Samstag, 29. März 2014

Sonne am 29.03.2014


Der Tag begann sehr neblig und ich rechnete daher am Vormittag nicht mehr ernsthaft mit einer Beobachtung, doch kurz, bevor ich meine samstägliche Einkaufstour starten wollte, kam die Sonne das erste Mal richtig durch die Nebelschicht hindurch. Ich baute schnell das Teleskop auf und versuchte mich an einer Relativzahlbestimmung. Doch schon der erste Blick verriet: Das Seeing war extrem gruselig: ein Sonnenrand, der ständig in heftiger Bewegung war und eine Oberfläche, wo die Gruppen scheinbar hin- und her zu springen schienen. So erkannte ich zwar die größten Gruppen und eine kleine am Sonnenrand, mehr aber auch nicht.

Gegen Mittag unternahm ich eine Kontrollbeobachtung mit leider dem gleichen Resultat. Das Seeing war immer noch katastrophal schlecht. So fand ich im Norden nur die AR 12022 als J1, die AR 12017 als D8 und in der Nähe – jeweils nur für ganz kurze Momente – die AR 12018 als A1. Im Süden standen die AR 12021 als D8, die AR 12014 als C 5 und am Rand in einem Fackelgebiet die AR 12010 als B2. Aufgrund der sich auch nach längerer Beobachtungszeit nicht verbessernden Bedingungen blieben mir zwei kleine A1-Gruppen leider verborgen.

Das Seeing schlug auch auf die H-alpha-Beobachtung durch: das chromosphärische Netzwerk war überhaupt nicht zu sehen, dafür aber am blubbernden Sonnenrand 11 Protuberanzen und auf der Oberfläche, über die regelrechte Seeingwellen liefen, 20 zumeist sehr kleine Filamente. Diese waren aber auch hier nur für ganz kurze Augenblicke wirklich zu sehen. Ab und zu konnte ich dann auch noch einen Blick auf die 7 Flaregebiete werfen, die heute sichtbar waren. Zumindest theoretisch. Bilder aus dem GONG-H-alpha-Network zeigen indes, dass auch heute die Aktivität ziemlich gleichmäßig über die gesamte - von der Erde aus sichtbare - Sonnenoberfläche verteilt war.

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