Donnerstag, 2. Januar 2014

Sonne am 2.1.2014



Eigentlich konnte man heute gar nicht mit einer Sonnenbeobachtung rechnen, denn es war wieder ein dunkler, regnerischer Tag, doch gegen 13:30 Uhr, just, nachdem die Sonne mein „Mittagsloch“ passiert hatte, klarte es auf. Zuerst aber wanderte ein größeres Wolkenloch haarscharf und exakt an der Sonne vorbei, übrig blieb erst nur eine Zone verminderten Syphs und es sah alles wieder nach einem Murphy und einer Nicht-Beobachtung aus, wie so oft in den letzten Wochen. Dann ergab sich doch noch eine Chance, die ich aber nur für die Weißlichtbeobachtung nutzen konnte, für H-alpha reichte es dann wieder mal nicht mehr.

Dass die Sonne nun wieder ein klein wenig höher steht – eigentlich um merkbar – erkannte ich daran, dass sie nun, zwischen zwei Hochhäuser stehend. Nur noch die Wipfel des störenden Baumes streifte, durch die man hindurchschauen konnte. Zwar nervten die sich im Wind wiegenden Äste, doch waren sie so dünn, dass sie die Beobachtung nicht mehr ganz so sehr beeinträchtigten. Schlimmer war das katastrophale Seeing, dass bei einer leicht ovalen Sonne zu einem extrem welligen Sonnenrand, aber einigermaßen punktförmige Flecken führte, sogar ein paar Flecken ohne Penumbra waren auszumachen.

An der Stelle, wo gestern die große Protuberanz im H-alpha zu sehen war, war heute erwartungsgemäß eine große Fleckengruppe erschien, die sich als E-Gruppe mit der NOAA-Nummer 11944 präsentierte, aber möglicherweise noch nicht vollständig um den Ostrand herum gekommen war, sodass sie auch eine F sein könnte. Die AR 11942 war wie die AR 11943 zu einer C-Gruppe geworden. In der Sonnenscheibenmitte stand die AR 11938 als D-Gruppe, gefolgt von einer B ohne Nummer und der AR 11941 als weitere D. Die AR 11936 erschien mir nur noch als D-Gruppe, was aber auch an dem miesen Seeing gelegen haben könnte. Die AR 11940 gehörte dann ebenfalls zur Waldmeierklasse C und schloss den Reigen der Fleckengruppen nach Westen hin ab.

Bezeichnend für das aktuelle Stadium der Sonnenaktivität war die Tatsache, dass sich außer der AR 11942 alle Fleckengruppen auf der Südhalbkugel der Sonne nahe dem Sonnenäquator befanden und auch die neue AR 11944 machte dabei keine Ausnahme.

Es bleibt weiter abzuwarten, ob mit dem gegenwärtigen Aktivitätsstand gleichsam das Ende hoher Aktivität einläutet, bevor es abwärts in Richtung Minimum geht, denn auch die aktuellen Dezemberwerte lagen unter denen vom Februar 2012, was den Verdacht erhärtet, dass wir uns derzeit im Nebenminimum befinden.

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