Dienstag, 18. März 2014

Die Sonne im Februar 2014



ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Die Sonnenaktivität in den ersten Februartagen wurde dominiert durch zwei Fleckengruppen, wie man sie seit Langem nicht mehr gesehen hatte. Nahe des Sonnenmeridians stand die problemlos auch mit bloßem Auge und Sonnenfinsternisbrille zu beobachtende AR 11967 (die alte AR 11944 bei ihrer 2. Rotation) als F-Gruppe und die nördlich davon stehende AR 11968 als E. Besonders schön zu beobachten waren die Veränderungen innerhalb der beiden Gruppen, die sich oft binnen Stunden vollzogen und damit ein recht dynamisches Magnetfeld in diesem lokalen Bereich der Sonne offenbarten. Zu diesen beiden Gruppen gesellten sich anfangs nur wenige, die erheblich kleiner waren, was angesichts der fast 1500 Millionstel Hemisphären, die die AR 11967 einnahm, auch wenig verwunderte. Hierin konnte man an manchen Tagen bis zu über 70 Einzelflecke identifizieren und auch die Penumbren im f-Teil waren schon sehr imposant und beeindruckend. Erst am 6., als die Gruppe etwas an Größe und Länge verlor, bildeten sich weitere Gruppen der Klassen A bis D beiderseits des Sonnenäquators. Die Schrumpfung der Gruppe war aber auch der perspektivischen Verzerrung zum Sonnenrand hin geschuldet, die sie kleiner machte, als sie in Wirklichkeit war. Am 10. waren die AR 11967 und die AR 11968 dann um den Westrand herum rotiert. Damit war die hohe Aktivität aber noch längst nicht beendet, denn die Aktiven Regionen 11974, 11975, 1976 und 11977 entwickelten sich binnen Tagen, nachdem sie zwischen dem 6. und dem 11. nacheinander auf der Südhalbkugel erschienen, zur Klasse E und im Fall der AR 11974 sogar bis zur höchsten Waldmeierklasse F. Dadurch vergrößerte sich die Dominanz der Südhalbkugel noch mehr, denn in den kommenden Tagen waren fast alle Gruppen nur dort zu finden. Am 13. war die AR 11975 aber schon wieder zerfallen, bzw. hatte sich in zwei Gruppen aufgeteilt. Einen Tag später gehörte auch die AR 11976 zur Klasse F. In diesen Tagen war denn auch wieder zu beobachten, wie unterschiedlich die Gruppeneinteilungen bei der NOAA und der Kanzelhöhe waren. Bei letzterer erschien mir manche Abtrennung von Gruppenteilen etwas willkürlich. Diese ergaben sich aber auch Magnetfeldmessungen, die eine Neuausrichtung der Struktur innerhalb der Gruppe nach sich zog. Nach ein paar Tagen mit vielen kleinen Fleckengruppen nahm deren Zahl nach dem 15. leicht ab. Die AR 11974 und die AR 11977 behielt bis zum Verschwinden am Westrand am 20. die Klasse F, bzw. E bei.  Danach blieb die Zahl der Gruppen weiter hoch. Am 18. war die AR 11981 am Ostrand als D-Gruppe erschienen, ab dem 23. gehörte sie zur Klasse E, die sie bis zum Monatsende hielt, wie die AR 11982, die ebenfalls am 18. erschienen war. Am 25. machte sich die alte AR 11967 als dicker Fleck am Ostrand wieder bemerkbar und setzte zur 3. Rotation an. Allerdings war sie schon ziemlich zerfallen und nicht mehr so eindrucksvoll wie vor ihren Verschwinden. Sie konnte lediglich als H-Gruppe eingestuft werden. Die AR 11991, die alte AR 11968, rotierte am 27. um den Sonnenrand und begann damit ihre 2. Rotation. Das versprach eine auch über den Monat hinaus gehende hohe Sonnenaktivität.

Der Februar war für den H-alpha-Beobachter schon sehr interessant, wenn sich das Geschehen auch zumeist auf der Südhalbkugel abspielte und an nicht wenigen Tagen auf der Nordhalbkugel Protuberanzen, Filamente und Flaregebiete nicht zu sehen waren. Dafür war auch hier die überaus große Dominanz der Südhalbkugel unverkennbar. Am 2. produzierte die AR 11968 um 6:34 UT einen M2.6-Flare, der gefolgt wurde von einem M2.2, der aus der AR 11967 kam. Um 9:31 UT stieg hier dann noch ein M4.4 auf. So ging es munter weiter. Tags darauf war die AR 11967 gleich mit vier M-Flares dran. Die größten Ereignisse waren am 4. um 1:23 UT ein M3.8, assoziiert mit einem koronalen Massenauswurf aus der AR 11967 und ein M5.2 um 4:00 UT aus der gleichen Gegend. Am 7. ging es nach einigen schwächeren Flares weiter mit einen M1.5 um 23:05 UT (AR 11967), dem am 8. um 4:56 UT ein M2.0 folgte. Die AR 11968 schaffte um 10:29 UT einen M1.9. Am 9. Gab es um 156:00 UT einen M1.0 aus einem Gebiet am Ostrand (ohne Bezug zu einer Fleckengruppe), am 11. stieg aus der AR 11974 um 3:31 UT ein M1.7 empor, am 12. um 4:25 UT ein M3.7, ein M2.3 um 6:58 UT und ein M1.8 um 16:51 UT. Der 13. brachte hier dann um 1:40 UT ein M1.8, ein M1.0 um 2:51 UT und ein M1.7 um 6:07 UT sowie ein M1.0 um 8:11 UT. Danach beruhigte sich die Sonne etwas. Es gab nur c-class-Flares und den einen oder anderen geomagnetischen Sturm der untersten Kategorie G1. Am 20. Machte sich die AR 11976 durch einen M3.0-Flare bemerkbar, der mit einem Typ II Radiosturm und einem kurzen Zucken auf der 10,7 cm Wellenlänge als Radioburst (Tenflare) bemerkbar. Es wurden jedoch durch Satelliten nur magere 280 sfu (solar flux unit) gemessen, die zu keiner nennenswerten Störung im Erdmagnetfeld führten. Am 25. stieg dann um 0:49 UT aus der ehemaligen AR 11944, die als AR 11967 wiederkam, ein X4.9-Flare auf. Dieser war zwar nicht erdwärts ausgerichtet, doch die hohe Teilchengeschwindigkeit von 1972km/s und der damit verbundene koronale Massenauswurf samt Typ II-Radioemission und Typ IV Tenflare, der 85 Minuten andauerte und 3700 sfu ausstieß, hatte soviel Material im Gepäck, dass dessen Ausläufer dennoch am 27. zu einem auch bei uns sichtbaren Polarlicht führte. Es war das erste in diesem schwachen 24. Sonnenfleckenzyklus, das auch in unseren Breiten – abgesehen vom zumeist dunstigen Wetter – auch mit bloßem Auge gut sichtbar war. Der Verursacher war erst der 2. X-Flare in diesem Jahr und der insgesamt 24. des ganzen Zyklus. Bis zum Monatsende passierte dann auch nicht mehr viel: lediglich die AR 11991 produzierte am 28. um 0:48 UT noch einen M1.1-Flare. Ansonsten blieben auch den ganzen Monat über die Protuberanzen eher klein und die Filamente auf der Nordhalbkugel selten.

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