Montag, 10. Februar 2014

Die Sonne im Januar 2014

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!



Das neue Jahr begann mit einem regelrechten Paukenschlag: ein großer Fleckenkomplaex befand sich im Westen und wurde bei der Kanzelhöhe in eine, bei der NOAA in zwei E-Gruppen aufgeteilt und genau im Osten stand ein großer H-Fleck der AR 11944, die tags darauf als D, und am 3. als langgestreckte F-Gruppe mit vielen Penumbren erschien. Sie wurde zu der bestimmenden Fleckengruppe der kommenden Tage und konnte ab den 4./5. Januar problemlos auch mit dem freien Auge gesehen werden.  Am 3. umfasste sie 1060 Millionstel Hemisphären (MH), am 4. 1280 MH und am 5. bereits 1470 MH. Binnen weniger Tage, wer bei besserem Wetter als im Norden beobachten konnte, auch innerhalb von Stunden, waren Veränderungen in den Penumbren zu erkennen. Die größte Ausdehnung erreichte sie am 9. mit 1560 MH. Sie rotierte am 15./16. um den Sonnenrand und gehörte bis dahin zu einer der aktivsten Gruppen der letzten Zeit. Begleitet wurde sie von einer Vielzahl kleinerer Gruppen, deren Zahl  aber bereits nach dem 7. Januar stark zurückging. Am 9. wurden nur noch vier Aktivitätszenten gesehen. Danach kamen wieder ein paar Gruppen der Klassen A C, D, H und J hinzu, sodass die Sonne zwar relativ „voll“ aussah, aber die Gesamtaktivität etwas abflaute, die hohen Relativzahlen jener Tage also nur durch hohe Gruppenzahlen erzielt wurden. An diesem Bild – man sah schön, wie sich die Fleckengruppen beiderseits des Sonnenäquators orientierten, änderte sich bis Monatsende nicht mehr viel Die AR 11959, erstmals am 19. Januar zu beobachten, gehörte ab dem 21. zur Klasse E, aber nach dem 23. zerfiel sie innerhalb weniger Tage, war aber noch bis zum 28. als D-Gruppe zu sehen. Am 28. ging dann die Zahl der Fleckengruppen insgesamt wider leicht zurück, dafür erschien am Ostrand die AR 11967 im Süden und die AR 11968 im Norden. Beide sollten für die nächsten Tage das Geschehen auf der Sonne bestimmen. Die AR 11967 war die alte AR 11944 bei ihrer zweiten Rotation, die nun von der AR 11968, einer weiteren E-Gruppe, begleitet wurde. Neben diesen beiden Gruppen war anscheinend wenig Platz für weitere, denn diese verschwanden fast völlig, sodass vom 29. Bis 31. nur 4, bzw. 5 Gruppen auf der Sonne zu finden waren. Überdies entwickelte sich die AR 11967 zur höchsten Waldmeierklasse F, bzw. sie war erst, nachdem sie vollständig um den Rand herumgekommen war, als solche zu erkennen. Der Januar war insofern bemerkenswert, dass er mit der AR 11944 / 11967 eine große Fleckengruppe brachte, die zumindest zwei Rotationen überlebte, insgesamt aber nur 1 E und zwei F erzeugte. Der Monatsreport des Sonnenobservatoriums Kanzelhöhe ist darüber hinaus sehr aufschlussreich.
 

Gleich am 1. Januar machte sich die noch hinter dem Sonnenrand stehende AR 11944 durch die größte Protuberanz der letzten Zeit bemerkbar, die wie ein umgestülpter Trichter aufragte. Und sie machte sich auch in anderer Hinsicht bemerkbar: und produzierte am 2. um 2:33 UT einen ersten M1.7-Flare, dem um 22:18 UT ein weiterer folgte. Aus dem Bereich zwischen der AR 11944 und der davor liegenden AR 11943, stieg am 4. um 19:46 UT ein M4.0-Flare auf, der mit einem 28minütigen Radioausbruch auf der 10,7 cm Wellenlänge (Tenflare, Typ IV) und einem koronalen Massenauswurde assoziiert war. Obwohl gut erdwärts ausgerichtet, folgte dem kein nennenswertes Polarlicht, das geomagnetische Feld wurde am 7. um 15:25 UT von dem Teilchenschauer lediglich gestreift. Weitere Ereignisse fanden am gleichen Tag um 11:12 MEZ (M7.2 inkl. Radioausbruch von 5min) und um 19:32 MEZ (X1.2-Flare samt CME) statt. Der X-Flare ging ebenfalls aus dem Bereich zwischen der AR 11943 und der AR 11944 hervor, mit einer erdwärts gerichteten Komponente und einer Teilchengeschwindigkeit von rund 1500km/s. Am 8. gab u m 3:47 UT es einen M3.6, danach wurde es insgesamt wieder ruhiger auf der Sonne, nur Flares der Klassen b und c wurden registriert. Die AR 11944 brachte am 13. um 21:51 UT noch einen M1.3 hervor. Bis zum Wiedererscheinen der AR 1944 als AR 11967 blieb die Sonne sehr ruhig. Am 27. um 22:10 UT stieg hier ein M4.9 und am 28. um 7:31 UT ein M3.6 auf, dem um 19:40 UT ein M4.9 folgte. Zum Monatsschluss legte die AR 11967 dann noch mal ordentlich zu: am 30. gab es um 16:11 UT einen kräftigen M6.6-Flare. Aktivität, die sich bis in den Februar hinein fortsetzte.

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