Samstag, 4. Januar 2014

Sonne am 4.1.2014

Der Tag begann sehr sonnig und schon keimte in mir die Hoffnung, unter guten Bedingungen die Sonne beobachten oder Protuberanzen zeichnen zu können. So sah es auch noch eine Stunde vorher aus, aber pünktlich zu Mittag, wenn sich mein Beobachtungsfenster öffnen würde, kam aus Südwesten eine dicke, fette Wolkenwand heran und ließ alle Hoffnungen zerplatzen.

In dieser Schicht aus Wolken und Schleim kam die Sonne aber für kurze Zeit wieder raus, sodass es sich lohnte, zumindest im Weißlicht zu beobachten. Der Blick durch das Okular zeigte mir zunächst nur wenige Flecken, durchziehende Wolkenschleier – das Wetter sollte sich eigentlich erst am Nachmittag (!) verschlechtern – verhinderten zunächst eine vernünftige Beobachtung, gaben dann aber für ganz kurze Zeit den Blick auf eine nur leicht verschleierte Sonne frei.

Unter diesen sehr ungünstigen Bedingungen konnte ich dann doch noch einigermaßen beobachten. Als erstes fiel mein Blick auf die neue große AR 11944 auf der Südhälfte, die bei besserem Wetter mit bloßem Auge (und Sonnenfinsternisbrille oder anderem Schutz, um nicht zu erblinden) zu sehen sein wird. Heute gelang mir das nicht. Sie hatte nach meiner Schätzung – zählen konnte man das nicht nennen, was ich da tat – 35 Einzelflecke und besondere Aufmerksamkeit verlangten die beiden großen Penumbren im p-Teil. Davor stand die AR 11943, die ich als J2 klassifizierte. Die AR 11938 hielt ich für eine B-Gruppe, die AR 11937 für eine D, gefolgt von einer A. Im Norden stand die AR 11942, die mir wie eine J1 erschien und die AR 11945, von der ich dank der Begleitumstände nur einen Fleck sah, den ich daher als A1 klassifizierte, die aber eine längere B war. Ganz am Westrand entdeckte ich in einem Augenblick besserer Sicht noch eine A1. Jedenfalls hielt ich sie dafür. Es war der f-Teil der wegrotierten AR 11936.

Danach nahm ich mein PST, um die jetzt doch besser gewordene Situation – der Himmel war jetzt vollends zugeschleimt – für eine H-alpha-Beobachtung zu nutzen. Aber dafür war es leider zu spät, der Hintergrund war hellorange, auf der Oberfläche waren keine Details mehr auszumachen, nur einige Protuberanzen leuchteten noch schwach durch die Wolkenschicht hindurch. Eine Beobachtung machte da keinen Sinn mehr. So hat Murphy am Ende doch wieder gewonnen, zumindest teilweise.

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