Sonntag, 23. Februar 2014

Sonne am 23.02.2014



Der Beginn des heutigen Tages glich dem gestrigen fast bis aufs Haar: auch in der letzten Nacht hatten sich die gestern Mittag aufgezogenen Wolken verdünnisiert und bescherte mir wolkenfreie Stunden am Vormittag.

Wie auch gestern schon, war das Seeing eher grausig und es gab nur wenige Momente, in denen ich feine Einzelheiten im Weißlicht wahrnehmen konnte. Überdies stand die Sonne auch wieder hinter dem Geäst eines Baumes, was die Beobachtung zusätzlich erschwerte.
Gestern kam noch eine Nachricht, nach der heute im Laufe des Tages die beiden großen Gruppen AR 11967 und AR 11968 zu ihrem dritten Umlauf starten würden, doch bei meiner Beobachtung war davon nichts zu sehen. Vielmehr erspähte ich auf der Nordhalbkugel der Sonne am Ostrand eine kleine J1-Gruppe in einem größeren Fackelfeld. Etwas weiter gen Westen gerückt stand die AR 11986 als langgestreckte B8-Gruppe, davor eine kleine A3 ohne NOAA-Nummer.

Auf der Südhalbkugel war im Osten die AR 11987 nun vollends um den Sonnenrand herum gekommen und von mir als D6 klassifiziert worden. Die AR 11988, wohl eine weitere B, die ich aber bei dem Seeing und mit meinem kleinen 80/400er Refraktor nicht erfassen konnte. Der nunmehr in der Mitte der Sonnescheiben stehende Komplex von mehreren großen Gruppen hat sich binnen eines Tages deutlich verändert. Ich teilte sie in drei Gruppen auf (die NOAA sah hier nur zwei: AR 11981 und 11982) Aber die Teilung der beiden nördlich stehenden Fragmente erschien mir sinnvoller, da mir die südlicher stehende große Gruppe eigenständiger erschien. Abseits davon fand ich noch die AR 11983 als A1. Am Westrand wurde zwar immer noch die AR 11977 angezeigt, die ich aber selbst in Momenten ruhiger Luft nicht mehr sehen konnte. Hier stand nur noch ein Fackelfeld.

Das schlechte Seeing, das auch bei einer Nachbeobachtung, anderthalb Stunden später, nicht wirklich besser geworden war, machte sich denn auch wieder im H-alpha bemerkbar. Das PST zeigte mir lediglich 6 winzige Protuberanzen (eine davon im Südosten als wunderschöner Loop), 12 mehr oder weniger winzige Filamente und drei Flaregebiete. Auch das kann man als Indikator für die Nachmaximumszeit werten.

Samstag, 22. Februar 2014

Sonne am 22.02.2014

Nach einer – für Hamburg eher seltenen – klaren Nacht, die völlig überraschend daherkam, erwartete ich einen ebensolchen Vormittag. Allerdings verhieß der Blick auf online-Wetterprognosen nichts Gutes, denn schon gegen 9 Uhr sollte der Himmel über Hamburg völlig bedeckt sein. Das war er zum Glück nicht. Ganz im Gegenteil, denn kurz vor 9 Uhr kam unser Tagesgestirn über dem Nachbarhaus hervor, bei schrecklichem Seeing, das aber besser wurde, je weiter sich die Sonne von der Dachkante entfernte.

Binnen zweier Tage hatte sich das Antlitz der Sonne stark verändert. Fast in der Mitte der Sonnenscheiben, sozusagen am Kreuzungspunkt zwischen Sonnenäquator und Sonnenmeridian, stand ein Konglomerat mehrerer Fleckengruppen, die nur schwer auseinander zu halten waren. Da wäre einmal der Komplex, der als AR 11982 bezeichnet wurde, und quasi aus zwei Reihen parallel zueinander angeordneter Flecken bestand. Dazwischen saßen jede Menge weiterer kleiner und goßer Flecken, sodass klar wurde, dass es sich hier um eine einzelne Gruppe handeln musste, die ich der Klasse E zuordnete. Die AR 11981 stand etwas abgerückt davon und war, weil sie länger war als die 11982, eine F-Gruppe. In Richtung Westen fand ich keine Flecken, dafür aber eine D 4 am Ostrand (AR 11987), eine kleine B (AE 11986) und eine A1 ohne NOAA-Nr. unweit davon im Norden. Im Süden stieß ich auf eine weitere kleine A1, ebenfalls noch ohne NOAA-Nr. Trotz der beiden kleinen Gruppen im Norden war weiterhin zu sehen, dass der Süden die dominierendere Hälfte der Sonne war.

Die anschließende H-alpha-Beobachtung litt sehr unter dem Seeing und störendes Baumgeäst – durch das Bildfeld zogen immer wieder dünne Wolken und der Sonnenrand war auch nicht gerade scharf definiert. So fand ich 7 absolut mickrige Protuberanzen, 5 Flaregebiete und 11 kleine Filamente. Rund um das Areal in der Mitte waren zwei kleinere Filamente zu erkennen, doch aufgrund der Wetterbedingungen blieb beispielsweise das chromosphärische Netzwerk völlig verborgen und war nicht mal im Ansatz zu sehen.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Sonne am 20.02.2014

Es war nur dem Umstand zu verdanken, dass ich heute einen Teil meiner beruflichen Arbeit zu Hause erledigen konnte und so in die Lage versetzt wurde, die Sonne zu beobachten.

Bereits, als ich aus der U-Bahn kam, empfing mich eine warme Vorfrühlingssonne und ich beeilte mich, nach Hause zu kommen. Der größte Teil der Wolkenlücke war schon durchgezogen, als ich mit der Beobachtung beginnen konnte.

Ganz am Westrand stand noch die AR 11976 als kleine J1-Gruppe, schräg darüber die AR 11977 als B4 und nahe davon im Norden die AR 11985 als A1-Gruppe. Östlich vom Sonnenmeridian standen die AR 11984 als A1, die AR 11981 als E20 und die AR 11982 als E30. Am Ostrand kam eine weitere Gruppe herum, die noch keine NOAA-Nr. hatte und von mir als B8 eingestuft wurde. Ich konnte gerade noch die Anzahl der Fackelfelder zählen, als Wolken die Beobachtung beendeten.

Eine Dreiviertelstunde später riss der Himmel noch einmal auf und ermöglichte mir so eine H-alpha-Beobachtung. Auch heute fiel wieder der Umstand auf, dass die Aktivität im Norden fast erloschen war. Nur zwei kleine Protuberanzen waren hier zu finden, die restlichen 6 sowie 6 Filamente und 5 Flaregebiete ausschließlich im Süden. Und mehr noch: das chromosphärische Netzwerk trat nur auf der Südhalbkugel auf, der Norden wirkte wie blank geputzt. Und: alle Fleckengruppen waren nur in der Nähe des Sonnenäquators zu finden!

Sonntag, 16. Februar 2014

Sonne am 16.02.2014



Am dritten Tag in Folge konnte ich auch heute wieder die Sonne beobachten, allerdings unter anstrengenden und Nerven aufreibenden Rahmenbedingungen. Es begann damit, dass mich ein Freund anrief und nachfragte, ob ich schon beobachtet hätte. Das war mir bis dato misslungen, weil der Himmel erst aufklarte, als die Sonne unerreichbar hinter meinem Haus stand und ich nichts machen konnte. Als die Sonne dann soweit herumgekommen war, dass ich hätte mein Fernrohr einsetzen können, schüttete es gerade wie aus Eimern und ich sah keine Chance mehr. Doch der stürmisch böige Wind beförderte Wolken schnell heran und schon riss der Himmel wieder auf. Erst an Stellen, wo sich die Sonne grad nicht befand, dann traten aber größere Wolkenlücken auf und ich konnte mit einer Weißlichtbeobachtung beginnen. Natürlich, wie sollte es anders sein, bekam ich nur den kleinsten Teil der Wolkenlücke mit.

Zum Glück reichte es aus, die drei großen Regionen 11974 (klasse F mit 30 Flecken), 11976 (Klasse F mit 9 Flecken) und 11977 (Klasse E mit 25 Flecken zu sehen). Die 11974, gestern noch mit mehr als 50 Flecken bevölkert, war heute deutlich zusammengeschrumpft, was nicht nur an der perspektivischen Verkürzung am Sonnenrand lag, dem sie sich nun langsam annäherte. Genau am Westrand entdeckte ich kurz vor Schluss dann in einem klitzekleinen Moment ruhiger Luft noch die AR 11973 als A-Gruppe mit einem Fleck. Dann kamen wieder dichtere Wolken heran und beendeten die Beobachtung,

Es sah erst aus, als ob ich keine H-alpha-Beobachtung mehr hinbekommen würde. Die folgenden Wolkenlücken waren dann oft so klein, dass ich gerade mal das Teleskop ausrichten konnte, oder grad auf dem Stillen Örtchen saß, als draußen die Sonne schien. Schnell das Geschäft beenden und zum Teleskop rennen und schon war die Sonne wieder weg. Augenblicke später wieder das Gleiche: Fenster auf, Teleskop ausrichten, Sonne weg. Teleskop stehen lassen, aber keine Lücke kam. Teleskop weggepackt und just in dem Moment kam die Sonne wieder raus. Alles wieder von vorne und wieder nichts. Jetzt Teleskop stehen gelassen, aber Windböen drohten, es umzuwerfen. Also wieder Fenster zu. So ging das ständig hin und her, bis dann doch noch vor dem nächsten Regenschauer eine etwas größere Wolkenlücke kam, von der ich auch wieder nur den extremen Rand nutzen konnte. Es musste wieder schnell gehen, 10 Protuben, 10 Filamente und drei helle Gebiete zählen – erste Wolken ziehen wieder durch das Gesichtsfeld des Okulars – noch mal ein Rundblick und das war es. Kaum das Fernrohr von der Fensterbank genommen, fing auch der Regen wieder an. Insgesamt eine extrem nervige Situation, aber es hat geklappt.

Was mir noch gerade beim letzten Blick auffiel und durch Kontrolle auf Websites bestätigt wurde, war, dass es auf der Nordhalbkugel analog zum Weißlicht nicht nur keine Flecken, sondern auch nur zwei mickrige Protuben und kein einziges Filament und keine Flaregebiete gab.

Samstag, 15. Februar 2014

Sonne am 15.02.2014


Die äußeren Bedingungen für eine Beobachtung waren heute wesentlich schlechter, als gestern. Ein weitgehend blauer Himmel war gen Westen zu sehen, seine Ausläufer reichten aber nicht mal annähernd in die Region, in der die Sonne stand. Das blieb im Prinzip den ganzen Vormittag so. Nur kleine Abschnitte des südlichen Himmels waren für ein paar Sekunden immer wieder mal wolkenfrei, allerdings breitete sich in hohen Lagen Syph und darunter Wolken aus, die immer wieder durch das Bildfeld zogen. Glück hatte ich dann doch, als ich einfach mal das Teleskop aufstellte und abwartete. Eine etwas größere Wolkenlücke und ein etwas geringer werdender Syph ließen dann doch noch eine Beobachtung zu.

Gegenüber dem Vortag hatte sich nur wenig verändert. Die AR 11973 war auch heute nur eine A-Grupee, wenn auch ungleich schwerer zu finden. Die AR 11974 war weiter die größte Fleckengruppe auf der Sonne, die ich als F mit 58 Flecken erfasste. Gefolgt von der AR 11976, die ich nach wie vor für eine F hielt, während die Kanzelhöhe und die NOAA sie in zwei Gruppen aufteilte. Wegen der ziemlich genau in der Mitte zwischen den Penumbren sitzenden kleinen Flecken halte ich die Aufteilung für fragwürdig. Das gleiche bei der AR 11977, die von der Kanzelhöhe an höchst obskurer Stelle ebenfalls in zwei Gruppen aufgeteilt wurde. Ich klassifizierte sie heute als E, da sie seit gestern entsprechend länger und die Gruppe insgesamt komplexer geworden war. Dahinter stand noch eine kleine A, derzeit noch ohne NOAA-Nummer.

Aufgrund der hohen Cirren wurde die H-Alpha-Beobachtung extrem schwierig. Einzelheiten waren nur schwer zu erkennen. Ich kam grad mal auf 12 Protuben, 15 (geschätzte) Filamente und 5 Flaregebiete. Im Südosten stand zur Zeit der Beobachtung ein helles Gebiet, woraus ein Flare entstehen könnte. Aber bis dato hat sich da noch nichts getan.

So kam ich in diesem Jahr das erste Mal in den Genuss, zwei Beobachtungen an aufeinander folgenden Tagen zu bekommen und habe nun 4 Beobachtungstage, schon einen mehr als im gesamten Februar 2013!

Sonne am 14.02.2014


Die letzten Tage war es durchaus sonnig, da ich aber zu spät Feierabend hatte, konnte ich keinen einzigen für eine Sonnenbeobachtung nutzen. Dabei verpasste ich mal wieder alle interessanten Entwicklungen der vergangenen Woche. Und auch heute sah es zunächst nicht nach einem Erfolg aus. Gegen Mittag setzte sich mehr und mehr der blaue Himmel durch und so machte ich etwas früher Feierabend, als gewöhnlich, da ich wusste, dass gegen 15:20 Uhr die Sonne hinter dem zweiten Hochhaus verschwinden würde.

Natürlich musste ich auf dem Weg dorthin allerlei Hemmnisse überwinden, ein U-Nahn, die nicht pünktlich war, ein Wochenmarkt, der voller als sonst um diese Uhrzeit war und ein Supermarkt, wo auch mehr Leute an der Kasse anstanden, als gewöhnlich, inkl. Der Leute, die ihr Geld nicht finden konnten, einem Storno und jemand, der erst in aller Seelenruhe seine Sachen verpackte, bevor er ans Bezahlen dachte.

Also hetzte ich nach Hause – mittlerweile war es 14:45 Uhr, nur, um an der sogenannten Schlauampel mit überlanger Phase warten musste, bis sich ein LKW so blöd hinstellte, dass weder Fußgänger noch Radfahrer und der Querverkehr die Kreuzung passieren konnte. Mittlerweile war es 14:50 Uhr, zu Hause kam ich dann um 14:59 Uhr an, schnell das Teleskop aufgebaut, es war jetzt 15:07 Uhr, und ich konnte endlich mit der Beobachtung beginnen.

Die Sicht war ein wenig eingetrübt durch zunehmenden Syph und so erfasste ich erst einmal vier große Fleckengruppen auf der Südhalbkugel nahe des Sonnenäquators – typisch für die Nachmaximumsphase.

Die AR 11974 war am auffälligsten und wurde von mir als F-Gruppe klassifiziert. Beim Zählen kam ich auf 45 Einzelflecken inmitten dicker Penumbren. Dahinter standen nach offiziellen Angaben die AR 11976 und 11980. Ich hielt sie, weil sich zwischen den Kernen weitere, kleine, Flecken befanden, indes für eine weitere F-Gruppe und habe sie auch so gewertet, mit 21 Flecken. Die AR 11977 dahinter war schwer zu klassifizieren und lag irgendwo zwischen D und E. Schlussendlich entschloss ich mich, sie für eine D zu halten, da sie im Vergleich zu den beiden F dann doch relativ kurz erschien. Mehr beim zweiten Hinguken entdeckte ich dann noch die AR 11973 als keine A-Gruppe. Dicht am Rand sollten noch die AR 11971 und die 11978 stehen, ich konnte sie aber beim nun langsam schlechter werdenden Seeing nicht finden; der Rand wallte zu heftig.

Danach probierte ich noch eine H-Alpha-Beobachtung aus, aber die Details waren nur noch verschwommen zu erkennen, da nun der aus Südwesten heranrückende Syph die Beobachtung erheblich störte. Ich fand zwar noch 12 Protuberanzen, 8 Filamente und 3 Flaregebiete und sah auch noch die aneinander gereihten Protuben im Südosten, dann verschwanden aber alle Strukturen auf der Oberfläche und der Hintergrund hellte sich auf, bis Wolken und Syph die Beobachtung beendeten, bevor die Sonne die Hausmauer erreicht hatte.

Endlich hatte ich mal wieder Glück, aber auch nur gerade eben, wäre ich nur 10 Minuten später zu Hause gewesen, hätte ich wieder nichts gesehen.

Montag, 10. Februar 2014

Die Sonne im Januar 2014

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!



Das neue Jahr begann mit einem regelrechten Paukenschlag: ein großer Fleckenkomplaex befand sich im Westen und wurde bei der Kanzelhöhe in eine, bei der NOAA in zwei E-Gruppen aufgeteilt und genau im Osten stand ein großer H-Fleck der AR 11944, die tags darauf als D, und am 3. als langgestreckte F-Gruppe mit vielen Penumbren erschien. Sie wurde zu der bestimmenden Fleckengruppe der kommenden Tage und konnte ab den 4./5. Januar problemlos auch mit dem freien Auge gesehen werden.  Am 3. umfasste sie 1060 Millionstel Hemisphären (MH), am 4. 1280 MH und am 5. bereits 1470 MH. Binnen weniger Tage, wer bei besserem Wetter als im Norden beobachten konnte, auch innerhalb von Stunden, waren Veränderungen in den Penumbren zu erkennen. Die größte Ausdehnung erreichte sie am 9. mit 1560 MH. Sie rotierte am 15./16. um den Sonnenrand und gehörte bis dahin zu einer der aktivsten Gruppen der letzten Zeit. Begleitet wurde sie von einer Vielzahl kleinerer Gruppen, deren Zahl  aber bereits nach dem 7. Januar stark zurückging. Am 9. wurden nur noch vier Aktivitätszenten gesehen. Danach kamen wieder ein paar Gruppen der Klassen A C, D, H und J hinzu, sodass die Sonne zwar relativ „voll“ aussah, aber die Gesamtaktivität etwas abflaute, die hohen Relativzahlen jener Tage also nur durch hohe Gruppenzahlen erzielt wurden. An diesem Bild – man sah schön, wie sich die Fleckengruppen beiderseits des Sonnenäquators orientierten, änderte sich bis Monatsende nicht mehr viel Die AR 11959, erstmals am 19. Januar zu beobachten, gehörte ab dem 21. zur Klasse E, aber nach dem 23. zerfiel sie innerhalb weniger Tage, war aber noch bis zum 28. als D-Gruppe zu sehen. Am 28. ging dann die Zahl der Fleckengruppen insgesamt wider leicht zurück, dafür erschien am Ostrand die AR 11967 im Süden und die AR 11968 im Norden. Beide sollten für die nächsten Tage das Geschehen auf der Sonne bestimmen. Die AR 11967 war die alte AR 11944 bei ihrer zweiten Rotation, die nun von der AR 11968, einer weiteren E-Gruppe, begleitet wurde. Neben diesen beiden Gruppen war anscheinend wenig Platz für weitere, denn diese verschwanden fast völlig, sodass vom 29. Bis 31. nur 4, bzw. 5 Gruppen auf der Sonne zu finden waren. Überdies entwickelte sich die AR 11967 zur höchsten Waldmeierklasse F, bzw. sie war erst, nachdem sie vollständig um den Rand herumgekommen war, als solche zu erkennen. Der Januar war insofern bemerkenswert, dass er mit der AR 11944 / 11967 eine große Fleckengruppe brachte, die zumindest zwei Rotationen überlebte, insgesamt aber nur 1 E und zwei F erzeugte. Der Monatsreport des Sonnenobservatoriums Kanzelhöhe ist darüber hinaus sehr aufschlussreich.
 

Gleich am 1. Januar machte sich die noch hinter dem Sonnenrand stehende AR 11944 durch die größte Protuberanz der letzten Zeit bemerkbar, die wie ein umgestülpter Trichter aufragte. Und sie machte sich auch in anderer Hinsicht bemerkbar: und produzierte am 2. um 2:33 UT einen ersten M1.7-Flare, dem um 22:18 UT ein weiterer folgte. Aus dem Bereich zwischen der AR 11944 und der davor liegenden AR 11943, stieg am 4. um 19:46 UT ein M4.0-Flare auf, der mit einem 28minütigen Radioausbruch auf der 10,7 cm Wellenlänge (Tenflare, Typ IV) und einem koronalen Massenauswurde assoziiert war. Obwohl gut erdwärts ausgerichtet, folgte dem kein nennenswertes Polarlicht, das geomagnetische Feld wurde am 7. um 15:25 UT von dem Teilchenschauer lediglich gestreift. Weitere Ereignisse fanden am gleichen Tag um 11:12 MEZ (M7.2 inkl. Radioausbruch von 5min) und um 19:32 MEZ (X1.2-Flare samt CME) statt. Der X-Flare ging ebenfalls aus dem Bereich zwischen der AR 11943 und der AR 11944 hervor, mit einer erdwärts gerichteten Komponente und einer Teilchengeschwindigkeit von rund 1500km/s. Am 8. gab u m 3:47 UT es einen M3.6, danach wurde es insgesamt wieder ruhiger auf der Sonne, nur Flares der Klassen b und c wurden registriert. Die AR 11944 brachte am 13. um 21:51 UT noch einen M1.3 hervor. Bis zum Wiedererscheinen der AR 1944 als AR 11967 blieb die Sonne sehr ruhig. Am 27. um 22:10 UT stieg hier ein M4.9 und am 28. um 7:31 UT ein M3.6 auf, dem um 19:40 UT ein M4.9 folgte. Zum Monatsschluss legte die AR 11967 dann noch mal ordentlich zu: am 30. gab es um 16:11 UT einen kräftigen M6.6-Flare. Aktivität, die sich bis in den Februar hinein fortsetzte.

Sonntag, 9. Februar 2014

Sonne am 9.2.2014

Am heutigen Vormittag war nicht wirklich mit einer Sonnenbeobachtung zu rechnen. Der Himmel war überzogen mit mittelhohen Wolken, Cirren und nur wenigen Zonen, durch die es ein wenig blau hindurch schimmerte. Und natürlich war der Himmel völlig bedeckt, bis die Sonne hinter meinem Haus stand. Da riss die Bewölkung richtig auf, etwa eine halbe Stunde, bevor die Sonne über den Bäumen stehen würde, schlug der Schmodder wieder zu und es sah so aus, als ob damit alle Chancen vorbei waren.

Auf dem Sofa liegend schlief ich kurz vor dem Fernseher ein, bis ich plötzlich aufwachte und die Wolken weitgehend verschwunden waren. Ich schreckte regelrecht hoch, griff den bereit stehenden Refraktor und konnte von der Fensterbank in der Küche aus mit der Beobachtung beginnen. Wie immer in den letzten Monaten, hatte ich die beiden großen Gruppen AR 11967 und 11968 weitgehend verpasst, sodass ich heute nur die „Reste“ dieser Gruppen am Westrand sehen konnte. Inmitten von Fackelfeldern stehen, klassifizierte ich sie als eine D- und eine H-Gruppe. Auf der Nordhalbkugel entdeckte ich dann noch die AR 11973 als lange C-Gruppe. Mehr Aktivität dafür im Süden: die AR 11976 stand am Ostrand und gehörte der Klasse D an – zumindest solange, bis sie vollständig herumrotiert ist. Weiter im Westen stand die AR 11974 als weitere C und schräg versetzt dazu eine B ohne NOAA-Nummer. Dann kam eine Gruppe, von der ich lediglich einen Punkt sah und sie daher als A einstufte, eine NOAA-Nummer erhielt sie bis dato noch nicht. Die nächste „offizielle“ war die AR 11971 als J und die AR 11975 als D. So kam ich auf insgesamt 9 Gruppen.

Das relativ gute Seeing veranlasste mich, angesichts einer heranrückenden, kompakten Wolkenfront, noch kurz das PST einzusetzen. Schon der erste Blick zeigte sich, dass die Entscheidung richtig war. Trotz zunehmenden Windes, der am Teleskop zerrte und riss, traf ich auf gute Sichtbedingungen. Mit dem Zählen musste ich mich schon sehr beeilen, wieder einmal. Ich kam am Ende auf 14 kleine Protuberanzen, 15 Filamente und 5 helle Flaregebiete. Zwar sah ich noch, dass zwei oder drei Filamente etwas größer aussahen, aber dann waren auch schon die Wolken heran und beendeten die Beobachtung. Leider zu früh für echte Detailbeobachtungen.

Sonntag, 2. Februar 2014

Sonne am 2.2.2014

Der heutige Morgen begann mit einem strahlend blauen Himmel im Nordwesten und einem dichten Wolkenschleim im Südosten, wo die Sonne nur als Matschfleck zu sehen war. Das besserte sich erst, als unser Tagesgestirn hinter Bäumen stand und nur wenig von den beiden, derzeit sichtbaren großen Fleckengruppen zeigte. Als sie dann hinter der Hausmauer stand und nicht mehr erreichbar war, klarte es endgültig auf. Nun hieß es wieder warten. Bei der Nachbeobachtung kurz nach 11:30 Uhr zeigte sich dann, dass ich vormittags schon alle Gruppen gesehen hatte.

Im Norden stand die AR 11968, nunmehr als E-Gruppe, da sie sich deutlich verlängert hatte. Die AR 11967, die alte 11944, fand ich im Süden. Kleiner als beim ersten Durchgang, konnte ich die Gruppe nun auch mit der Sofibrille mit bloßem Auge sehen. Sie wies zwei dicke Hofgebiete im Osten auf, die aber längst nicht so groß waren, wie zwei Wochen zuvor. Hinter der AR 11967 hatte sich inzwischen eine neue B-Gruppe gebildet, noch ohne NOAA-Nummer (es wird wohl die 11970 sein). Mehr Gruppen waren an diesem Tag nicht zu sehen.

Die Bedingungen im H-alpha waren eher durchschnittlich, da die Sonne im Laufe der Beobachtung wieder leicht im Syph versank. Dennoch gab es eine Menge Details zu sehen. Ich zählte 15 Protuberanzen, darunter einige bogen- trichter- oder spitzkegelig geformt, die schon recht ansehnlich waren. Auf der Oberfläche sah ich nur zwei helle Gebiete rund um die AR 11967 und 11968, aber 16 Filamente, wovon nur eine größer war.

Die heutige Beobachtung war alles in allem mittelmäßig, die Sonnenaktivität scheint auch weiter eher in der Zeit nach dem Nebenminimum zu verharren. Darauf deutet vor allem die Tatsache hin, dass es entweder viele kleine oder ganz wenige große Gruppen gibt, wie just zu beobachten.