Samstag, 1. März 2014

Sonne am 01.03.2014

Für den heutigen Tag war eigentlich von den Wettermodellen her nicht mit einer Sonnenbeobachtung zu rechnen und in der Tat war der Himmel extrem dunstig und die Durchsicht entsprechend schlecht. Nachdem wir in der vergangenen Woche viele sonnige Tage hatten, die ich wegen meiner beruflichen Tätigkeit aber nicht nutzen konnte, hoffet ich wenigstens auf Beobachtungsmöglichkeiten am Wochenende. Danach sah es aber gar nicht aus. Zum Glück kam es anders.

In den letzten Tagen war häufig zu beobachten, dass der Himmel sehr dunstig war, es gegen Mittag richtig aufklarte und am Abend dann wieder zuzog. So verpasste ich auch das Polarlicht am Abend des 27. Februar, als ich nur dunstigen Himmel und nur ganz verschwommen durchscheinende Sterne sah.

Während ich heute am Frühstückstisch saß, fielen mir auf, dass der Himmel heute nicht ganz so total zugedunstet war. Im Westen saß eine dicke Wolkenbank, die näher kam, doch dann wurde der Dunst dünner und ich probierte eine Beobachtung im Weißlicht.

Erst waren die Bedingungen sehr schlecht, außer einem relativ ruhigen, aber verschwommenen Sonnenrand sah ich keine Details auf der Oberfläche. Das wurde jedoch von Minute zu Minute besser, am Ende konnte ich dann sogar kurzzeitig kleinste Fleckengruppen erfassen.

Insgesamt wirkte die Anordnung der Flecken ziemlich chaotisch, was besonders Beginnern bei der Gruppeneinteilung einige Kopfschmerzen bereiten dürfte. Zusammengehörige Gruppen kann man beispielsweise daran erkennen, ob sich zwischen den Penumbren noch weitere kleine Flecken befinden. Was aber nicht heißen soll, dass zwei in einer Linie stehende H-Flecken nicht zu einer Gruppe gehören. Die Bestimmung der Achslage wurde ohne Zuhilfenahme der Methoden der Positionsbestimmung recht schwierig, war dann aber auch nicht gänzlich unmöglich.

Ganz am Westrand fand ich eine alleinstehende J1-Gruppe, die wohl zur AR 11982 gehörte. Ein wenig weiter östlich fand ich die AR 11988 als D-Gruppe, dann die AR 11987 als lange C, darunter eine A2 ohne Nummer. Die AR 11992 bestimmte ich als A1, danach folgte die AR 11990 – es ist die große Gruppe vom Januar und Februar, die nun zum 3. Mal die Sonne umläuft, darunter die AR 11991 als H und darunter eine weitere H ohne Nummer. All die vorstehend genannten Gruppen befanden sich auf der Südhalbkugel. Im Norden dagegen standen die AR 11993 als C, die AR 11989 als A und die AR 11986, die ich aber beim besten Willen unter den gegebenen Umständen nicht sehen konnte. So kam ich am Ende der Zählung auf 10 Fleckengruppen.

Für die H-alpha-Beobachtung sah es aufgrund des immer noch sehr hohen Dunstanteils in der Luft anfangs auch sehr schlecht aus, doch auch hier besserten sich zunehmend die Bedingungen. Spektakuläres war leider nicht darunter – auch den großen X-Flare, der das Polarlicht auslöste, hatte ich wieder mal verpasst. Die 10 Protuben, die ich fand sahen ganz ordentlich aus, waren aber auch nicht herausragend. 6 helle Flaregebiete standen 6 Filamente gegenbüber, die dieses Mal aber nicht ausschließlich auf die Südhälfte der Sonne verteilt waren. Bemerkenswert war lediglich im Südwesten eine längere Kette von Filamenten, die wie an einer Schnur aufgereiht zu sehen sind.

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