Sonntag, 5. Januar 2014

Sonne am 5.1.2014



Was fortgeschrittene Murphologie betrifft, so war der heutige Tage wieder ein Paradebeispiel für die Probleme, die mir bei fast jeder Beobachtung begegnen. Zunächst verzogen sich die Wolken erst nach meinem Beobachtungsfenster und zwar genau 10 Minuten, nachdem die Sonne hinter dem Hochhaus stand. Es war klar, dass dieser Tag wieder nichts werden würde. Dachte ich, aber ohne Murphy geht es offenbar nie bei mir, während alle anderen anscheinend mühelos ihre Beobachtungsdaten sammeln können.

Gegen 13:30 Uhr war der Himmel vollkommen aufgeklart, nur in Richtung Sonne – wo auch sonst – tummelten sich die Wolken. Kurz nach 14 Uhr kam die Sonne um die Hausecke und ich begab mich auf den Dachboden. Hier gibt es leider nur kleine Fenster mit sehr schmalem Einblickwinkel, dennoch war eine Weißlichtbeobachtung noch gut möglich. Allerdings erst, nach dem sich Lücken in dem einzigen Wolkenstreifen am Himmel ergaben, hinter dem die Sonne saß. Toll. Super. Warum passiert imemr mir sowas. 

Das Seeing während der Beobachtung war angesichts der äußeren Bedingungen recht gut. Dann wechselte ich zum PST und das Spiel begann von Neuem. Kaum durchgeblickt, kamen die Wolken wieder. Wertvolle Minuten vergingen, in denen die Sonne immer tiefer sank und drohte, hinter der Mauer des nächsten Hauses zu versinken. Dann riss die Bewölkung richtig auf und der Einblickwinkel war sehr klein geworden. Also musste ich mich mit dem Zählen der Phänomene sehr beeilen. 

Dann musste ich wegen Wolken – der Resthimmel war schön blau und wolkenlos – wieder auf die nächste Lücke warten. Als diese kam, war es zu spät für das PST, der Winkel, in dem die Sonne ins Innere des Dachbodens fiel, war definitiv zu klein geworden und nun störte der Fensterrahmen. Welche Probleme dann noch, dachte ich bei mir, packte das Geraffel zusammen und ging bei strahlendem Sonnenschein in die Wohnung, stellte das PST am Küchenfenster auf und schon war die nächste Wolke da. 

Ich gab auf, es hatte keinen Zweck mehr, Murphy hatte gewonnen und die Sonne hatte schon eine ovale Form angenommen. Dennoch meine ich, bei einer Schnellzählung 14 Protuberanzen, geschätzt 15 Filamente und 7 helle Flaregebiete gesehen zu haben. Wenn genügend Zeit gewesen wäre, hätte ich noch Detailstudien vornehmen können, denn es gab heute eine ganze Reihe interessanter Protuberanzen, aber ich musste mich sehr konzentrieren, um mindestens meine Relativzahlen zusammen zu bekommen.

Im Weißlicht sah die Situation etwas anders aus. Durch die oberen Äste eines Baumes hindurch sah ich ganz klar die AR 11944, die ich dann mittels Sonnenfinsternisbrille auch mühelos mit bloßem Auge sehen konnte. Die nachfolgende AR 11943 konnte ich als C, am Westrand die AR 11938 als A, die AR 11937 als D erkennen. Die beiden randnahen AR 11936 und 11941 erkannte ich nicht mehr, dafür im Norden die AR 11946 als D, die AR 11942 als J (dazwischen eine A ohne Nummer) und die AR 11945 als B-Gruppe sowie eine weitere A1 in der Nähe des Westrandes in einem Fackelfeld.

Am Ende der Beobachtung frage ich immer noch, wieso ich ständig mit Murphereien zu kämpfen habe, während es bei anderen locker flockig von der Hand geht?

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