fleckengruppe.

Es war in jenen Tagen wieder schön zu beobachten, wie sich alle Fleckengruppen in der westlichen Hälfte der Sonne versammelten und aus dem Osten keine neuen Gruppen nachkamen. Stattdessen hatte sich die AR 11917 am 17. zur Klasse E fortentwickelt, die sie bis zum 18. hielt und danach systematisch zerbrach und zuletzt am 19. zu sehen war. Die am 18. erstmals am Ostrand sichtbare AR 11928 gehörte zunächst der Waldmeierklasse D an, vergrößerte sich aber nur langsam und stieg erst am 20. zur Klasse E auf. Am 25. war sie das letzte Mal zu sehen, die Klasse hatte sie bis zum Schluss erhalten. Am 22. erschien die AR 11934 und entwickelte sich binnen weniger Tage zur Klasse E, genau wie die AR 11936. die am Heiligabend aufgetaucht war.

Am Silvestertag gehörten dann beide dieser Klasse an und waren somit die größten Gruppen rund um den Jahreswechsel. Daneben gab es aber nur noch drei weitere Gruppen (AR 11931, 11936 und 11937), die aber nur den unteren Waldmeierklassen angehörten. Just zu dieser Zeit konnte man dann wieder sehr schön verfolgen, wie sich alle Gruppen beiderseits des Sonnenäquators gruppierten, was darauf hindeutet, dass das vierte Quartal 2013 dem Nebenminimum nach dem Maximum im Februar 2012 zuzurechnen war. Mit 6 E-Gruppen war der Monat schon recht ordentlich, aber es fehlte die höchste Klasse F. Die Aktivität im Dezember lag ein wenig über der vom November und auch der vom Oktober. Dennoch vermochte sie auch hier nicht, den bisherigen Höhepunkt zu übertreffen.

Wer angesichts der E-Gruppen auf eine erhöhte Aktivität im H-alpha hoffte, wurde im Dezember bitter enttäuscht, denn es gab bis zum 19. nur solche der Klassen B und C. An diesem Tag stieg um 23:19 UT aus der AR 11934 ein M3-Flare auf. Damit wurde ein leichter Aktivitätsanstieg eingeläutet, denn der nächste M3 folgte schon am 22. um 15:12 UT aus der AR 11928. Sie war auch die Quelle des nächsten Flares, ein M1, der nur wenige Stunden später um 22:08 UT registriert wurde. Am 29. um 7:56 UT produzierte dann die AR 11936 einen M3-Ausbruch. Damit ging auch die Phase erhöhter Aktivität im H-alpha zu Ende. Auch die Zahl der Protuberanzen und Filamente gingen in diesem Zeitraum spürbar zurück.

Der aktuelle 24. Sonnenfleckenzyklus verhält sich nach wie vor atypisch zu den vorherigen Zyklen, was genaue Vorhersagen über die weitere Entwicklung sehr schwierig macht. Nach den neuesten Berechnungen des Marshall Space Flight Center war das Maximum im Februar 2012 mit einem ausgeglichenen Mittel von 67,0. Man hat einen gleichen Wert grob für den Sommer 2013 ermittelt. Hierbei wurde aber offensichtlich nicht der seit Oktober zu beobachtende Anstieg berücksichtigt, weil dies nach der R13- oder der P17-Mittelung – hier werden 13 bzw. 17 Monate betrachtet und der in der Mitte liegende Monat ausgewertet – derzeit noch gar nicht möglich ist. Gleichwohl heißt dies, dass wir uns derzeit sehr wahrscheinlich im Nebenminimum befinden. Das wird dann durch die Entwicklung der kommenden Monate widerlegt oder bestätigt.

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