Montag, 10. März 2014

Sonne am 10.03.2014


Der augenblicklichen Schönwetterkatastrophe sei Dank, dass mir auch heute nach Feierabend noch eine Beobachtung gelang, was morgen aller Voraussicht nach leider nicht der Fall sein wird, da ich dann erst nach Sonnenuntergang wieder zu Hause bin und zwischendurch keine Gelegenheit für eine Beobachtung haben werde.

Konnte man gestern aufgrund des deutlich schlechteren Seeings als am Vortag vermuten, dass ein Witterungsumschwung im Gange sei, so wurde man heute eines Besseren belehrt. Das Seeing war das Beste, was ich seit langem erleben durfte und noch eine Nuance optimaler als am Samstag.

Am Rand war nur gelegentlich eine kleine Bewegung zusehen, ansonsten stachen die Einzelheiten in den Fleckengruppen geradezu hervor. Umbra und Penumbra waren in den wenigen großen Gruppen klar zu trennen und selbst zwei winzige A-Gruppen fand ich fast auf Anhieb, was mir zuletzt oft nicht mehr gelang.

Nach wie vor ist die Südhalbkugel die dominantere Hälfte der Sonne. Im Westen stand die AR 11999, die ich auch heute bei bestem Seeing nicht finden konnte, gefolgt von der nun langsam zerfallenden AR 12000, die ich als kleine A1 zählte. Die AR 11998 war da schon wesentlich auffälliger und gehörte zur Klasse C. Dazwischen befand sich hart an der Auflösungsgrenze eine B, die weder von der Kanzelhöhe noch von der NOAA registriert wurde. Mehrmaliges hin-, weg- und wieder hingucken brachte keine Veränderung: ich fand die Gruppe jedes Mal wieder. Die AR 12002 war da schon auffälliger; ich rechnete sie zur Klasse D, da sie zwar einerseits etwas komplexere Strukturen aufwies, nach meinem Gefühl aber zu kurz war, um zur Klasse E gerechnet zu werden. Dicht am Ostrand fand ich in einem Fackelfeld dann noch einen A1-Fleck ohne Nummer. Auf der Nordhalbkugel stand westlich von Sonnenmeridian noch eine B ohne Nummer und natürlich die AR 11996, die ich noch als D einstufte, obwohl man sie sicher auch für eine E halten konnte.

Der Anblick der Sonne im H-alpha war bei dem Sahne-Seeing natürlich ein Hochgenuss, wie ma ihn selten empfindet. Allerdings waren im Hintergrund schon erste Cirren zu erkennen, da dieser nicht dunkel, sondern deutlich aufgehellt war. Den 14 zumeist winzigen Protuberanzen machte das aber nichts aus, ebenso wenig den 10 (!!!) Flaregebieten – drei wiesen sehr helle Punkte auf, aus denen Flare emporsteigen könnten – und 16 Filamenten, von denen einige schön geschwungen die Sonnenoberfläche zierten. Eine war perspektivisch von der Seite zu sehen, zwei andere gingen am Sonnenrand direkt in Protuberanzen über. Unter diesen optimalen Bedingungen macht das Beobachten Spaß. Leider hat man das hier im Norden viel zu selten und schade, dass ich wegen Arbeit die Zeit nicht für Nachtbeobachtungen nutzen konnte.

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