Dienstag, 11. März 2014

Sonne am 11.03.2014


Es war nur dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass ein beruflicher Termin verschoben wurde und ich daher früher nach Hause kam. Gerade noch rechtzeitig, um vom Dachboden aus die dicht über der Baumgrenze stehende Sonne zu erwischen. Ausfalltage angesichts der Schönwetterkatastrophe, die schon am kommenden Wochenende wieder vorbei sein soll, sind mehr als ärgerlich und im vergangenen Winter hatte ich überreichlich davon.

Das Seeing – ich hatte es fast erwartet – war heute nicht ganz so gut wie noch gestern. Hier scheinen sich erste Ausläufer des herannahenden schlechten Wetters bemerkbar zu machen. Der Sonnenrand bewegt sich zwar mäßig, dafür war aber die Oberfläche bisweilen schon etwas „blubberig“ und zeitweise war auch eine Trennung zwischen Umbra und Penumbra schwierig.

Am Westrand stand auf der Nordhalbkugel noch die AR 11996 als D-Gruppe mit einigen interessanten penumbralen Strukturen – man hätte sie auch zur Klasse E zählen können, was aber wegen der randnahen Perspektive schwer war. Weiter in Richtung Zentralmeridian stand die AR 12003, die heute zur Klasse D gerechnet werden musste, weil sie ein paar Penumbren dazubekommen hatte. Im Süden fand ich – auch wenn die Aktivität hier spürbar zurückgegangen war – die AR 12004 als A1 und die AR 12002, die nunmehr zweifelsfrei die Klasse E erreicht hatte und entsprechend große Penumbren ausgebildet und eine ausreichende Länge erreicht hatte. Die fast am Meridian stehende AR 11998 gehörte dann auch heute zur Klasse C. Die B-Gruppe, die zwischen den beiden Letztgenannten stand, konnte ich nicht mehr finden – auf Bildern des Solar Dynamics Observatory (SDO) war denn auch nur noch am Rande des Auflösungsvermögens „etwas“ zu sehen – und so gab es heute insgesamt nur 5 Gruppen auf der Sonne, ein merklicher Rückgang in den letzten Tagen und man darf gespannt sein, wann es wieder aufwärts geht, nachdem da Jahr 2014 so interessant und spannend gestartet war.

Der niedrige Sonnenstand und erste ins Bild ragende Bildwipfel bereiteten bei der H-alpha-Beobachtung einige Probleme und so konnte ich nur noch schnell 19 Protuberanzen, 14 Filamente und 7 Flaregebiete sehen, bevor ich die Beobachtung aus „botanischen“ Gründen vorzeitig beenden musste. Einige der Protuben wäre es Wert gewesen, intensiver beobachtet zu werden, aber dazu reichte dann am Ende die Zeit nicht mehr aus.

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