Samstag, 8. März 2014

Sonne am 08.03.2014

Nachdem der Himmel gestern Nachmittag vollkommen abgesypht und später völlig bewölkt war - was laut Wettervorhersage so nicht so erwarten war - wachte ich heute Morgen unter einem sonnigen, blauen Himmel auf. Ein Blick ins Wohnzimmer verriet mir, dass die Sonne günstig zwischen den Bäumen stand, sodass die Äste nicht allzu sehr störten und die Sicht auf die Sonne freigaben.

Der Blick ins Okular wurde dann noch besser: das Seeing war außergewöhnlich gut (Ruhe zwischen 1 und 2, Schärfe 1), die Granulation ansatzweise zu sehen und jede Menge kleiner Flecken. Binnen zwei Tagen war die Sonnenaktivität deutlich zurück gegangen, was man zwar nicht an der Zahl der Fleckengruppen, aber eher an ihrer Zugehörigkeit zu bestimmten Waldmeierklassen ablesen konnte. Es überwogen nämlich die Klassen A, B und C.

Ganz am Rand stand im Süden die AR 11990, die wir wohl zur 4. Rotation nicht mehr wiedersehen werden, da von ihr nur noch ein wenig Umbra und Penumbra vorhanden ist. Sie hat sich in den letzten Tagen selbst schrittweise zerlegt. Ähnlich erging es der AR 11991, die wohl ihre 3. Rotation nicht mehr erleben wird, weil sie in den letzten Tagen in zwei Teile zerbrochen und der ehemalige p-Teil auch nicht mehr zu sehen ist. Weiter in Richtung Osten kam ich zur AR 11999, die ich als lange B-Gruppe klassifizierte, dann folgte die AR 12000 als C und dahinter die AR 11998 als weitere C. Dazwischen standen dann noch eine A und eine B sehr nahe am Auflösungsvermögen meines Teleskops. Im Norden stand die AR 11996, eine wenig auffällige D-Gruppe und zum Westrand hin die AR 12001 als A. So kam ich am Ende auf 9 Gruppen, was eine recht hohe Aktivität vortäuschte. Diese ist allerdings ausschlie0lich und allein der hohen Gruppenzahl zu verdanken, denn auf der ganzen Sonne verzeichnete ich nur insgesamt 34 Flecken und die noch vor einigen Tagen sichtbaren E- und F-Gruppen haben sich entweder aufgelöst oder zurückgebildet. Man darf auf die nächsten Tage gespannt sein, was an Fleckengruppen um den Ostrand herumwandert und ob dann das hohe Aktivitätsniveau noch weiter gehalten werden kann..

Im H-alpha fanden sich aufgrund des guten Seeings eine Vielzahl von Erscheinungen. Am zählte ich sagenhafte 19 Protuberanzen, 18 Filamente und 7 helle Flaregebiete. Zwei Protuben waren besonders erwähnenswert und standen am Westrand: eine, die sich nach oben zu öffnen schien und eine weitere, die viel Ähnlichkeit mit dem griechischen Symbol für Pi hatte. Die meisten anderen sahen eher wie die Spitzen von Tannenbäumen, Spritzer oder "irgendwie" aus. Die Filamente teilten sich in viele kleine Einheiten auf, nur ein paar waren größer und geschwungen geformt. Die Detailfülle ließ denn auch die H-alpha-Relativzahl auf einen noch nie von mir registrierten Wert von 440 hochschnellen. Die vor uns liegende Schönwetterkatastrophe dürfte mir noch einige Sonnenbeobachtungen bescheren, die ich in den vergangenen Monaten so schmerzlich vermisst habe.

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