Sonntag, 16. Februar 2014

Sonne am 16.02.2014



Am dritten Tag in Folge konnte ich auch heute wieder die Sonne beobachten, allerdings unter anstrengenden und Nerven aufreibenden Rahmenbedingungen. Es begann damit, dass mich ein Freund anrief und nachfragte, ob ich schon beobachtet hätte. Das war mir bis dato misslungen, weil der Himmel erst aufklarte, als die Sonne unerreichbar hinter meinem Haus stand und ich nichts machen konnte. Als die Sonne dann soweit herumgekommen war, dass ich hätte mein Fernrohr einsetzen können, schüttete es gerade wie aus Eimern und ich sah keine Chance mehr. Doch der stürmisch böige Wind beförderte Wolken schnell heran und schon riss der Himmel wieder auf. Erst an Stellen, wo sich die Sonne grad nicht befand, dann traten aber größere Wolkenlücken auf und ich konnte mit einer Weißlichtbeobachtung beginnen. Natürlich, wie sollte es anders sein, bekam ich nur den kleinsten Teil der Wolkenlücke mit.

Zum Glück reichte es aus, die drei großen Regionen 11974 (klasse F mit 30 Flecken), 11976 (Klasse F mit 9 Flecken) und 11977 (Klasse E mit 25 Flecken zu sehen). Die 11974, gestern noch mit mehr als 50 Flecken bevölkert, war heute deutlich zusammengeschrumpft, was nicht nur an der perspektivischen Verkürzung am Sonnenrand lag, dem sie sich nun langsam annäherte. Genau am Westrand entdeckte ich kurz vor Schluss dann in einem klitzekleinen Moment ruhiger Luft noch die AR 11973 als A-Gruppe mit einem Fleck. Dann kamen wieder dichtere Wolken heran und beendeten die Beobachtung,

Es sah erst aus, als ob ich keine H-alpha-Beobachtung mehr hinbekommen würde. Die folgenden Wolkenlücken waren dann oft so klein, dass ich gerade mal das Teleskop ausrichten konnte, oder grad auf dem Stillen Örtchen saß, als draußen die Sonne schien. Schnell das Geschäft beenden und zum Teleskop rennen und schon war die Sonne wieder weg. Augenblicke später wieder das Gleiche: Fenster auf, Teleskop ausrichten, Sonne weg. Teleskop stehen lassen, aber keine Lücke kam. Teleskop weggepackt und just in dem Moment kam die Sonne wieder raus. Alles wieder von vorne und wieder nichts. Jetzt Teleskop stehen gelassen, aber Windböen drohten, es umzuwerfen. Also wieder Fenster zu. So ging das ständig hin und her, bis dann doch noch vor dem nächsten Regenschauer eine etwas größere Wolkenlücke kam, von der ich auch wieder nur den extremen Rand nutzen konnte. Es musste wieder schnell gehen, 10 Protuben, 10 Filamente und drei helle Gebiete zählen – erste Wolken ziehen wieder durch das Gesichtsfeld des Okulars – noch mal ein Rundblick und das war es. Kaum das Fernrohr von der Fensterbank genommen, fing auch der Regen wieder an. Insgesamt eine extrem nervige Situation, aber es hat geklappt.

Was mir noch gerade beim letzten Blick auffiel und durch Kontrolle auf Websites bestätigt wurde, war, dass es auf der Nordhalbkugel analog zum Weißlicht nicht nur keine Flecken, sondern auch nur zwei mickrige Protuben und kein einziges Filament und keine Flaregebiete gab.

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