Montag, 31. März 2014

Sonne am 31.03.2014


Angesichts der Wetterlage – der NDR hatte einen durchweg sonnigen Tag versprochen, bekommen haben wir einen fast durchgängig nebligen Tag – rechnete ich heute nicht mehr mit einer Beobachtung. Erst ab etwa 16 Uhr wich der Syph ein wenig zurück und ich konnte dank der Sommerzeit nach einem Kurzaufenthalt bei meinem Eismann und einem Einfall in den nächsten Supermarkt doch noch die Sonne beobachten. Allerdings musste ich mich schon ein wenig beeilen, denn in Richtung Westen baute sich eine neue Hochnebelfront auf.

Die Aktivität im Weißlicht wirkte schon arg dezimiert, auch wenn ich am Ende auf insgesamt sieben Gruppen kam. Diese allerdings gehörten allesamt den unteren Waldmeierklassen an. Auf der Nordhalbkugel war eine H1 – bislang noch ohne NOAA-Nummer - neu am Ostrand aufgetaucht, die AR 12022 war eine J1, die AR 12017 am Westrand eine B3. Die AR 12014 war zur Zeit der Beobachtung bereits am Westrand wegrotiert. Im Süden war die AR 12026 als C5 erschienen. Zur Mitte der Sonnenscheibe hin stand die AR 12021 als D14, dahinter die AR 12020 als A1 und die AR 12025 als B5. Das langsam immer dunkler werdende Bild machte zunehmend Probleme bei der Erkennung der Fleckengruppen, sodass ich schnell auf mein PST wechselte, um auch noch die H-alpha-Relativzahl des Tages zu bekommen.

Die H-alpha-Beobachtung litt dann aber schon sehr unter dem neuerlich aufkommenden Syph, der sich durch ein sehr dunkles Bild im Okular nicht verleugnen ließ. Schnell fand ich am Sonnenrand 6 kleine Protuberanzen, 6 helle Flaregebiete – das bei der AR 12021 wies einen besonders hellen Bereich auf, aus dem in den kommenden Stunden ein Flare aufsteigen könnte. Dies gilt ebenso für die die Region rund um die neue AR 12026, auch hier könnte es bald zu einem Ausbruch kommen, den man aufgrund der Wetterlage hier aber nicht wird sehen können, denn inzwischen ist fast der gesamte Westhorizont wieder „dicht“.  

Sonntag, 30. März 2014

Sonne am 30.03.2014


Der erste Tag in der Mitteleuropäischen Sommerzeit des Jahres 2014 begann neblig. Dieser schien aber zunächst früher als gestern zu weichen, dann aber zog es bei Sonnenaufgang richtig zu und etwa anderthalb Stunden später lichtete er sich wieder. Die Sonne stand hinter einem Baum im Hinterhof, aber ich konnte durch einige freie Passagen zwischen den Ästen hindurch peilen.

Das Seeing war heute deutlich besser als gestern und lag bei Werten für Ruhe und Schärfe bei 2 – gestern Nachmittag bei 4 bzw. 5 – und ermöglichte heute die Beobachtung auch feinster Details insbesondere in den Fackelfeldern am Sonnenrand.

Nach Sonnenuntergang in Deutschland war gestern Abend um 17:52 UT aus der AR 12017 ein X1-Flare aufgestiegen, was im Grunde gar nicht zu der Aktivität im Weißlicht passte. Hier war die Aktivität binnen eines Tages weiter leicht zurück gegangen. Auf der Nordhalbkugel war die AR 12022 als J1 zu sehen, die erwähnte AR 12017 als D8 und die AR 112018 als A1. Die AR 12024 war in meinem kleinen Fernrohr trotz gutem Seeing nicht zu sehen. Im Süden stand die AR 12021 als D6. Dann folgte eine B3 ohne Nummer und nahe des Westrandes die AR 12014 als C4, sodass ich auf insgesamt 6 Fleckengruppen kam, kein Vergleich zur Aktivität vor zwei Wochen, wo mehr als 10 Gruppen gleichzeitig zu sehen waren.

Trotz der Bäume vor meinem Fenster wagte ich eine H-alpha-Beobachtung und die gelang tatsächlich. Überraschenderweise gab es nur 4 Winzprotuben, dafür auf der Oberfläche aber 6 Flaregebiete und 18 Filamente. Diese waren ziemlich regellos über die ganze Sonnenoberfläche verteilt, darunter viele mit größeren Dimensionen und scheinbar allen möglichen Formen von den kleinsten, ähnlich einem Matschfleck bis hin zu langen, gebogenen Strukturen. Das Übergewicht der Südhalbkugel war – wie schon in den letzten Tagen – im H-alpha nicht mehr festzustellen.

PS: Bei einer ersten Nachbeobachtung - als das Seeing schon wieder deutlich schlechter geworden war - entdeckte ich noch nahe des Westrandes noch eine kleine A1 ohne NOAA-Nummer.

Samstag, 29. März 2014

Sonne am 29.03.2014


Der Tag begann sehr neblig und ich rechnete daher am Vormittag nicht mehr ernsthaft mit einer Beobachtung, doch kurz, bevor ich meine samstägliche Einkaufstour starten wollte, kam die Sonne das erste Mal richtig durch die Nebelschicht hindurch. Ich baute schnell das Teleskop auf und versuchte mich an einer Relativzahlbestimmung. Doch schon der erste Blick verriet: Das Seeing war extrem gruselig: ein Sonnenrand, der ständig in heftiger Bewegung war und eine Oberfläche, wo die Gruppen scheinbar hin- und her zu springen schienen. So erkannte ich zwar die größten Gruppen und eine kleine am Sonnenrand, mehr aber auch nicht.

Gegen Mittag unternahm ich eine Kontrollbeobachtung mit leider dem gleichen Resultat. Das Seeing war immer noch katastrophal schlecht. So fand ich im Norden nur die AR 12022 als J1, die AR 12017 als D8 und in der Nähe – jeweils nur für ganz kurze Momente – die AR 12018 als A1. Im Süden standen die AR 12021 als D8, die AR 12014 als C 5 und am Rand in einem Fackelgebiet die AR 12010 als B2. Aufgrund der sich auch nach längerer Beobachtungszeit nicht verbessernden Bedingungen blieben mir zwei kleine A1-Gruppen leider verborgen.

Das Seeing schlug auch auf die H-alpha-Beobachtung durch: das chromosphärische Netzwerk war überhaupt nicht zu sehen, dafür aber am blubbernden Sonnenrand 11 Protuberanzen und auf der Oberfläche, über die regelrechte Seeingwellen liefen, 20 zumeist sehr kleine Filamente. Diese waren aber auch hier nur für ganz kurze Augenblicke wirklich zu sehen. Ab und zu konnte ich dann auch noch einen Blick auf die 7 Flaregebiete werfen, die heute sichtbar waren. Zumindest theoretisch. Bilder aus dem GONG-H-alpha-Network zeigen indes, dass auch heute die Aktivität ziemlich gleichmäßig über die gesamte - von der Erde aus sichtbare - Sonnenoberfläche verteilt war.

Donnerstag, 27. März 2014

Sonne am 27.3.2014


Die Sonnenaktivität ist anscheinend doch gerade ein wenig am Abflauen. Bei der heutigen Beobachtung, die unter einem nur leicht bewölkten Himmel bei allerdings mäßigem Seeing stattfand, fiel vor allem die Rückwärtsentwicklung bei fast allen Gruppen auf.

Alle wesentlichen Gruppen sind weiter nach Westen gewandert, doch um den Ostrand ist bislang nicht Neues mehr nachgekommen. Da wäre zum einen auf der Südhalbkugel die AR 12010, die auf die Stufe C zurückgefallen war und nur noch eine Penumbra besaß, fast so, wie die ehemalige E-Gruppe, die heute nur noch zur Klasse C zu rechnen war, da sie im nachfolgenden Teil sämtliche Penumbren verloren hatte. Ganz weit im Osten stand noch eine B-Gruppe, die wie gestern schon keine NOAA-Nummer bekam, obwohl sie visuell als auf auf Satellitenfotos eindeutig auszumachen war. Die AR 12018 war dann im Norden ebenso eine D wie die AR 12017. Damit ging die Zahl der Fleckengruppen von gestern auf heute um 2 auf nur noch 5 zurück. Sehr plastisch kamen auch die Fackelfelder am Sonnenrand zum Vorschein, auch wenn das Seeing heute schlechter war als gestern.

Das wirkte sich aber dieses Mal nicht auf die H-alpha-Beobachtung aus, denn dort fand ich ein Bild vor, dessen Deutlichkeit ich so lange nicht mehr erlebt habe. Am Sonnenrand zeigten sich 14 Protuberanzen, wobei die Gebiete im Nordosten und Südwesten nach wie vor aktiv waren. Auf der Oberfläche zählte ich sage und schreibe 22 (!) Filamente inkl. einiger wirbelartiger oder sich an der Schnittstelle zwischen Oberfläche und Sonnenrand befindlicher Materiebögen. Dazu kamen dann noch 7 helle Flaregebiete.

War in den letzten Tagen die Aktivität eher auf die Südhalbkugel konzentriert, verteilte sich das heute etwas regelmäßiger über die ganze Oberfläche. Darin allerdings eine Trendwende herauszulesen, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig verfrüht. Man wird die Entwicklung der kommenden Tage und Wochen abwarten müssen und auch, was ein veränderter Trend bewirken wird, wenn er nicht bloß ein zwischenzeitlicher „Rausreißer“ ist.

Mittwoch, 26. März 2014

Sonne am 26.03.2014


Aufgrund der heute für Norddeutschland untypischen Windrichtung aus Südwest kam ich trotz des aktuellen Tiefdruckgebiets doch noch in den Genuss einer Sonnenbeobachtung. Und ab heute stört auch das große Hochhaus vor mir nicht mehr, weil die Sonne nun über die seitliche Kante scheint, wenn ich nachmittags nach Feierabend nach Hause kommt.

Eine relativ große Wolkenlücke erlaubte mir eine etwas intensivere Beobachtung. Dabei ist die Sonnenaktivität gerade mal wieder ein wenig am Abflauen. Auf der Nordhalbkugel konnte ich die AR 12013 nicht mehr finden, besser sah es da mit der AR 12017, die ich als D10 klassifizierte. Unterhalb davon stand die AR 12018 als langgestreckte C14. In Richtung auf den Ostrand fand ich eine A1 ohne NOAA-Nummer. Im Süden befand sich am Westrand eine J1 als Rest der AR 12015. Gleich dahinter kam die AR 12010 als D18 und leicht östlich des Sonnenmeridians fand ich die AR 12014 als E27 und weiter Richtung Osten dann noch eine A2, ebenfalls noch ohne Nummer. Die Fackelfelder am Sonnenrand kamen besonders im Süden gut heraus und so startete ich gleich darauf auch eine H-alpha-Beobachtung.

Die Beobachtungsbedingungen waren für H-alpha sehr gut und so konnte ich viele Einzelheiten sowie das chromosphärische Netzwerk wahrnehmen. Die 10 Protuberanzen am Sonnenrand waren bis auf ein größeres Feld im Südwesten und eine wie eine Säule aufrecht stehende Protuberanz im Nordosten eher ziemlich unspektakulär. Ganz schwach erschien dann noch eine Bogenprotuberanz fast genau im Süden. Von den 15 Filamenten auf der Oberfläche, von denen fast alle auf der Südhalbkugel standen, war nur eine etwas größer, während andere dafür bisweilen sehr plastisch und dreidimensional wirkende Strukturen aufwiesen.

Alles in allem war es heute, was die Sonnenaktivität angeht, ein durchschnittlicher Tag ohne spektakuläre Ereignisse oder Erscheinungen. 

Dienstag, 25. März 2014

Sonne am 25.03.2014


Der nun endlich wieder höhere Sonnenstand erlaubte mir auch heute wieder eine Beobachtung nach Feierabend, wobei sich die nachmittäglichen Wolken, die mich schon in den letzten Tagen geärgert hatten, dieses Mal etwas früher verzogen. Allerdings war die Wolkenlücke nicht frei von leichtem Schleim, der sich im Okular durch eine Kontrastminderung und einen aufgehellten statt tiefschwarzen Himmelshintergrund verriet.

Die Aktivität im Weißlicht wirkte heute übersichtlicher als gestern. Die AR 12005 im Norden war nun vollständig um dem Westrand herumrotiert und nicht mehr zu sehen. Die AR 12013 war wegen des schleimigen Himmels nicht zu sehen, dafür aber die AR 12017 als D16 zu erkennen. Im Süden stand die AR 12014 als E24. Sie hatte sich gegenüber gestern kaum verändert, was – mit Einschränkungen – auch für die AR 12010 galt, die ich als D 21 klassifizierte. Richtung Westrand fand ich die AR 12015 als J2. Erst mit dem letzten Kontrollblick fand ich auch die AR 12018 auf der Osthälfte wieder, die ich in zwei Gruppen, eine B6 und eine A1, aufteilte.

Der Versuch, an diesem Tag im H-alpha zu beobachten, gelang überraschenderweise. Allerdings war die Aktivität in diesem Wellenlängenbereich auch nicht gerade berauschend. Ich zählte 10 kleine Protuberanzen und 4 Flaregebiete sowie 15 Filamente. Nur zwei davon waren etwas größer, bei einer konnte man wieder den Übergang vom Filament zur Protuberanz beobachten (Westrand) und bei einem weiteren ein helles Flaregebiet, direkt am Ostrand. Doch schon drohte wieder eine Wolke und beendete die Beobachtung vorzeitig. Die Sonne kam erst wieder raus, als sie hinter Bäumen stand. Ich frage mich, warum DAS immer nur mir passiert. 

Montag, 24. März 2014

Sonne am 24.03.2014


Das Wetter wurde wieder einmal anders, als angekündigt und zunächst sah es nicht mehr nach einer erfolgreichen Beobachtung aus: die Sonne stand knapp hinter einer dicken Wolkenschicht und ich sah einen kleinen „Strahlenkranz“ über die Wolkengrenze kommen. Mehr aber auch nicht. Der Rest des Himmels war zu dem Zeitpunkt übrigens vollkommen wolkenlos. Später kam die Sonne dann doch noch raus, aber erst, als sie kurz davor stand, hinter einem Baum zu verschwinden.

Das Seeing war durchschnittlich, aber für das Weißlicht brauchbar. Auf der Nordhalbkugel fand ich noch einen Rest der AR der AR 12005 in Form einer J1-Gruppe. Die AR 12013 war eine weitere J1 und in Richtung Osten sah ich die AR 12017 als D9. In der Nähe fand ich eine B8, die noch ohne NOAA-Nummer war. Im Süden hatte sich die AR 12014 zu einer E25-Gruppe gewandelt, die nicht nur länger geworden war und ein paar Penumbren mehr als gestern vorzuweisen hatte. Die AR 10210 war eine D19. Dann kam noch das Gebiet und die AR 12015, die ich in zwei Gruppen, eine J2 und eine A1 aufgliederte. Inzwischen störten schon die ersten Äste des Baumes und die Beobachtungsbedingungen wurden stetig besser.

Dank der überreichlichen Botanik in meiner Gegend musste ich auf eine H-alpha-Beobachtung verzichten, die angesichts des Seeings bestimmt interessant geworden wäre.

Sonntag, 23. März 2014

Sonne am 23.03.2014


Dass ich heute in den Genuss einer Sonnenbeobachtung kommen würde, war nicht so selbstverständlich, wie es den Anschein hat. Nachdem gestern die Beobachtung unter dem verschleiert-verschmierten Himmel zu leiden hatte und für heute ein ausgedehntes Regengebiet angekündigt war – allerdings hieß es schon gestern im ZDF, dass man mit Sonne im Norden rechnen könnte.

So erwachte ich unter einem ziemlich blauen Himmel und beim Gang durch die Wohnung stellte ich fest, dass die Sonne ins Wohnzimmer hereinschien. Leider stand sie zu dem Zeitpunkt hinter dem Geäst gleich mehrerer Bäume. Etwa eine Stunde später, so gegen 8:30 Uhr MEZ fand ich Lücken in den Bäumen, durch die ich hindurch blicken konnte.

Das Seeing war überraschend gut und die vielen kleinen Gruppen, die ich gestern wegen der miesen Bedingungen nicht gefunden hatte, waren sofort zu sehen.

Die AR 12005 war auch heute eine H1-Gruppe im Norden, gefolgt von der AR 12013, die ich als J1 einstufte. In Richtung Ostrand stand die AR 12017 als C4. Die Südhalbkugel wartete hingegen mit der AR 12014, einer C8, der AR 12010 als D25, der AR 12016 als A1 – die ich aber nicht finden konnte - und der AR 12015 als C5 auf. Dahinter wurde es schwierig, denn es standen mehrere Kleingruppen dicht beieinander, aus der man, je nach Geschmack, eine, zwei oder drei machen konnte. Offiziell war es wohl die AR 12008, ich sah hier zwei A1 und eine B7. Am Westrand befanden sich dann noch Reste der AR 2011, die ich aber bei meiner Beobachtung nicht erfasste. Sie war da wohl schon um den Sonnenrand herum wegrotiert.

Die guten Seeingbedingungen veranlassten mich dann, auch im H-alpha zu beobachten. Hier fand ich 7 magere Protuberanzen, 14 Filamente und 5 Flaregebiete. Die meisten der Oberflächenerscheinungen, darunter viele ausgedehnte und geschwungene Filamentbögen, befanden sich auf der Südhalbkugel, während der Norden fast „erscheinungsfrei“ war. Die Dominanz des Südens setzt sich anscheinend weiter fort.

Samstag, 22. März 2014

Sonne am 22.03.2014


Und wieder war es nur eine Beobachtung unter extrem schlechten Bedingungen, die mir heute gelang. Am Vormittag bei Sonnenschein unterwegs gewesen, verdichteten sich die Wolken typischerweise sobald ich das Teleskop aufgestellt hatte.

Ein erster grober Blick durch das Okular zeigte mir eine fast völlig verschleierte Sonnenoberfläche, die anfangs kaum, später einige Fackelfelder offenbarte. Das Seeing war eigentlich ganz passabel, der Sonnenrand relativ ruhig, doch die schleierartige, hohe, Bewölkung wirkte wie ein überdimensionaler Weichzeichner und ließ viele Strukturen und vor allem alle kleinen A- und B-Gruppen verschwinden.

Sichrbar waren auf der Nordhalbkugel die AR 12005 als H1, die AR 12012 als C5 (geschätzt) sowie eine J1 ohne Nummer. Im Süden standen von Ost nach Wets die AR 12014 als C8, die AR 12010 als D18, die AR 12008 als C5 (daneben, von der Gruppe abgespaltet, eine D8) und die AR 12011 als D5. Einzelheiten in den Penumbren der Gruppen waren nicht auszumachen und auch kaum Fackelfelder. Das Sonneobservatorium Kanzelhöhe hatte noch zwei weitere A-Gruppen gefunden, die für mich aber in dem Wolkenschleier verborgen blieben.

Zwischen den Wolken kam immer wieder die Sonne durch, aber der Himmel war an dieser Stelle rein weiß und nicht blau, was eine Beobachtung der Sonne im H-alpha unmöglich machte.

Dienstag, 18. März 2014

Die Sonne im Februar 2014



ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Die Sonnenaktivität in den ersten Februartagen wurde dominiert durch zwei Fleckengruppen, wie man sie seit Langem nicht mehr gesehen hatte. Nahe des Sonnenmeridians stand die problemlos auch mit bloßem Auge und Sonnenfinsternisbrille zu beobachtende AR 11967 (die alte AR 11944 bei ihrer 2. Rotation) als F-Gruppe und die nördlich davon stehende AR 11968 als E. Besonders schön zu beobachten waren die Veränderungen innerhalb der beiden Gruppen, die sich oft binnen Stunden vollzogen und damit ein recht dynamisches Magnetfeld in diesem lokalen Bereich der Sonne offenbarten. Zu diesen beiden Gruppen gesellten sich anfangs nur wenige, die erheblich kleiner waren, was angesichts der fast 1500 Millionstel Hemisphären, die die AR 11967 einnahm, auch wenig verwunderte. Hierin konnte man an manchen Tagen bis zu über 70 Einzelflecke identifizieren und auch die Penumbren im f-Teil waren schon sehr imposant und beeindruckend. Erst am 6., als die Gruppe etwas an Größe und Länge verlor, bildeten sich weitere Gruppen der Klassen A bis D beiderseits des Sonnenäquators. Die Schrumpfung der Gruppe war aber auch der perspektivischen Verzerrung zum Sonnenrand hin geschuldet, die sie kleiner machte, als sie in Wirklichkeit war. Am 10. waren die AR 11967 und die AR 11968 dann um den Westrand herum rotiert. Damit war die hohe Aktivität aber noch längst nicht beendet, denn die Aktiven Regionen 11974, 11975, 1976 und 11977 entwickelten sich binnen Tagen, nachdem sie zwischen dem 6. und dem 11. nacheinander auf der Südhalbkugel erschienen, zur Klasse E und im Fall der AR 11974 sogar bis zur höchsten Waldmeierklasse F. Dadurch vergrößerte sich die Dominanz der Südhalbkugel noch mehr, denn in den kommenden Tagen waren fast alle Gruppen nur dort zu finden. Am 13. war die AR 11975 aber schon wieder zerfallen, bzw. hatte sich in zwei Gruppen aufgeteilt. Einen Tag später gehörte auch die AR 11976 zur Klasse F. In diesen Tagen war denn auch wieder zu beobachten, wie unterschiedlich die Gruppeneinteilungen bei der NOAA und der Kanzelhöhe waren. Bei letzterer erschien mir manche Abtrennung von Gruppenteilen etwas willkürlich. Diese ergaben sich aber auch Magnetfeldmessungen, die eine Neuausrichtung der Struktur innerhalb der Gruppe nach sich zog. Nach ein paar Tagen mit vielen kleinen Fleckengruppen nahm deren Zahl nach dem 15. leicht ab. Die AR 11974 und die AR 11977 behielt bis zum Verschwinden am Westrand am 20. die Klasse F, bzw. E bei.  Danach blieb die Zahl der Gruppen weiter hoch. Am 18. war die AR 11981 am Ostrand als D-Gruppe erschienen, ab dem 23. gehörte sie zur Klasse E, die sie bis zum Monatsende hielt, wie die AR 11982, die ebenfalls am 18. erschienen war. Am 25. machte sich die alte AR 11967 als dicker Fleck am Ostrand wieder bemerkbar und setzte zur 3. Rotation an. Allerdings war sie schon ziemlich zerfallen und nicht mehr so eindrucksvoll wie vor ihren Verschwinden. Sie konnte lediglich als H-Gruppe eingestuft werden. Die AR 11991, die alte AR 11968, rotierte am 27. um den Sonnenrand und begann damit ihre 2. Rotation. Das versprach eine auch über den Monat hinaus gehende hohe Sonnenaktivität.

Der Februar war für den H-alpha-Beobachter schon sehr interessant, wenn sich das Geschehen auch zumeist auf der Südhalbkugel abspielte und an nicht wenigen Tagen auf der Nordhalbkugel Protuberanzen, Filamente und Flaregebiete nicht zu sehen waren. Dafür war auch hier die überaus große Dominanz der Südhalbkugel unverkennbar. Am 2. produzierte die AR 11968 um 6:34 UT einen M2.6-Flare, der gefolgt wurde von einem M2.2, der aus der AR 11967 kam. Um 9:31 UT stieg hier dann noch ein M4.4 auf. So ging es munter weiter. Tags darauf war die AR 11967 gleich mit vier M-Flares dran. Die größten Ereignisse waren am 4. um 1:23 UT ein M3.8, assoziiert mit einem koronalen Massenauswurf aus der AR 11967 und ein M5.2 um 4:00 UT aus der gleichen Gegend. Am 7. ging es nach einigen schwächeren Flares weiter mit einen M1.5 um 23:05 UT (AR 11967), dem am 8. um 4:56 UT ein M2.0 folgte. Die AR 11968 schaffte um 10:29 UT einen M1.9. Am 9. Gab es um 156:00 UT einen M1.0 aus einem Gebiet am Ostrand (ohne Bezug zu einer Fleckengruppe), am 11. stieg aus der AR 11974 um 3:31 UT ein M1.7 empor, am 12. um 4:25 UT ein M3.7, ein M2.3 um 6:58 UT und ein M1.8 um 16:51 UT. Der 13. brachte hier dann um 1:40 UT ein M1.8, ein M1.0 um 2:51 UT und ein M1.7 um 6:07 UT sowie ein M1.0 um 8:11 UT. Danach beruhigte sich die Sonne etwas. Es gab nur c-class-Flares und den einen oder anderen geomagnetischen Sturm der untersten Kategorie G1. Am 20. Machte sich die AR 11976 durch einen M3.0-Flare bemerkbar, der mit einem Typ II Radiosturm und einem kurzen Zucken auf der 10,7 cm Wellenlänge als Radioburst (Tenflare) bemerkbar. Es wurden jedoch durch Satelliten nur magere 280 sfu (solar flux unit) gemessen, die zu keiner nennenswerten Störung im Erdmagnetfeld führten. Am 25. stieg dann um 0:49 UT aus der ehemaligen AR 11944, die als AR 11967 wiederkam, ein X4.9-Flare auf. Dieser war zwar nicht erdwärts ausgerichtet, doch die hohe Teilchengeschwindigkeit von 1972km/s und der damit verbundene koronale Massenauswurf samt Typ II-Radioemission und Typ IV Tenflare, der 85 Minuten andauerte und 3700 sfu ausstieß, hatte soviel Material im Gepäck, dass dessen Ausläufer dennoch am 27. zu einem auch bei uns sichtbaren Polarlicht führte. Es war das erste in diesem schwachen 24. Sonnenfleckenzyklus, das auch in unseren Breiten – abgesehen vom zumeist dunstigen Wetter – auch mit bloßem Auge gut sichtbar war. Der Verursacher war erst der 2. X-Flare in diesem Jahr und der insgesamt 24. des ganzen Zyklus. Bis zum Monatsende passierte dann auch nicht mehr viel: lediglich die AR 11991 produzierte am 28. um 0:48 UT noch einen M1.1-Flare. Ansonsten blieben auch den ganzen Monat über die Protuberanzen eher klein und die Filamente auf der Nordhalbkugel selten.

Donnerstag, 13. März 2014

Sonne am 13.03.2014


Will man den Wetterberichten Glauben schenken, so wird dies der letzte Bericht für einige Zeit sein, denn vor uns liegen angeblich sehr viele Tage mit sich rapide verschlechternden Beobachtungsbedingungen. Diese machten sich zum Zeitpunkt meiner heutigen Observation auch schon durch heranrückende Cirren – quer über der Nordsee lag ein größeres Feld davon – bemerkbar und beeinträchtigte die Beobachtung, je länger sie dauerte. Am Anfang war das Seeing noch verhältnismäßig gut, doch am Ende gab es nurmehr eine blubberige Oberfläche und einen flatternden Sonnenrand.

Erstaunlich war, dass auch heute nicht alle Fleckengruppen, die in meinem kleinen Refraktor ohne Probleme zu sehen waren, sich auf den Fotografien, die am Vormittag gewonnen wurden, nicht wieder fanden, was wiederum auf die Kurzlebigkeit der Flecken hinwies.

Am Ostrand stand auf der Nordhalbkugel die gestern erstmals aufgetauchte AR 12005 als H1-Gruppe, die AR 12003 als D mit 8 Flecken und hart am Westrand die AR 11996, von der nur noch ein einzelner, kleiner Fleck der Waldmeierklasse A in einem Fackelfeld zu sehen war. Auf der Südhalbkugel stand die AR 11998 als B3-Gruppe sowie eine nummernlose A1. Ein weiterer A-Fleck stand auf halber Strecke zur AR 12002, die als E-Gruppe die größte des heutigen Tages war. Die 4. und letzte A1 war dann die AR 12004 östlich vom Sonnenmeridian.

Die Aktivität der Sonne im H-alpha beschränkte sich weitgehend auf ihre südliche Hälfte, so waren zwei der 12 Filamente und 3 der 18 Protuberanzen des heutigen Tages dort zu finden und auch fast alle Flaregebiete waren entlang des Sonnenäquators gruppiert. Zwei interessante Detail sah ich dann doch noch: am Ostrand war ein kleines Filament zu sehen, dass über einer chromosphärischen Fackel saß und bis an den Sonnenrand heranreichte sowie drei Filamente, die dreidimensional wirkten und scheinbar von der Seite zu sehen waren. Als ich danach wieder zum Weißlicht wechselte, traf ich auf plötzlich sehr viel schlechteres Seeing, eine Beobachtung lohnte sich nicht mehr und schon wenige Minuten später versank die Sonne im Syph.  

Mittwoch, 12. März 2014

Sonne am 12.03.2014


Das schöne Wetter hielt weiter an und so „durfte“ ich auch heute wieder die Sonne beobachten. Das Seeing war allerdings deutlich schlechter als gestern, aber immer noch ziemlich gut im Vergleich zu manchem Wintertag. Der Sonnenrand zeigte mehr Bewegung, dafür waren Details auf der Oberfläche zu sehen, die durchaus auch für einige Augenblicke „verschwanden“, d.h. durch Bewegungen in der Luft unsichtbar wurden.

Viele Veränderungen gegenüber gestern gab es nicht. Nahe des Wetrandes stand einsam und verlassen eine A1 (ohne Nummer). Die AR 11996 war schon teilweise um den westlichen Sonnenrand wegrotiert und von mir als D-Gruppe klassifiziert worden. Die AR 12003 dahinter war auch eine D, die sich leicht verändert hatte, die AR 11998 eine C. Abgesetzt davon fand ich die nächste A1. Zwischen dieser Gruppe und der AR 12002 konnte ich mehrmals zweifelsfrei „Fleckengeknurpsel“ sehen, das ich als Gruppe der Klasse B einstufte und das keine NOAA-Nummer erhalten hatte. Die AR 12002 war dann eine E-Gruppe mit 20 Flecken, aber ansonsten kaum beeindruckenden Penumbren. Hinter ihr stand die AR 12004 als weitere A1

Auf der Nordhalbkugel war neu eine H-Gruppe herumgekommen, der noch keine NOAA-Nummer zugeteilt worden war, was aber mit Sicherheit in den nächsten Stunden nachgeholt wird.

Im H-alpha zeigte sich heuer eine deutlich höhere Protuberanzenaktivität. Deren Zahl war zwar auf 16 zurück gegangen (gestern 19), doch wiesen heute fünf von ihnen endlich mal größere Dimensionen auf. Besonders im Osten türmte sich eine sehr große Protube auf, die in den kommenden Stunden eine interessante Entwicklung durchmachen dürfte. Leider wohl wieder mitten in der europäischen Nacht. Sieben helle Flaregebiete waren unübersehbar und selbst bei den nur 10 Filamenten waren drei schon recht groß und eine erreichte fast eine Länge von einem halben Sonnenradius.

Leider wird wohl spätestens ab Freitag die Beobachtungsreihe durch schlechteres Wetter unterbrochen werden, was angesichts der augenblicken Entwicklung sehr ärgerlich ist.

Dienstag, 11. März 2014

Sonne am 11.03.2014


Es war nur dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass ein beruflicher Termin verschoben wurde und ich daher früher nach Hause kam. Gerade noch rechtzeitig, um vom Dachboden aus die dicht über der Baumgrenze stehende Sonne zu erwischen. Ausfalltage angesichts der Schönwetterkatastrophe, die schon am kommenden Wochenende wieder vorbei sein soll, sind mehr als ärgerlich und im vergangenen Winter hatte ich überreichlich davon.

Das Seeing – ich hatte es fast erwartet – war heute nicht ganz so gut wie noch gestern. Hier scheinen sich erste Ausläufer des herannahenden schlechten Wetters bemerkbar zu machen. Der Sonnenrand bewegt sich zwar mäßig, dafür war aber die Oberfläche bisweilen schon etwas „blubberig“ und zeitweise war auch eine Trennung zwischen Umbra und Penumbra schwierig.

Am Westrand stand auf der Nordhalbkugel noch die AR 11996 als D-Gruppe mit einigen interessanten penumbralen Strukturen – man hätte sie auch zur Klasse E zählen können, was aber wegen der randnahen Perspektive schwer war. Weiter in Richtung Zentralmeridian stand die AR 12003, die heute zur Klasse D gerechnet werden musste, weil sie ein paar Penumbren dazubekommen hatte. Im Süden fand ich – auch wenn die Aktivität hier spürbar zurückgegangen war – die AR 12004 als A1 und die AR 12002, die nunmehr zweifelsfrei die Klasse E erreicht hatte und entsprechend große Penumbren ausgebildet und eine ausreichende Länge erreicht hatte. Die fast am Meridian stehende AR 11998 gehörte dann auch heute zur Klasse C. Die B-Gruppe, die zwischen den beiden Letztgenannten stand, konnte ich nicht mehr finden – auf Bildern des Solar Dynamics Observatory (SDO) war denn auch nur noch am Rande des Auflösungsvermögens „etwas“ zu sehen – und so gab es heute insgesamt nur 5 Gruppen auf der Sonne, ein merklicher Rückgang in den letzten Tagen und man darf gespannt sein, wann es wieder aufwärts geht, nachdem da Jahr 2014 so interessant und spannend gestartet war.

Der niedrige Sonnenstand und erste ins Bild ragende Bildwipfel bereiteten bei der H-alpha-Beobachtung einige Probleme und so konnte ich nur noch schnell 19 Protuberanzen, 14 Filamente und 7 Flaregebiete sehen, bevor ich die Beobachtung aus „botanischen“ Gründen vorzeitig beenden musste. Einige der Protuben wäre es Wert gewesen, intensiver beobachtet zu werden, aber dazu reichte dann am Ende die Zeit nicht mehr aus.

Montag, 10. März 2014

Sonne am 10.03.2014


Der augenblicklichen Schönwetterkatastrophe sei Dank, dass mir auch heute nach Feierabend noch eine Beobachtung gelang, was morgen aller Voraussicht nach leider nicht der Fall sein wird, da ich dann erst nach Sonnenuntergang wieder zu Hause bin und zwischendurch keine Gelegenheit für eine Beobachtung haben werde.

Konnte man gestern aufgrund des deutlich schlechteren Seeings als am Vortag vermuten, dass ein Witterungsumschwung im Gange sei, so wurde man heute eines Besseren belehrt. Das Seeing war das Beste, was ich seit langem erleben durfte und noch eine Nuance optimaler als am Samstag.

Am Rand war nur gelegentlich eine kleine Bewegung zusehen, ansonsten stachen die Einzelheiten in den Fleckengruppen geradezu hervor. Umbra und Penumbra waren in den wenigen großen Gruppen klar zu trennen und selbst zwei winzige A-Gruppen fand ich fast auf Anhieb, was mir zuletzt oft nicht mehr gelang.

Nach wie vor ist die Südhalbkugel die dominantere Hälfte der Sonne. Im Westen stand die AR 11999, die ich auch heute bei bestem Seeing nicht finden konnte, gefolgt von der nun langsam zerfallenden AR 12000, die ich als kleine A1 zählte. Die AR 11998 war da schon wesentlich auffälliger und gehörte zur Klasse C. Dazwischen befand sich hart an der Auflösungsgrenze eine B, die weder von der Kanzelhöhe noch von der NOAA registriert wurde. Mehrmaliges hin-, weg- und wieder hingucken brachte keine Veränderung: ich fand die Gruppe jedes Mal wieder. Die AR 12002 war da schon auffälliger; ich rechnete sie zur Klasse D, da sie zwar einerseits etwas komplexere Strukturen aufwies, nach meinem Gefühl aber zu kurz war, um zur Klasse E gerechnet zu werden. Dicht am Ostrand fand ich in einem Fackelfeld dann noch einen A1-Fleck ohne Nummer. Auf der Nordhalbkugel stand westlich von Sonnenmeridian noch eine B ohne Nummer und natürlich die AR 11996, die ich noch als D einstufte, obwohl man sie sicher auch für eine E halten konnte.

Der Anblick der Sonne im H-alpha war bei dem Sahne-Seeing natürlich ein Hochgenuss, wie ma ihn selten empfindet. Allerdings waren im Hintergrund schon erste Cirren zu erkennen, da dieser nicht dunkel, sondern deutlich aufgehellt war. Den 14 zumeist winzigen Protuberanzen machte das aber nichts aus, ebenso wenig den 10 (!!!) Flaregebieten – drei wiesen sehr helle Punkte auf, aus denen Flare emporsteigen könnten – und 16 Filamenten, von denen einige schön geschwungen die Sonnenoberfläche zierten. Eine war perspektivisch von der Seite zu sehen, zwei andere gingen am Sonnenrand direkt in Protuberanzen über. Unter diesen optimalen Bedingungen macht das Beobachten Spaß. Leider hat man das hier im Norden viel zu selten und schade, dass ich wegen Arbeit die Zeit nicht für Nachtbeobachtungen nutzen konnte.

Sonntag, 9. März 2014

Sonne am 09.03.2014


Die „Schönwetterkatastrophe“ hielt auch heute weiter an, nachdem der Himmel gestern Abend weitgehend vercirrt war und am Nachmittag dann auch keine Sonnenbeobachtung mehr ermöglichte. Und diese Cirren waren es auch, die heute wieder eher typisch norddeutsches Seeing bescherte: Wabbelnder Sonnenrand und wenig Kontrast auf der Oberfläche, was die Erkennbarkeit gerade der winzigen Gruppen auf der Sonne zusätzlich erschwerte. Oft sah man eine kleine Gruppe nur für Bruchteile von Sekunden, bevor sie wieder im Seeinggeblubber versanken.

Die AR 11990 war auf der Südhalbkugel nun endgültig wegrotiert und auch von der AR 11991 gab es nur noch ein armseliges Häufchen von Flecken, die ich der Waldmeierklasse B zuordnete, zu sehen. Von der AR 11999 konnte ich nichts mehr finden, was aber auch am Seeing gelegen haben mag. Die AR 12000 war auch weiterhin nur eine lange B, dahinter die AR 11998 als C und dazwischen eine einsame A ohne Nummer. In Richtung auf den Ostrand stand de AR 12002 als D. Im Norden stand die AR 11996, ebenfalls als D-Gruppe und, ganz nah am Westrand, die AR 12001 als B in einem Fackelfeld. Auf Satellitenbildern von SDO zeichneten sich noch zwei weitere Gruppen ab, die ich aber mit meinem kleinen 80/400er Röhr nicht auflösen konnte.

Das schlechte Seeing machte sich logischerweise auch und gerade im H-alpha bemerkbar: der Rand wallte und blubberte nur so vor sich hin und einzelne Protuben schienen aufzuspringen wie ein aktiviertes Programm im Dashboard meines Macs. Zwischendurch liefen regelrechte Wellen durch das Bild und ließen nur grobe Einzelheiten erkennen. Zwar fand ich 14 Protuberanzen, 16 gelegentlich auch bizarr geformte Filamente und 6 helle Flaregebiete, doch das chromosphärische Netzwerk war nicht zu sehen. Da schlechter werdendes Seeing auch schlechteres Wetter ankündigen kann, darf man auf die kommenden Tage weiterhin gespannt sein, auch wenn die Aktivität im Weißlicht gerade jetzt abzunehmen scheint.

Samstag, 8. März 2014

Sonne am 08.03.2014

Nachdem der Himmel gestern Nachmittag vollkommen abgesypht und später völlig bewölkt war - was laut Wettervorhersage so nicht so erwarten war - wachte ich heute Morgen unter einem sonnigen, blauen Himmel auf. Ein Blick ins Wohnzimmer verriet mir, dass die Sonne günstig zwischen den Bäumen stand, sodass die Äste nicht allzu sehr störten und die Sicht auf die Sonne freigaben.

Der Blick ins Okular wurde dann noch besser: das Seeing war außergewöhnlich gut (Ruhe zwischen 1 und 2, Schärfe 1), die Granulation ansatzweise zu sehen und jede Menge kleiner Flecken. Binnen zwei Tagen war die Sonnenaktivität deutlich zurück gegangen, was man zwar nicht an der Zahl der Fleckengruppen, aber eher an ihrer Zugehörigkeit zu bestimmten Waldmeierklassen ablesen konnte. Es überwogen nämlich die Klassen A, B und C.

Ganz am Rand stand im Süden die AR 11990, die wir wohl zur 4. Rotation nicht mehr wiedersehen werden, da von ihr nur noch ein wenig Umbra und Penumbra vorhanden ist. Sie hat sich in den letzten Tagen selbst schrittweise zerlegt. Ähnlich erging es der AR 11991, die wohl ihre 3. Rotation nicht mehr erleben wird, weil sie in den letzten Tagen in zwei Teile zerbrochen und der ehemalige p-Teil auch nicht mehr zu sehen ist. Weiter in Richtung Osten kam ich zur AR 11999, die ich als lange B-Gruppe klassifizierte, dann folgte die AR 12000 als C und dahinter die AR 11998 als weitere C. Dazwischen standen dann noch eine A und eine B sehr nahe am Auflösungsvermögen meines Teleskops. Im Norden stand die AR 11996, eine wenig auffällige D-Gruppe und zum Westrand hin die AR 12001 als A. So kam ich am Ende auf 9 Gruppen, was eine recht hohe Aktivität vortäuschte. Diese ist allerdings ausschlie0lich und allein der hohen Gruppenzahl zu verdanken, denn auf der ganzen Sonne verzeichnete ich nur insgesamt 34 Flecken und die noch vor einigen Tagen sichtbaren E- und F-Gruppen haben sich entweder aufgelöst oder zurückgebildet. Man darf auf die nächsten Tage gespannt sein, was an Fleckengruppen um den Ostrand herumwandert und ob dann das hohe Aktivitätsniveau noch weiter gehalten werden kann..

Im H-alpha fanden sich aufgrund des guten Seeings eine Vielzahl von Erscheinungen. Am zählte ich sagenhafte 19 Protuberanzen, 18 Filamente und 7 helle Flaregebiete. Zwei Protuben waren besonders erwähnenswert und standen am Westrand: eine, die sich nach oben zu öffnen schien und eine weitere, die viel Ähnlichkeit mit dem griechischen Symbol für Pi hatte. Die meisten anderen sahen eher wie die Spitzen von Tannenbäumen, Spritzer oder "irgendwie" aus. Die Filamente teilten sich in viele kleine Einheiten auf, nur ein paar waren größer und geschwungen geformt. Die Detailfülle ließ denn auch die H-alpha-Relativzahl auf einen noch nie von mir registrierten Wert von 440 hochschnellen. Die vor uns liegende Schönwetterkatastrophe dürfte mir noch einige Sonnenbeobachtungen bescheren, die ich in den vergangenen Monaten so schmerzlich vermisst habe.

Donnerstag, 6. März 2014

Sonne am 06.03.2014


Der Bann ist gebrochen: Ich kann nun endlich auch wieder nach Feierabend beobachten und bin nicht mehr auf die Wochenenden allein angewiesen. Das wäre an diesem sehr sonnigen Tag auch mehr als ärgerlich gewesen, zumal heute der Dunst von großem Vorteil war: er sorgte für ein ruhiges Bild und viele Details in den Gruppen. Und davon gab es einige.

Schon während die Sonne langsam um die Kante des Hochhauses herumkam, sah ich die ersten Fleckengruppen: die Reste der AR 11990 als H mit einigen kleinen Flecken in der unmittelbaren Umgebung. Die AR 11995 darunter war als A-Gruppe klar zu erkennen. Auch das hier sich bis zum Rand erstreckende Fackelfeld war mit vielen Verästelungen zu sehen. Weiter ging es auf der Südhalbkugel mit der anscheinend in zwei Teile zerfallenen AR 11991 (eine C und eine B), die AR 11999 als kleine B , die AR 11998 als C und eine davor liegende B-Gruppe, die allesamt aber wenig auffällig waren. Im Norden stand die AR 11996 und gehörte zur Waldmeierklasse C, dazu kam eine weitere kleine B sowie eine kleine A, die ich – auch angesichts der guten Bedingungen – klar und deutlich erkennen konnte. Bei schlechterem Seeing wären mir die kleinen Gruppen wahrscheinlich verborgen geblieben.

So konnte ich auch im H-alpha viele Einzelheiten erkennen: 15 Protuberanzen, 15 Filamente und 6 Flaregebiete. Am Sonnenrand fanden sich nur drei etwas größere Materiebögen, wobei sich bei einer am Westrand Material abgelöst hatte und über der Sonnenoberfläche schwebte. Fast gegenüber erkannte ich ein paar Protuben, die aussahen wie eine aufrecht stehende Tanne und eine kleine Pinie. Auf der Oberfläche waren klar das chromosphärische Netzwerk sowie vier große Filamente mit geschwungenen Formen zu sehen.

Mittwoch, 5. März 2014

Sonne am 05.03.2014


Ein freier Tag mitten in der Woche ermöglichte mir heute eine Sonnenbeobachtung, was angesichts der Wettervorhersagen eigentlich ziemlich überraschend kam. Der ganze Tag sollte bewölkt sein, doch bereits am Vormittag zeigten sich erste Lücken in der kompakten Wolkenlücke. Danach verzogen sie sich kurzfristig komplett, aber der Himmel blieb extrem dunstig und eine erste Beobachtung scheiterte am Dunst, weil sich auf der Sonnenoberfläche kaum Details wahrnehmen ließen. Dann zog der Himmel vollends zu, um später dann erneut wieder klarer zu werden. Bei diesem zweiten Mal ging dann auch der Dunst soweit zurück, dass ich mit einer sinnvollen Beobachtung beginnen konnte.

Die Aktivität hatte sich innerhalb der letzten Tage etwas beruhigt. Nahe des Sonnenmeridian stand die AR 11991 ls E-Gruppe mit einer allerdings wenig komplexen Struktur. In ihrer Nähe befand sich die AR 11990, jene Gruppe, die wir ja nun schon bei ihrer 3. Rotation verfolgen können, die jetzt aber nur noch aus einem H-Fleck bestand, der von einigen kleineren Einzelflecken umsäumt wurde. Sie hatte ihre besten Tage hinter sich und wird einen 4. Umlauf wohl kaum überleben. Südwestlich davon stand die AR 11995 als unscheinbare B-Gruppe. Am Westrand fand ich dann noch zwei J-Gruppen. Zum Ostrand hin – wir betrachten hier gerade die Südhalbkugel der Sonne – stand eine kleine B und eine weitere Gruppe ohn NOAA-Nummer. Im Norden stand die AR 11996 als C-Gruppe und die AR 11993 als B. Die AR 11989, eine kleine A, konnte ich, wie schon in den Vortagen, nicht beobachten.

Die immer noch recht dunstige Luft ließ eine Beobachtung im H-alpha zu und so fand ich 12 Protuberanzen, 10 Filamente und 7 helle Flaregebiete. In einem Flaregebiet am Ostrand, das (noch) nicht mit einer Fleckenregion im Weißlicht assoziiert war, konnte ich zwei helle Punkte sehen: hier war ein Flare am Arbeiten, welcher der hellste Punkt auf der Sonnenoberfläche war. Die weitere Entwicklung konnte ich dann wegen einer Hausmauer nicht weiter verfolgen.

Sonntag, 2. März 2014

Sonne am 02.03.2014

Die Wettersituation an diesem Sonntag war fast so wie die gestrige. Nach einer teilweise klaren Nacht waren Dunst und Nebel aufgezogen, die dann aber rasch verschwanden. Sie hinterließen ein Seeing, dass deutlich besser war, als gestern, die Werte für die Ruhe und die Schärfe lagen bei jeweils 2, weshalb auch mehr Details in den 10 Gruppen sichtbar wurden, die ich im Weißlicht vorfand.

Am Westrand standen auf der Südhalbkugel zwei J-Gruppen, die offenbar nicht zusammengehörten und deshalb getrennt gezählt werden müssen. Man hätte aber auch auf den Gedanken kommen können, dass hier nur eine Gruppe verschwindet, doch aus der Historie ihrer Entwicklung und der Tatsache, dass ihre Achslage eine völlig andere sein würde, als bei den übrigen Fleckengruppen, zeigte, dass es doch zwei Gruppen sind. Weiter Richtung Osten stand die AR 11994 als weitere J-Gruppe und die AR 11992 als A1. Der Komplex rund um die AR 11990, die bei ihrer 3. Rotation deutlich schwächelt, war eine H mit ausgefranster Penumbra in Westrichtung. Parallel dazu stand die AR 11995 als kleine C-Gruppe, die heute deutlich von der AR 11990 abgegrenzt war, was gestern noch nicht so deutlich zu erkennen war. Hier hat anscheinend eine Fleckenteilung stattgefunden. Aus der AR 11991, die gerade ihre 2. Rotation erlebt, ist mittlerweile eine E mit vielen Penumbren, aber nur wenigen Einzelflecken, geworden. Im Norden entdeckte ich am Ostrand eine A2 ohne NOAA-Nummer, nahe des Sonnenmeridians die AR 11993 als weitere C-Gruppe und schließlich die AR 11987 oberhalb der 11994, aber auf der Nordhälfte, die ich ebenfalls als H klassifizierte, die dann aber noch einige Einzelflecke in einem nach Nordosten ausgerichteten Halbkreis beobachtete. Die AR 11989, die noch irgendwo dazwischen stehen sollte, konnte ich auch heute, unter besseren Bedingungen, nicht beobachten.

Das gute Seeing lud dann noch zu einer H-alpha-Beobachtung ein. Erstmals seit Tagen sah ich auch wieder mal das chromosphärische Netzwerk und 6 größere Flaregebiete. Die Kette von mehreren Filamenten im Südwesten sah heute etwas verschwommen aus und war wohl in Auflösung begriffen. Ich kam zwar auf 10 Filamente, die meisten waren aber eher klein, wie die 6 Protuberanzen, die vorwiegend auf der Südhalbkugel der Sonne zu finden waren. Eine bogenförmige und eine kleine aufsteigende Protuberanz waren dabei die auffälligsten, aber doch eher mickrig.

Samstag, 1. März 2014

Sonne am 01.03.2014

Für den heutigen Tag war eigentlich von den Wettermodellen her nicht mit einer Sonnenbeobachtung zu rechnen und in der Tat war der Himmel extrem dunstig und die Durchsicht entsprechend schlecht. Nachdem wir in der vergangenen Woche viele sonnige Tage hatten, die ich wegen meiner beruflichen Tätigkeit aber nicht nutzen konnte, hoffet ich wenigstens auf Beobachtungsmöglichkeiten am Wochenende. Danach sah es aber gar nicht aus. Zum Glück kam es anders.

In den letzten Tagen war häufig zu beobachten, dass der Himmel sehr dunstig war, es gegen Mittag richtig aufklarte und am Abend dann wieder zuzog. So verpasste ich auch das Polarlicht am Abend des 27. Februar, als ich nur dunstigen Himmel und nur ganz verschwommen durchscheinende Sterne sah.

Während ich heute am Frühstückstisch saß, fielen mir auf, dass der Himmel heute nicht ganz so total zugedunstet war. Im Westen saß eine dicke Wolkenbank, die näher kam, doch dann wurde der Dunst dünner und ich probierte eine Beobachtung im Weißlicht.

Erst waren die Bedingungen sehr schlecht, außer einem relativ ruhigen, aber verschwommenen Sonnenrand sah ich keine Details auf der Oberfläche. Das wurde jedoch von Minute zu Minute besser, am Ende konnte ich dann sogar kurzzeitig kleinste Fleckengruppen erfassen.

Insgesamt wirkte die Anordnung der Flecken ziemlich chaotisch, was besonders Beginnern bei der Gruppeneinteilung einige Kopfschmerzen bereiten dürfte. Zusammengehörige Gruppen kann man beispielsweise daran erkennen, ob sich zwischen den Penumbren noch weitere kleine Flecken befinden. Was aber nicht heißen soll, dass zwei in einer Linie stehende H-Flecken nicht zu einer Gruppe gehören. Die Bestimmung der Achslage wurde ohne Zuhilfenahme der Methoden der Positionsbestimmung recht schwierig, war dann aber auch nicht gänzlich unmöglich.

Ganz am Westrand fand ich eine alleinstehende J1-Gruppe, die wohl zur AR 11982 gehörte. Ein wenig weiter östlich fand ich die AR 11988 als D-Gruppe, dann die AR 11987 als lange C, darunter eine A2 ohne Nummer. Die AR 11992 bestimmte ich als A1, danach folgte die AR 11990 – es ist die große Gruppe vom Januar und Februar, die nun zum 3. Mal die Sonne umläuft, darunter die AR 11991 als H und darunter eine weitere H ohne Nummer. All die vorstehend genannten Gruppen befanden sich auf der Südhalbkugel. Im Norden dagegen standen die AR 11993 als C, die AR 11989 als A und die AR 11986, die ich aber beim besten Willen unter den gegebenen Umständen nicht sehen konnte. So kam ich am Ende der Zählung auf 10 Fleckengruppen.

Für die H-alpha-Beobachtung sah es aufgrund des immer noch sehr hohen Dunstanteils in der Luft anfangs auch sehr schlecht aus, doch auch hier besserten sich zunehmend die Bedingungen. Spektakuläres war leider nicht darunter – auch den großen X-Flare, der das Polarlicht auslöste, hatte ich wieder mal verpasst. Die 10 Protuben, die ich fand sahen ganz ordentlich aus, waren aber auch nicht herausragend. 6 helle Flaregebiete standen 6 Filamente gegenbüber, die dieses Mal aber nicht ausschließlich auf die Südhälfte der Sonne verteilt waren. Bemerkenswert war lediglich im Südwesten eine längere Kette von Filamenten, die wie an einer Schnur aufgereiht zu sehen sind.