Samstag, 15. Februar 2014

Sonne am 14.02.2014


Die letzten Tage war es durchaus sonnig, da ich aber zu spät Feierabend hatte, konnte ich keinen einzigen für eine Sonnenbeobachtung nutzen. Dabei verpasste ich mal wieder alle interessanten Entwicklungen der vergangenen Woche. Und auch heute sah es zunächst nicht nach einem Erfolg aus. Gegen Mittag setzte sich mehr und mehr der blaue Himmel durch und so machte ich etwas früher Feierabend, als gewöhnlich, da ich wusste, dass gegen 15:20 Uhr die Sonne hinter dem zweiten Hochhaus verschwinden würde.

Natürlich musste ich auf dem Weg dorthin allerlei Hemmnisse überwinden, ein U-Nahn, die nicht pünktlich war, ein Wochenmarkt, der voller als sonst um diese Uhrzeit war und ein Supermarkt, wo auch mehr Leute an der Kasse anstanden, als gewöhnlich, inkl. Der Leute, die ihr Geld nicht finden konnten, einem Storno und jemand, der erst in aller Seelenruhe seine Sachen verpackte, bevor er ans Bezahlen dachte.

Also hetzte ich nach Hause – mittlerweile war es 14:45 Uhr, nur, um an der sogenannten Schlauampel mit überlanger Phase warten musste, bis sich ein LKW so blöd hinstellte, dass weder Fußgänger noch Radfahrer und der Querverkehr die Kreuzung passieren konnte. Mittlerweile war es 14:50 Uhr, zu Hause kam ich dann um 14:59 Uhr an, schnell das Teleskop aufgebaut, es war jetzt 15:07 Uhr, und ich konnte endlich mit der Beobachtung beginnen.

Die Sicht war ein wenig eingetrübt durch zunehmenden Syph und so erfasste ich erst einmal vier große Fleckengruppen auf der Südhalbkugel nahe des Sonnenäquators – typisch für die Nachmaximumsphase.

Die AR 11974 war am auffälligsten und wurde von mir als F-Gruppe klassifiziert. Beim Zählen kam ich auf 45 Einzelflecken inmitten dicker Penumbren. Dahinter standen nach offiziellen Angaben die AR 11976 und 11980. Ich hielt sie, weil sich zwischen den Kernen weitere, kleine, Flecken befanden, indes für eine weitere F-Gruppe und habe sie auch so gewertet, mit 21 Flecken. Die AR 11977 dahinter war schwer zu klassifizieren und lag irgendwo zwischen D und E. Schlussendlich entschloss ich mich, sie für eine D zu halten, da sie im Vergleich zu den beiden F dann doch relativ kurz erschien. Mehr beim zweiten Hinguken entdeckte ich dann noch die AR 11973 als keine A-Gruppe. Dicht am Rand sollten noch die AR 11971 und die 11978 stehen, ich konnte sie aber beim nun langsam schlechter werdenden Seeing nicht finden; der Rand wallte zu heftig.

Danach probierte ich noch eine H-Alpha-Beobachtung aus, aber die Details waren nur noch verschwommen zu erkennen, da nun der aus Südwesten heranrückende Syph die Beobachtung erheblich störte. Ich fand zwar noch 12 Protuberanzen, 8 Filamente und 3 Flaregebiete und sah auch noch die aneinander gereihten Protuben im Südosten, dann verschwanden aber alle Strukturen auf der Oberfläche und der Hintergrund hellte sich auf, bis Wolken und Syph die Beobachtung beendeten, bevor die Sonne die Hausmauer erreicht hatte.

Endlich hatte ich mal wieder Glück, aber auch nur gerade eben, wäre ich nur 10 Minuten später zu Hause gewesen, hätte ich wieder nichts gesehen.

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