Donnerstag, 30. Januar 2014

Sonne am 30.1.2014


Noch bis zum 27. Januar hieß es in den Wetterprognosen, dass heute der sonnigste Tag der ganzen Woche werden würde und da ich heute wegen des Heizungsablesers einen Tag Urlaub nehmen musste, hatte ich auf eine Sonnenbeobachtung gehofft. Am 28. wurde aber nur noch ein sonniger Vormittag prognostiziert und der war dann am 29. ganz verschwunden. Und so kam es zunächst auch, denn bis in den frühen Nachmittag hinein lag Hamburg komplett unter einer dicken Hochnebeldecke. Auf Satellitenbildern war allerdings ein großes wolkenfreies Gebiet südlich der Elbe zu sehen. Gemeinhin verbleibt dieses dann auch dort. Kurz vor 15 Uhr waren dann aber erste Auflockerungen zu sehen und die Sonne stand genau zwischen den Hochhäusern und mittlerweile hoch genug, sodass sie die Bäume unter sich ließ.

Der erste Blick durch das Okular offenbarte nun aber eine sehr dunkle Sonne, da der Hochnebel sich nicht vollständig aufgelöst hatte. Diese zusätzliche Lichtdämpfung führte zu einem verminderten Kontrast, sodass kleinere Flecken nur sehr schwer zu sehen waren.

Dennoch habe ich wohl alle derzeit theoretisch sichtbaren Fleckengruppen erwischt. Am auffälligsten war die AR 11967, die vor zwei Wochen als AR 11944 auf die erdabgewandte Seite der Sonne entschwunden war. Sie ist auch bei ihrer zweiten Wiederkehr noch recht imposant. Mit dem bloßen Auge und meiner Sofibrille konnte ich den Fleck, auch aufgrund der äußeren Bedingungen, nicht sehen. Parallel dazu war die AR 11968 auf der Nordhalbkugel herumgekommen und konnte als D-Gruppe klassifiziert werden. Die Mitte der Sonnenscheibe war nahezu fleckenfrei, erst dicht am Westrand konnte man die AR 11959 und die 11960, jeweils als J-Gruppe, finden. Als die Sicht für einen ganz kurzen Moment, für nur Bruchteile von Sekunden, besser war, fand mein Auge dann noch die AR 11965, die wohl eine B-Gruppe ist, von der ich sicher aber nur einen Fleck sah und sie daher als A1 einstufte.

Die Lichtreduzierung durch den auch jetzt noch nicht vollständig gewichenen Hochnebel – die Sonne steht nun längst wieder hinter dem Hochhaus – sorgte im H-alpha für nicht ganz so schlechte Bedingungen. Zwei Protuberanzen am Ost- und Westrand – eine erhob sich „gerade“ zu einem schönen Bogen waren die größten Auffälligkeiten am Sonnenrand. Dazu kamen noch vier weitere, eher unscheinbare, Exemplare.

Rund um die AR 11967 gab es ein ausgedehntes chromosphärisches Fackelfeld, das an einigen Stellen heller war als die Umgebung und als sehr flareträchtig angesehen werden konnte. Von der Gruppe haben wir sicher noch einiges zu erwarten. Ich fand nur noch zwei hellere Gebiete und 14 Filamente, die aber von eher mittlerer Größe waren. So wurde der freie Tag hinsichtlich der Sonnenbeobachtung doch noch recht spannend.

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