Sonntag, 9. März 2014

Sonne am 09.03.2014


Die „Schönwetterkatastrophe“ hielt auch heute weiter an, nachdem der Himmel gestern Abend weitgehend vercirrt war und am Nachmittag dann auch keine Sonnenbeobachtung mehr ermöglichte. Und diese Cirren waren es auch, die heute wieder eher typisch norddeutsches Seeing bescherte: Wabbelnder Sonnenrand und wenig Kontrast auf der Oberfläche, was die Erkennbarkeit gerade der winzigen Gruppen auf der Sonne zusätzlich erschwerte. Oft sah man eine kleine Gruppe nur für Bruchteile von Sekunden, bevor sie wieder im Seeinggeblubber versanken.

Die AR 11990 war auf der Südhalbkugel nun endgültig wegrotiert und auch von der AR 11991 gab es nur noch ein armseliges Häufchen von Flecken, die ich der Waldmeierklasse B zuordnete, zu sehen. Von der AR 11999 konnte ich nichts mehr finden, was aber auch am Seeing gelegen haben mag. Die AR 12000 war auch weiterhin nur eine lange B, dahinter die AR 11998 als C und dazwischen eine einsame A ohne Nummer. In Richtung auf den Ostrand stand de AR 12002 als D. Im Norden stand die AR 11996, ebenfalls als D-Gruppe und, ganz nah am Westrand, die AR 12001 als B in einem Fackelfeld. Auf Satellitenbildern von SDO zeichneten sich noch zwei weitere Gruppen ab, die ich aber mit meinem kleinen 80/400er Röhr nicht auflösen konnte.

Das schlechte Seeing machte sich logischerweise auch und gerade im H-alpha bemerkbar: der Rand wallte und blubberte nur so vor sich hin und einzelne Protuben schienen aufzuspringen wie ein aktiviertes Programm im Dashboard meines Macs. Zwischendurch liefen regelrechte Wellen durch das Bild und ließen nur grobe Einzelheiten erkennen. Zwar fand ich 14 Protuberanzen, 16 gelegentlich auch bizarr geformte Filamente und 6 helle Flaregebiete, doch das chromosphärische Netzwerk war nicht zu sehen. Da schlechter werdendes Seeing auch schlechteres Wetter ankündigen kann, darf man auf die kommenden Tage weiterhin gespannt sein, auch wenn die Aktivität im Weißlicht gerade jetzt abzunehmen scheint.

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