Samstag, 25. Januar 2014

Sonne am 25.1.2014

Das neue Jahr lässt sich, was meine Sonnenbeobachtung angeht, sehr gut an, denn schon jetzt konnte ich fast doppelt so viele Datensätze ermitteln, als im Jahr zuvor. Der rund 5 Wochen nach dem Wintersolstitium nun deutlich längere und höhere Tagbogen der Sonne ermöglicht mir auch wieder günstigere Möglichkeiten, um an die Sonne heranzukommen. So kroch sie gegen 10 Uhr über das Nachbarhaus und für wenige Augenblicke, bevor sie hinter Bäumen und die Hausecke verschwand, konnte ich sie schon mal wieder am Morgenhimmel beobachten.

Das Seeing war jedoch eine einzige Katastrophe, denn sie stand verschleiert hinter einer dünnen Wolkenschicht und schien im Okular nur vor sich hin zu wabern. Kein klar definierter Sonnenrand und Flecken, die nur für wenige Sekundenbruchteile aufpoppten. Dennoch wagte ich mich an eine Relativzahl heran. Die AR 11957 fand ich als H1-Gruppe, die AR 11961 als A1. In der Mitte der Sonnenscheibe standen die AR 11960, die ich als C7 klassifizierte, darunter die AR 11959 als D mit 10 Flecken. In Richtung Osten erblickte ich noch die AR 11965 und eine nummernlose, jeweils als A1. Alle weiteren Gruppen entgingen mir aufgrund der schlechten Beobachtungsbedingungen. Kurz nach 12 Uhr machte ich dann noch eine Nachbeobachtung, aber das Seeing hatte sich nur unwesentlich verbessert, dafür war der Sonnenrand nunmehr gezackt und bewegte sich heftig wallend. Dafür waren jetzt nur noch die Gruppen mit Penumbren zu sehen und alle kleineren im Seeinggeblubber verschwunden.

Ich wagte mich dennoch an eine H-alpha-Beobachtung mit dem PST heran. Hier schien das Seeing sich nicht ganz so heftig auszuwirken, dennoch blieb z.B. das chromosphärische Netzwerk unsichtbar. Ich fand 8 eher kleinere Protuberanzen am Sonnenrand, 5 hellere Flaregebiete und 6 Filamente, darunter eines, das etwas größer war.

Insgesamt war es eine typische Winterbeobachtung bei immer noch zu tief stehender Sonne und katastrophal schlechtem Seeing, das keine Detailbeobachtungen zuließ. Es bewahrheitete sich auch heute wieder die alte Erkenntnis, dass bei -10° Außentemperatur und einigermaßen blauen Himmel das Seeing nicht automatisch hervorragend, sondern üblicherweise eher mies ist.

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