Mittwoch, 30. April 2014

Sonne am 30.04.2014

Nach einem mehr als 10stündigen Arbeitstag, der weitgehend unter Wolken ablief, rechnete ich nicht mehr mit einer Beobachtung und war dafür eigentlich auch zu müde. Doch es kam wieder mal anders, denn gegen Abend riss die dichte Bewölkung plötzlich auf und gab den Blick auf die Sonne frei. Ihr Licht musste sich schon ordentlich durch horizontnahe Dunstschichten hindurch quälen und wurde merklich abgedämpft, aber nicht so kräftig, dass nichts mehr zu sehen gewesen wäre. Das Seeing war nämlich ausgesprochen gut, feinste Details kamen klar heraus und so fiel es nicht scher, sich noch mal zu motivieren. Das gilt dann auch für diesen Blogbeitrag.

Die Zahl der Gruppen hatte sich nicht verändert, denn es waren die gleichen wie am Vortag, auf die das Auge des Beobachters traf. Im Norden stand dicht am Westrad die AR AR 12048 als J3 und auf der Osthälfte die AR 12050 als J1. Eine J1 war auch auf der Südhalbkugel zu finden: die AR 12045. Bei den einzigen größeren Aktivitätsgebieten, die AR 12049 und die AR 12047 hatten sich die Penumbren weiterentwickelt und die Zahl der Einzelflecke hat ein wenig zugenommen. Die AR 12049 gehörte zur Waldmeierklasse D mit 14 Flecken und die AR 12047 zur Klasse E, was sie vor allem ihrer Länge verdankte und nicht der Zahl von 19 Einzelflecken.

Die H-alpha-Beobachtung im PST profitierte dann auch noch vom Seeing. Die Aktivität war allerdings deutlich gegenüber gestern zurück gegangen. Am Rand waren nur 7 Protuberanzen zu sehen und auf der Oberfläche 12 Filamente und 4 Flare. Nachdem ich meine Zahlen ermittelt hatte, war die Motivation dann doch weitgehend dahin und wird nach der Veröffentlichung dieses Eintrags endgültig begraben werden. Der lange Arbeitstag wird dann doch seinen Tribut fordern ...

Dienstag, 29. April 2014

Sonne am 29.04.2014

Einem selten gesehenen Phänomen verdankte ich meine heutige Sonnenbeobachtung: Gerade als ich zu Hause ankam, bildete sich rund um die Sonne ein Wolkenloch, das nicht nur ziemlich stationär blieb, sondern sich auch deutlich vergrößerte. Die eingekauften Waren mussten daher warten, bis sie in den Kühlschrank untergebracht wurden, denn erst einmal war die tägliche Sonnenbeobachtung wichtiger, getreu dem Motto: Wenn die erste Chance nicht genutzt wird, gibt es keine zweite!

Das Seeing war wieder sehr gut, die Details in den wenigen vorhandenen Sonnenflecken kamen sehr plastisch zum Vorschein, besonders in der Ar 12049 auf der Südhalbkugel, die ich als D 15 klassifizierte und die im nachfolgenden Teil sogar eine kleine Lichtbrücke aufwies. Die AR 12047 war heute auch eine D, mit 16 Flecken. In Richtung Westrand stand die AR 12045 als leicht deformiert wirkende J1. Der Norden war dagegen deutlich fleckenärmer: nur eine J1 (AR 12050) und eine C4 (AR 12048) waren hier zu sehen.

Das gute Seeing lud geradezu zu einer H-alpha-Beobachtung ein. Schnell noch das Essen im Kühlschrank verstaut und schon konnte es losgehen. Als erstes fiel mir eine größere Protuberanz im Südwesten auf sowie einen weiteren Protuberanzenherd daneben. Insgesamt 8 dieser Materiebögen waren am Sonnenrand vorhanden. Auf der Oberfläche entdeckte ich 5 Flaregebiete und 20 Filamente besonders auf der Ostseite. Besonders die große Protube lud förmlich zu einer Zeichnung am PST ein, die ich aber noch einscannen muss. 

Während ich dabei war, die Einzelheiten zu Papier zu bringen – ich beobachte vom Küchenfenster aus – hörte ich von der Straße laute Bemerkungen wie „Ey, Aller, guck Disch an, da oben is Spion“. Super, dachte ich, ignorierte das aber. Drei Leute in islamischer Tracht blieben stehen und guckten zu mir rauf, was ich weiterhin ignorierte, aber aus dem Augenwinkel verfolgte. Dann riefen Sie „Ey, Stasimann, was guckst Du misch an“ (das Teleskop war die ganze Zeit auf die Sonne ausgerichtet! Ich ignorierte sie weiter und hoffte inständig, das die Leute weitergingen. Es kam irgendwann noch ein, „Scheiß-Nazi“, dann zogen sie weiter. Da war die Konzentration für die Beobachtung erstmal hin und ich darf nun hoffen, dass die nicht irgendwann mal vor meiner Wohnungstür stehen …

Harmlose Sonnenbeobachtung kann also durchaus gefährlich sein, ich bin es aber mittlerweile gewohnt, bepöbelt zu werden („Glotz nicht ständig in unser Fenster, sonst gibt es was aufs Maul!“) oder die Drohung zu erhalten, eine Strafanzeige zu erhalten, wenn ich noch einmal mit einer Kamera Wohnungen ausspioniere.

Übrigens: Der Hinweis, das ich nur die Sonne beobachte und das man gerne auch durch das Teleskop schauen kann, wurde bislang ignoriert („Mir können Sie nichts erzählen, ich kenne mich aus, das ist eine Videokamera!“, „Sie lügen, das kann man gar nicht, weil die Sonne viel zu hell ist“). Selbst die „Arbeitsjacke“ mit Aufschrift „Sternwarte Bergedorf“ hilft nicht („Die kann man sich ja überall kaufen“). Da fällt einem nichts mehr zu ein.

Montag, 28. April 2014

Sonne am 28.04.2014

Sonnenbeobachtung kann bisweilen eine aufregende, Nerven zerrende und Zeit raubende Angelegenheit sein, wie am heutigen Tag. Während tagsüber immer wieder die Sonne zum Vorschein kam, bewölkte es sich pünktlich zu Feierabend vollends und es sah nicht mehr nach einer Auflockerung des Himmels auf. Doch weit gefehlt, passierte genau das ein paar Stunden später. Nun begann das Nerven aufreibende: der Himmel war in fast allen Richtungen wolkenfrei, nur nicht in Richtung Sonne und Wolkenlücken zogen immer genau über oder unter ihrer Position hindurch.

Es dauerte vom Aufbau des Teleskops bis zu ersten Beobachtung fast eine dreiviertel Stunde, denn gleich nachdem das Teleskop ausgerichtet war, zog es sich zu, während der Himmel ringsum aufriss. Wiederum gut 30 Minuten gewartet, näherte sich ein wolkenfreier Abschnitt der Sonne, natürlich nicht, ohne immer wieder kleine Wolkenfetzen durch das Bild zu schicken. Abschnittsweise konnte ich einige Bereiche der Sonnenoberfläche unter durchziehenden Wolken sehen und weiter war es nur in Sonnenrichtung dick bewölkt. Als es dann endlich soweit war und ich dachte, jetzt ungestört beobachten zu können, musste ich mich wieder beeilen, denn mit einem Mal kam wieder ein Wolkenfeld heran, dass die Nordhälfte der Sonne bedeckte und ich mich nochmal gedulden musste, bis dieses Feld durchgezogen war ... und das nächste heran kam.

Zum Glück gab es nicht viel zu zählen und das Seeing war ausgesprochen gut. Im Norden stand die AR 12048 als D6 und die neue AR 12050 als J1, der Süden zeigte die neue AR 12049 als D8 mit einer Lichtbrücke im f-Teil, die AR 12047 als C5 und die AR 12045 als J4.

Wollte ich noch eine H-alpha-Beobachtung bekommen, musste ich mich schon sehr beeilen, da weitere Wolken in den bislang wolkenfreien Teil des Himmels eindrangen. Das Seeing war auch hier sehr gut – störend waren nur die jetzt immer rascher herankommenden neuen Wolkenfelder und deren vorauseilenden Teile, die durch das Sichtfeld wanderten – und ich fand zunächst 8 Protuberanzen, 19 Filamente und 4 Flaregebiete. Und die hatten es durchaus in sich, denn ich fand gleich drei Stück, die zur Zeit der Beobachtung aktiv waren: einen in der AR 12049, einen in der AR 12047 und einen in der AR 12048. Leider kamen wieder Wolken und verhinderten die weitere Beobachtung, während natürlich der Rest des Himmels fast ohne Wolken war ...  

Sonntag, 27. April 2014

Sonne am 27.04.2014

Dass Murphy ein treuer Wegbegleiter meiner astronomischen Beobachtungstätigkeit ist, durfte ich schon zur Genüge erfahren und so musste ich heute erst einmal ein paar Schwierigkeiten überwinden, bevor ich mit der eigentlichen Beobachtung beginnen konnte. Zunächst hatte sich auf dem kurzen Weg von meiner Wohnung zum Dachboden eine dickere Wolkenschicht am ohnehin reichlich verschleimten Himmel geschoben und ließ erst einmal alle Hoffnungen vergehen, noch vor dem Frühstück eine Beobachtung zu bekommen. Dafür versuchten wieder Wespen durch das schmale Dachbodenfenster hereinzukommen, was durch das Zuschlagen des Fensters erfolgreich verhindern konnte.

Ich musste aber nicht lange warten, da sah ich, wie sich die Sonne langsam aus der Syphschicht befreite: erst war nur ein Teil ihres Nordpols zu sehen, die ersten Flecken tauchten auf und schließlich war die Sonne vollkommen freigegeben, wenn auch der Himmel immer noch nicht wirklich klar war. Das merkte man am aufgehellten Himmelshintergrund im Okular.

Im Weißlicht waren wiederum kaum Flecken zu finden. Am Ostrand stand die AR 12042 als H1 und zum Zentralmeridian hin hatte sich – quasi über Nacht – eine C-Gruppe mit 3 Flecken gebildet, die derzeit noch ohne NOAA-Nummer ist. Diese beiden Aktivitätsgebiete waren denn aich die einzigen, die man auf der Nordhälfte finden konnte. Der Süden wies demgegenüber zwar ein paar mehr Gruppen auf, war aber dadurch nicht unbedingt lebhafter als der Norden. Ganz am Ostrand stand hier eine oval geformte J1 ohne Nummer. Man wird sehen, ob sie Teil einer größeren Aktiven Region ist oder nicht. Die schon gestern sichtbare A1 hatte die Nummer 12047 bekommen und die AR 12045 klassifizierte ich als C7, womit es heute nur 5 Gruppen wurden.

Die Beobachtungsbedingungen schlugen in viel stärkerem Maße im H-alpha durch, hier war der Hintergrund orange und es machte einige Mühe, hier etwas zu erkennen. So fand ich am Sonnenrand lediglich 6 Protuberanzen – was sich später auch anhand von Aufnahmen im Web verifizieren ließ -,und auf der Oberfläche 14 Filamente und 4 helle Flaregebiete, die bei der heutigen Wetterlage allerdings schwierig zu erkennen waren. Auch waren die Filamente nicht sehr eindrucksvoll; vom chromosphärischen Netzwerk war keine Spur zu sehen.


Und, ich erwähnte Murphy bereits, nach der Beobachtung wurde das Wetter natürlich besser, aber da stand die Sonne wieder hinter Bäumen ...

Samstag, 26. April 2014

Sonne am 26.04.2014

Kurz vor Beginn meiner samstäglichen Sonderschicht auf der Arbeit, konnte ich vom Dachboden aus noch unter blauem Himmel, dafür aber mit unterdurchschnittlichem Seeing, beobachten.

Es hatte sich gegenüber gestern nur wenig geändert. Die bekannten Fleckengruppen waren ein Stück weiter nach Westen gewandert, zeigten aber so gut wie keine Veränderungen. Die AR 12042 war nach wie vor die einzige Gruppe auf der Nordhalbkugel und näherte sich als H1 dem Westrand an. Dem sehr viel näher stand die AR 12038, die dort als A1 zu finden war. Die AR 12044 war bei dem teilweise sehr schlechten Seeing nur sehr schwer zu finden, ich sah hier nur zweimal kurz was „aufblitzen“, als die Gruppe aus dem allgemeinen Geblubber auftauchte. Die dahinter stehende AR 12045 war als C5 dagegen schon sehr viel besser zu sehen. Wie übrigens auch eine kleine A1, die in einem Fackelfeld am Ostrand deutlich zu sehen war, aber zu dieser frühen Stunde noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte.

Schnell noch einen Blick ins H-alpha geworfen, sah ich, wie auch hier das Seeing durchschlug und für eine starke Bewegung des Sonnenrandes verantwortlich war. Dafür stoplterte ich am südöstlichen Rand über zwei größere Protuberanzen, eine sah as wie ein am Sonnenrand angeklebtes c, die andere erinnerte an eine sprudelnde Quelle. Nimmt man das Auftreten dieser beiden Protuben als Maßstab, so könnte man sie als Hinweis auf bald an dieser Stelle auftauchende Aktivitätszentren deuten, da diese sich in der Regel über den Polen des lokalen Magnetfeldes bilden. Diese müssten dann aber spätestens Morgen zu sehen sein. Insgesamt kam ich heute beim Zählen für die H-alpha-Relativzahl bei interstellarum auf 10 Protuberanzen, 20 Filamente und 7 helle Flaregebiete.

Freitag, 25. April 2014

Sonne am 25.04.2014

Am Beginn des Tages sah es keineswegs danach aus, als ob man die Sonne zu Gesicht bekommen sollte, denn es war hochnebelartig bewölkt und der Wetterbericht im Radio sprach von Regen am Nachmittag. Es kam zum Glück völlig anders. Nachdem sich der Nebel verzogen hatte, klarte es sehr schnell auf und wurde warm. Der durchweg blaue Himmel ließ auf eine störungsfreie Beobachtung hoffen. Wer mich kennt, weiß, dass ich im Prinzip bei jeder Beobachtung einen Murphy im Gepäck habe.

Kaum zu Hause angekommen und die Einkäufe verstaut, zog es für eine gute halbe Stunde zu. Etwa eine Stunde zuvor schon konnte man das Aufquellen der Wolken beobachten und natürlich störten diese just zum Zeitpunkt, an dem ich das Teleskop auf meiner Fensterbank positioniert hatte. Nun hieß es erst einmal am geöffneten Fenster zu warten, was wegen der Wespen in letzter Zeit ja nicht unbedingt risikolos war. Aber die hatten heute wohl etwas anderes vorm denn es ließ sich keine blicken.

Eine erste Wolkenlücke ließ nur einen kurzen Blick zu, dann musste ich wieder fast eine halbe Stunde warten, bis die Sonne endlich wieder rauskam, dieses Mal aber für länger.

Das Bild im Weißlicht war leider, trotz ganz gutem Seeing (R und S 3 nach Kiepenheuer) ein Stück weit enttäuschend. Im Norden befand sich immer noch die AR 12042 – nur noch als H1, weil ich in ihrer Umgebung keine Flecken mehr finden konnte. Sie war das einzige Aktivitätsgebiet ihrer Hemisphäre. Im Süden fand ich am Sonnenrand noch Reste der AR 12038 als A1, die AR 12044 als B2 und die AR 12045 als C3. Auf Aufnahmen des Big Bear Solar Observatory war sehr schön zu sehen, wie sich die heute morgen noch in der Nähe stehende AR 12046 allmählich auflöste und gleichzeitig um den Rand rotierte.

Im H-alpha machte sich das Seeing weitaus heftiger bemerkbar. Der Im Weißlicht leicht wallende Sonnenrand war hier heftig in Bewegung. Dort fand ich auch nur 10 Protuberanzen, die kleinsten Sprays und Spiculen entgingen mir dabei. Die Oberfläche glänzte mit nur wenigen Höhepunkten: 5 helle Flaregebiete standen 14 Filamente – zwei davon etwas länger ausgedehnt, je eine im Norden und im Süden – gegenüber. Ein Blick auf die Rückseite der Sonne mit Satellitenhilfe offenbart zwar dort eine ganze Zeihe von Aktivitätsgebieten, die aber versammelten sich gerade alle in der Nähe des Sonnenmeridians.

Durchziehende Wolken versetzten das Seeing immer wieder in Bewegung, sodass die heutige Beobachtung insgesamt als sehr durchschnittlich betrachtet werden muss. Bemerkenswert war außerdem, dass weder im Weißlicht, noch im H-alpha im Osten der Sonne ein neues Aktivitätsgebiet zu sehen war. Dafür hatte sich gestern um 0:27 UTC die AR 12035 mit einem X1.3-Flare von uns verabschiedet.



Donnerstag, 24. April 2014

Sonne am 24.04.2014

Das war eine Beobachtung quasi in letzter Minute. Ein Freund rief mich aus Bergedorf an, um mir mitzuteilen, dass er gerade strahlenden Sonnenschein hat und die Sonne beobachten konnte, während bei mir nicht eine Spur von klarem Himmel zu sehen war. Wir beide sind ca. 20 km Luftlinie voneinander entfernt, aber bei mir war nicht die Spur eines blauen Himmels wie in Bergedorf zu sehen. Erst sehr viel später lösten sich die Wolken aus Richtung Südost auf – eine für Hamburg eher untypische Richtung, hier kommt das Wetter in der Regel aus Nordwest bis Südwest. 

Und während man in Bergedorf schon beobachtet hatte, musste ich noch warten, bis die Front durchgezogen war und mit einem Mal der Himmel völlig aufgeklart war.

Dafür war das Seeing erstaunlich gut: die fünf gerade sichtbaren Fleckengruppen stachen mir regelrecht ins Auge. Die AR 12042 als H2 war auch heute die einzige Gruppe, die auf der Nordhalbkugel der Sonne zu erkennen war. Am Westrand stand eine C3 ohne NOAA-Nummer und die AR 12038 als D4. Die AR 12044 kam mir vor wie eine B4 und die AR 12045 als C5.

Unter den gegebenen – guten – Umständen lohnte sich auch die Beobachtung im H-alpha. Wieder waren die beiden Polgebiete ohne jegliche Erscheinung, dafür wies die Oberfläche 17 Filamente und 5 Flaregebiete auf, während am Rand 10 kleine Winz-Protuben zu sehen waren. Weder Flaregebiete, noch Filamente waren außerordentlich groß, aber das kann man in diesen Tagen leicht gesunkener Sonnenaktivität wohl auch nicht erwarten. 

So hatte ich am Ende des Tages doch noch mal Glück mit der Beobachtung, womit an diesem neblig-grauen und zeitweise schwülen Tag eigentlich nicht mehr zu rechnen war.

Mittwoch, 23. April 2014

Sonne am 23.04.2014


Nachdem der gestrige Tag sehr sonnig begann und im Gewitter mit Starkregen und Hagel endete, wodurch eine Beobachtung nach Feierabend erfolgreich verhindert wurde, war es heute beinahe umgekehrt. Am Morgen machte sich schwüle Luft und Hochnebel breit, der sich erst in den späten Nachmittagsstunden auflöste, wodurch mit heute wieder eine Beobachtung beschert wurde. Dabei war den ganzen Tag via Web zu verfolgen, dass die Wolkenschicht knapp südlich von Hamburg endete und es ab da anscheinend überall wolkenlos war …

Zum Glück tauchten heute keine Wespen in meiner Nähe auf, sodass ich ungestört beobachten konnte. Und nahezu „ungestört“ war die Sonne auch im Weißlicht. Nur wenige Gruppen waren zu finden. Binnen zweier Tage musste die Aktivität also deutlich zurück gegangen sein. Auf der Nordhalbkugel war nur noch eine Gruppe, die AR 12042, als C2 zu erkennen. Im Süden stand die AR 12045 als J1 – die Penumbra wies in Richtung Ostrand eine deutliche Ausbeulung auf – und die AR 12044 als B6. Die AR 12038 konnte als D8 bestimmt werden. Ganz am Ostrand standen noch Reste der AR 12035, die ich als D7 mit drei geschlossenen Penumbren ohne Einzelflecken dazwischen, klassifizierte. Nur noch fünf Gruppen, gegenüber den zuletzt zumeist 10 Gruppen schon ein spürbarer Rückgang. Wie lange dieser nun anhält, muss erst einmal abgewartet werden.

Ähnlich bescheiden war die Situation im H-alpha. Das mittlerweile gute Seeing zeigte mir zwar ansatzweise das chromosphärische Netzwerk, dafür aber auch nur 14 Protuberanzen – nur eine ragte etwas weiter über den Sonnenrand hinaus und sah kelchförmig aus -, 5 helle Flaregebiete und 16 Filamente, davon vier etwas größere. Alle Erscheinungen verteilten sich entlang des Sonnenäquators und die Polgebiete der Sonne waren frei von Aktivitätsgebieten und Protuberanzen. Da am Ostrand derzeit keine auffälligen Materiebögen zu sehen waren – ganz anders als beim letzten Aktivitätsschub – ist wohl davon auszugehen, dass die Zahl der Erscheinungen erst einmal wieder auf niedrigem Niveau verharren wird. 

Der „Farside-Ticker“ bei solarham, zeigt die Aktivität der erdabgewandten Seite der Sonne an, wohin im Augenblick die seit 2006 in einer Sonnenumlaufbahn befindlichen zwei STEREO-Sonden schauen und da tummeln sich die meisten Gruppen derzeit nahe des Sonnenmeridians. Es bleibt also weiter abzuwarten, ob es das jetzt war mit dem Maximum oder Nebenmaximum, oder ob es nach kurzer Pause weitergeht mit der hohen, im Vergleich zu anderen Zyklen unterm Strich aber doch eher niedrigen, Sonnenaktivität im 24. Zyklus seit Beginn der Zählung im Jahr 1755.  

Montag, 21. April 2014

Sonne am 21.04.2014


Es war ein Ostermontag-Vormittag, wie man ihn sich ausdrücklich nicht wünscht: kalt, bedeckter Himmel mit tief hängenden Wolken und leichtem Regen, der zunächst nicht vermuten ließ, das heute noch eine Sonnenbeobachtung möglich sein würde. Bei sat24.com allerdings zeigte sich eine Wolkenschleppe, die für den Nachmittag einige Aufklarungen erhoffen ließ. Die ersten kamen, als die Sonne unerreichbar hinter meinem Haus stand. Kurz nach 13 Uhr trafen die mittlerweile häufiger werdenden Wolkenlücken denn endlich auch mal die Sonne, nachdem sie zuvor immer oberhalb oder unterhalb ihrer Position am Himmel durchgezogen waren.

Mein Teleskop war schnell auf der Fensterbank in der Küche aufgebaut und ich konnte wieder eine Sonne bei absolut miesem Seeing vorfinden. Bei uns im Norden kommt es häufiger vor, dass der Himmel gerade zur Mittagszeit aufklart, nur, um Stunden später wieder zuzuziehen, woraus in der Arbeitswoche extrem viele Ausfalltage bei der Beobachtung entstehen.

Just zu dem Moment, wo ich beobachtete, hatte ich also wieder mit schlechtem Seeing zu kämpfen, dass dieses Mal keine zwischenzeitlichen Verbesserungen zeigte. Dennoch war die Erkennbarkeit kleinerer Gruppen heute nicht so schwer wie in den Vortagen.

Direkt am Westrand stand die AR 12034 als D6, zusammen mit der AR 12042 als C3-Gruppe waren heute nur zwei Aktivitätsgebiete auf der Nordhalbkugel zu sehen. Im Süden standen am Westrand die AR 12036 als D4, knapp dahinter die AR 11035 als E17 und die gestern noch wie ein Pfeil aussehende AR 12038 als D14.Weiter östlich stand die AR 12044 als B4, davon isoliert ohne Nummer eine A1 und die AR 12045 als J1.

Für die H-alpha-Beobachtung musste ich mich sputen, denn die Wolkenlücke würde sich bald wieder schließen. Ich erkannte schnell noch 9 Protuberanzen – eine aufsteigende und eine büschelförmige am Westrand sowie eine, die wie eine Pfeilspitze aussah, am Ostrand -, 7 helle Flaregebiete und 14 Filamente, die heute aber weniger beeindruckend waren als gestern.

Schade, dass heute mein letzter freier Tag war, denn in den kommenden Tagen wird das Wetter wohl so werden wie heute, und mir eine eigene Beobachtung unmöglich machen. Aber vielleicht habe ich ja doch das Glück und kann auch nach spätem Feierabend noch beobachten.

Sonntag, 20. April 2014

Sonne am 20.04.2014


Der Ostersonntag begann mit sehr dunstigen Himmel, der das Licht der Sonne im Okular merklich abdämpfte, was prinzipiell, wenn ein bestimmtes Maß nicht überschritten wird, für die Beobachtung gute Auswirkungen haben kann. Aber leider nur dem Prinzip nach, denn auch heute war das Seeing erst einmal wieder schlecht bis miserabel. Im Gegensatz zu gestern gab es dabei aber längere Abschnitte, in denen das Bild erstaunlich ruhig war und bislang verborgene Details resp. Sonnenflecken, preisgab. Leider waren zu meiner frühen Beobachtungsstunden auch wieder die Wespen aktiv und versuchten ein ums andere Mal, durch das schmale Dachbodenfenster einzudringen. Zuschlagen des Fensters verhinderte das zwar, es unterbrach aber auch die Beobachtung. Und die hatte es durchaus in sich.

Auf der Nordhälfte der Sonne war die AR 12032 um den westlichen Sonnenrand herum rotiert und nur noch die AR 12033 als J1 stand kurz davor, mitten in einem Fackelfeld stehend. Die AR 12040 war deutlich als A1 zu sehen, die AR 12039 wieder nur in Momenten ruhiger Luft. Weit im Osten war noch die AR 120432 als D3 zu finden. Nicht zu vergessen die AR 12034 als D6 in Richtung Westrand. Der Süden der Sonne war denn nach ein paar Tagen des Fast-Gleichstandes mit dem Norden heute wieder deutlich aktiver. Am Ostrand waren die AR 12045 als J1 und die AR 12044 als B9 zu sehen, nahe des Zentralmeridians stand die immer noch pfeilförmige AR 12038 als D9. Auf der Westhälfte tummelten sich die vielen aktiven Gruppen der letzten Tage: die AR 12035 als D20, hart an der Grenze zur Klasse E, die AR 12036 als D10 und die AR 12037 nur noch als C3. Oberhalb der AR 12035 fand ich dann noch eine kleine B2, die sich offenbar isoliert von dieser Gruppe entwickelt hatte.

Beim Umbau von Weißlicht auf das PST musste ich wieder das Fenster schließen, weil nun ein besonders dickes Exemplar von Wespe, möglicherweise eine Wespenkönigin, um Einlass begehrte, den ich ihr aber verweigerte.

Im H-alpha offenbarte sich mir dann ein regelrechte Sammelsurium an verschiedensten Erscheinungen. Am Rand zählte ich 12 Protuberanzen, von denen zwei besonders auffällig waren: eine saß am Ostrand und sah aus wie ein zusammengedrückter Tannenbaum eine andere, am Westrand, wie zwei nach oben zeigende Stäbe.

Auf der Oberfläche waren 7 helle Flaregebiete – von denen sich allein 5 im Süden tummelten – zu finden sowie 15 Filamente. Eines davon im Nordwesten war besonders großflächig und dessen äußerster Ausläufer ragte bereits als kleine Protuberanz über den Sonnenrand hinaus. Andere bildeten geschwungene Bögen, die über weite Bereiche der Sonnenoberfläche verteilt waren. Bemerkenswert war noch die Tatsache, dass sich fast alle Erscheinungen entlang des Sonnenäquator gruppierten und der Nord- und der Südpol der Sonne frei von irgendwelchen Filamenten oder Protuberanzen war.

Samstag, 19. April 2014

Sonne am 19.04.2014


Nach einen Ausfalltag wegen durchziehendem Regen und starker Bewölkung konnte ich heute wieder zur Beobachtung meinen Dachboden aufsuchen. Der Himmel war, bis auf die Richtung, in der die Sonne stand und wo sich leichter Syph bemerkbar machte, klar und blau. Der Blick durch das Okular offenbarte allerdings abermals ein ziemlich schlechtes Seeing. Der Sonnenrand war ständig in Bewegung und auf der Oberfläche nur in einigen Minuten zwischendurch ein klares Bild zu erhalten. Dieses war dann aber fast brillant scharf, bis der nächste Seeingschub kam und wieder jede Menge Details verschwinden ließ. Bei zunehmender Dauer der Beobachtung wurde das aber eher noch schlechter, anstatt besser.

Das Geschehen auf der Sonne hatte sich nun weit nach Westen verschoben, wo auf der Nordhalbkugel die beiden Aktivitätsgebiete 12032 und 12033, jeweils eine J1, schon dicht am Sonnenrand standen. Die AR 12040, in den letzten Tagen immer sehr schwer zu beobachten, hatte sich geringfügig weiterentwickelt und war nun als B3 zu sehen. Die davor stehende AR 12039 ließ sich in den Momenten ruhiger Luft dann auch mal blicken. Leichter zu erfassen waren hingegen die AR 12034 als D6, die zwar drei Penumbren aber keine Flecken außerhalb davon aufwies. Im Osten war darüber hinaus die AR 12042 als D7 zu sehen. Im Süden war unter der AR 12034 die AR 12037 als C3 zu finden und die AR 12036 als D20 und die AR 12035 als D 15. In Richtung Osten war die AR 12038 als pfeilförmige D8-Gruppe zu finden.

Die Beobachtung der Sonne im H-alpha machte dann keinen wirklichen Spaß mehr, weil das Seeing hier weitaus stärker zuschlug und alles nur vor sich hinblubberte. Selbst das Verändern der Filtereinstellung am PST änderte nur wenig. Am Rand zählte ich schnell noch 10 Protuberanzen, auf der Oberfläche 14 Filamente und 6 Flaregebiete, wobei ich bei der AR 12036 den Eindruck hatte, als ob hier gerade ein Flare aufleuchtete, war mir aber angesichts der schlechten Beobachtungsbedingungen nicht sicher. Hier war übrigens gestern um 13:03 UT ein M7.3-Flare aufgestiegen, den ich wegen des gestrigen Wetters leider verpasst habe.

Donnerstag, 17. April 2014

Die Sonne im März 2014



ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Über den ganzen Monat betrachtet, beruhigte sich die Aktivität der Sonne im Weißlicht ein wenig. Danach sah es aber am Anfang überhaupt nicht aus: ganze 13 Fleckengruppen registrierte die NOAA für den 1. März 2014, darunter die Aktiven Regionen 11982, 11987 und 11991 als E-Gruppen. Und drei der 10 Aktivitätsgebiete waren auf der Nord- der Rest auf der Südhalbkugel, zu sehen. Schon einen Tag später hatte sich die Zahl der Fleckengruppen auf 10 reduziert und die randnahe AR 11982 war nur noch als C-Gruppe zu sehen. Am 4. und 5. rotierte die AR 11987 um den westlichen Sonnenrand herum und die Zahl der Gruppen war unter 10 gefallen, stieg danach aber kurzfristig wieder an. Die AR 11991 war in ihrer 2. Rotation noch bis zum 9. März zu sehen und verschwand danach hinter dem Westrand. Daneben gab es wieder nur Gruppen der Klassen A bis D, H und J. In den nachfolgenden Tagen setzte dann ein schleichender Abwärtstrend ein. Die AR 11996 erreichte am 10. auf der Nordhalbkugel die Waldmeierklasse E. Sie war bereits am 3. als C-Gruppe erschienen und hatte sich relativ unspektakulär entwickelt, enthielt kaum große Penumbren und verdankte ihre Klassifikation vor allem der Längenausdehnung auf der Sonnenoberfläche. Am 12. war die Zahl der Fleckengruppen auf nur noch 5 zurückgegangen, wo nach Angaben der NOAA auch die AR 12002 zur Klasse E gezählt wurde, während das Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe sie als D-Gruppe einstufte. Am 19. zerfiel die Gruppe zur Klasse C und war am 21. Nicht mehr zu finden und vollständig um den Westrand wegrotiert. Die 12000te Gruppe seit Beginn der Zählung am 5. Januar 1972 durch die NOAA in Boulder/Kalifornien war übrigens eine relativ unscheinbare C-Gruppe, die am 7. März 2014 am Ostrand erschien und über die Südhalbkugel lief. Sie zerfiel schon am 10. zu einer B-Gruppe und löste sich danach auf und konnte schon am 11. nicht mehr gefunden werden. Danach dominierten vor allem Gruppen der Waldmeierklassen C und D das Geschehen auf der Sonne. Am 25. stieg die AR 12014 zur Klasse E auf, sie war am 20. am Ostrand auf der Südhalbkugel aufgetaucht. Auch hier war weniger die Komplexität als die Länge Ausschlag gebend für die Klassifikation gewesen. Gleichzeitig ging die zwischenzeitlich wieder angestiegene Zahl der Fleckengruppen abermals zurück. Die AR 12014 hielt ihre Klasse bis zum 29. Und fiel danach auch auf die Klasse C zurück. Zwischenzeitlich hatten sich mehrere kleinere Gruppen gebildet, die oft nur ein oder zwei Tage überlebten, eigentlich ein untrügliches Zeichen für einen zu Ende gehenden Zyklus.

Das erste nennenswerte Ereignis im H-alpha trat gleich am 1. auf: ein M1-Flare aus der Region 11982, dessen Maximum um 13:33 UT registriert wurde. Der nächste M1 wurde am 3. um 15:58 UT isoliert stehend im Nordwesten bemerkt, ein weiterer am 5. um 2:10 UT in der AR 11991. Erst drei Tage später gab es wieder einen M1, am 8. um 23:41 UT in der AR 12002, danach am 10. um 15:28 UT einen weiteren in der gleichen Region. Einen Tag später stieg aus der AR 11996 um 3:50 UT eine M3.5/1f-Flare auf, am 12. um 11:05 UT ein M2.5/Sn und um 22:34 UT ein M9.3 inkl. CME. Sie wurde damit zur aktivsten Gruppe dieser Tage, leider fast am Westrand stehend, sodass die ausgeworfenen Teilchen das Erdmagnetfeld nicht mehr zu beeinflussen vermochten. Bis zum 20. gab es danach auch keine größeren Ausbrüche mehr. Der nächste war wieder ein M1 am 20. um 3:56 UT aus der AR 12010. Die AR 12011 brachte am 22. um 7:02 UT den mittlerweile 7. M1-Flare des Monats hervor. Danach trat dann eine längere Ruhepause ein, bis am 28. aus der AR 12017 gleich zwei M-Flares hervorkamen: der erste um 19:18 UT war ein M2.0, verbunden mit einer Typ II-Radioemission, dessen Teilchen mit 528 km/s davonflogen, und einem ausgedehnten CME. Der zweite wurde um 23:51 UT als M2.6 registriert. Auch dieses Ereignis war verknüpft mit einer Typ II-Radioemmission und einem CME, die Teilchengeschwindigkeit erreichte dieses Mal sogar 857 km/s. Am 29. spuckte die AR 12017 um 17:48 UT dann sogar noch einen X1.0-Flare aus, leider auch wieder sehr randnah stehend. Dieser war assoziiert mit einem CME und einem 10cm-Radioburst (Tenflare) und 360 solaren Flusseinheiten (sfu), die Teilchengeschwindigkeit betrug 4508 km/s. Hier kam dann am 30. um 11:55 UT noch ein M2-Flare heraus, der ebenfalls mit einem Tenflare verbunden war und dessen teilchen 879 km/s schnell waren.

Sonne am 17.04.2014


Die für den morgigen Karfreitag vorhergesagte Wetterveschlechterung machte sich bereits gestern Abend in Form dünner Wolken bemerkbar, die langsam aus Nordwesten herein kamen und heute Nacht Mars und Jupiter mit einem Schleier umgaben. Nicht viel besser sah der Himmel heute morgen aus. Die Sonne kam zwar durch, aber allgemeiner Syph machte wenig Hoffnung auf eine Beobachtung unter guten Bedingungen. Und so kam es auch: der Himmelshintergrund im Fernrohr war weiß und die Sonne blubberte vor sich hin. Will sagen: das Seeing war extrem schlecht, besserte sich dann aber ein wenig.

Ein vollkommen in Bewegung befindlicher Sonnenrand und eine Sonnenoberfläche, die ebenfalls keine Sekunde lang zur Ruhe kam, erschwerte die Beobachtung ganz extrem. Ich wollte schon aufgeben, als dann doch ein wenig Ruhe eintrat und die Bedingungen leicht besser wurden. Dennoch war nur schwer zu fokussieren, weil das Seeing immer wieder dafür sorgte, dass Details verschwanden. In so einem Moment nachzufokussieren, bringt in der Regel nichts, weil man dann nicht den wirklichen Fokus findet, sondern nur einen durch schlechtes Seeing vorgegaukelten.

So arbeitete ich mich durch die große Zahl der Fleckengruppen hindurch, die am heutigen Tage auf der Sonne zu finden waren. Im Norden war die AR 12042 vollständig als D5 zu sehen, die AR 12040 entging mir völlig und die AR 12039 sah ich für kurze Momente nur als A1. Meist blieb sie aber in dem Seeinggeblubber unsichtbar. Die AR 12032 und 12033 waren für mich nun wieder nur zwei J1-Gruppen.Selbst bei der AR 12034 waren kaum Einzelheiten auszumachen. Ich klassifizierte sie mühsam als D14. Im Süden war die AR 12038 als C4 zu finden. Die AR 12035, gestern noch als E einzustufen, war auf die Klasse D zurückgefallen, der hintere Teil verschwunden. Am auffälligsten war auch heute wieder die AR 12036, die ich als D19 klassifizierte. Zwischen der AR 12035 und der 12037 war eine B3 – noch ohne NOAA-Nummer – entstanden. Westlich der AR 12036 stand dann noch die AR 12041 als A1.

Das Seeing ließ wenig Gutes für die H-alpha-Beobachtung erwarten und in der Tat sah ich beim allerersten Blick durch das PST nicht wirklich viel. Nur ein Flare in der AR 12035 stach so hell durch die Suppe hindurch, das mein Blick für Minuten daran hängen blieb. Allmählich wurden, da sich zu dem Zeitpunkt der Schleim am Himmel etwas lichtete, weitere Strukturen sichtbar. Im Westen stand eine hohe, bogenförmige Protuberanz, der Rest war demgegenüber eher mickrig. Trotzdem zählte ich 9 dieser Materiebögen. Im Süden erblickte ich ein großes Feld von großflächigen wolkenartigen Filamenten, ein sehr langes und Richtung Osten ebenfalls ein sehr langgestrecktes, einzelnes Filament. Insgesamt zählte ich auf der Oberfläche 14 Filamente und 6 helle Flaregebiete. Am Schluss der Beobachtung – die Bedingungen wurden mit einem Mal wieder deutlich schlechter – beobachtete ich noch den Flare, der aus zwei einzelnen Punkten mit einer dünnen Linie dazwischen zu bestehen schien. Manchmal hatte ich den Eindruck, als würde seine Helligkeit ansteigen, aber das war wohl nur scheinbar und eine Folge der schlechten Beobachtungsbedingungen, denn auch im H-alpha war der Himmelshintergrund aufgehellt, d.h. hellrot. 

Mittwoch, 16. April 2014

Sonne am 16.04.2014


Überraschend viel hat sich seit meiner gestrigen Beobachtung getan: auf der Sonne sind gleich drei (!) neue Fleckengruppen entstanden, die aber alle nur den Waldmeierklassen A und B angehören. Dafür war das Seeing heute fast genauso schlimm, wie gestern. Nur mit großer Mühe und Anstrengung für das Auge waren – wieder fand die Beobachtung vor dem Frühstück unter blauem Himmel statt – die beiden neuen Regionen AR 12040 als A1 und die 12039 als B2 zu Erkennen, da sie nah an der Wahrnehmungsgrenze für meinen kleinen 80/400er Refraktor lagen. Beide Gruppen warn übrigens auf der Nordhälfte der Sonne zu finden.

Die AR 12032 erschien unverändert als J1, die AR 12033 als C5. Kurios war die Anordnung von drei Gruppen entlang des Sonnenmeridians: die AR 12034 als C9, die AR 12037 als D 14 und die AR 12036 – die derzeit aktivste Region – als D 16. In ihrer unmittelbaren Umgebung stand isoliert eine A1, noch ohne NOAA-Nummer. Die AR 12036, kaum größer als die über ihr stehende 12037, gehörte schon zum Süden und wies eine fast durchgehend Penumbra auf, die nur an wenigen Stellen unterbrochen war und auch mindestens zwei Lichtbrücken zeigte. Dahinter die AR 12035 als unspektakuläre E20 und zum Ostrand die die AR 12038 als J1. Somit kam ich heute auf 11 (!) Gruppen.

Im H-alpha deuteten sich zu dieser Zeit vier im Entstehen begriffene Flares an: einer direkt am Ostrand und jeweils einer in den Aktiven Regionen 12034, 12037 und 12036. Verhältnismäßig wenige Filamente waren auf der Oberfläche zu sehen, nur 11 an der Zahl, wobei nur eine einzige etwas komplexer war und größere Dimensionen im Süden erreichte. Der Sonnenrand wurde von 10 kleinen Protuberanzen umsäumt und 6 helle Flaregebiete waren beiderseits des Sonnenäquators verteilt. Alles in allem also ein eher durchschnittlicher Tag auf der Sonne.

Dienstag, 15. April 2014

Sonne am 15.04.2014


Die Sonne schon vor dem Frühstück – ungestört von Wespen – zu beobachten, ist ein Luxus, den es nur im Urlaub gibt. Endlich steht sie zu früher Stunde wieder hoch genug, dass ich sie von meinem Dachboden aus beobachten kann. Zwar gibt es dort das Problem, dass sich alle Erschütterungen des Hauses – ich wohne an einer viel befahrenen Hauptverkehrsstraße – auf das Teleskop übertragen und das Teleskop eigentlich keine Minute lang ruhig steht, doch sind die Bewegungen noch nicht so, dass sie die Beobachtung verhindern.

Das Seeing war auch heute eher durchschnittlich, der Himmelshintergrund im Teleskop weißlich - obwohl der Himmel blau war -, die Ruhe lag bei 4, die Schärfe bei 3 nach der Kiepenheuer-Skala. Dennoch gab es immer wieder Momente ruhiger Luft, in denen die Einzelheiten in den Gruppen einem förmlich entgegen sprangen.

Die AR 12032 auf der Nordhälfte der Sonne war wie gestern eine J1, die dahinter liegende AR 12033 hatte Anhang bekommen und war heute eine C7. Die AR 12034 war eine D11. Im Süden fand ich am Ostrand eine J1, die noch keine NOAA-Nummer bekommen hat und die AR 12015, die ich aufgrund ihrer Längenausdehnung wieder in die Klasse E einteilte. Die AR 12036 kurz vor dem Sonnenmeridian wirkte heute extrem kompakt und bestand fast ausschließlich aus Penumbren. Ich klassifizierte sie als D11. Die AR 12037 sah sehr fragmentarisch aus. Gestern hielt ich sie für eine H2, heute zeigte sie mehr kleinere Flecken, sodass ich sie als D4 einstufte, obwohl das eigentlich nicht zu ihrer Achslage passte. Am Sonnenrand identifizierte ich nur vier Fackelgebiete, die mehr oder weniger beiderseits des Sonnenäquators lagen.

Im H-alpha wurde es gleich mit dem ersten Blick spannend: In der AR 12036 fiel mir ein Flare auf, der hier gerade aktiv und sehr hell war, in der benachbarten AR AR 12035 gab es ein Filament, entlang dessen Struktur ebenfalls ein Flare am Arbeiten war. Ansonsten gab es 15 Filamente auf der Oberfläche, 7 flareträchtige Gebiete und 10 Protuberanzen am Rand, die heute allerdings wenig spektakulär wirkten.

Montag, 14. April 2014

Sonne am 14.04.2014


Ein Urlaubstag, an dem ich mich hauptsächlich mit meiner Steuererklärung beschäftigte, bescherte mir nebenbei eine Sonnenbeobachtung unter schlechten bis miserablen Bedingungen. An anderer Stelle schrieb ich bereits, dass andere Sternfreunde mit Leichtigkeit beobachten können, während ich fast jedes Mal extreme Hürden überwinden muss, bis ich zu einem Ergebnis komme. So war es auch heute. Das Wetter war sehr stürmisch und die Bäume wiegten stark im Wind, was den Vorteil hatte, dass sie für längere Augenblicke einen ungestörten Blick auf die Sonne ermöglichten.

Leider war das Seeing grottig bis schlecht, Fackeln kaum zu erkennen, eine Trennung zwischen Umbra und Penumbra nur ansatzweise möglich. Überdies wischten immer wieder Äste durch das Gesichtsfeld, sodass der Schärfepunkt im Okular nur sehr schwer zu finden war. Der heftigst wallende Sonnenrand tat sein Übriges, um die Beobachtung zu boykottieren.

So fand ich mit großen Mühen die AR 12032 und 12033 jeweils als J1 und die AR 12034 als lange D11 auf der Nordhalbkugel und die AR 12037 als H2, die AR 12035 als E 15 (die Kanzelhöhe hatte hier zwei Gruppen gesehen, was ich nicht nachvollziehen konnte) und die AR 12036 als D10. Probleme hatte ich mit der Erkennbarkeit der Fackeln, denn der stark in Bewegung befindliche Sonnenrand ließ kaum welche wirklich erkennen.

Für die H-alpha-Beobachtung erwartete ich nur das Schlimmste: auch hier machte sich der wallende Sonnenrand störend bemerkbar, dennoch erkannte ich in der AR 12032 auf den ersten Blick einen Flare in Aktion. Eine kurze Recherche bei solarham ergab, dass hier seit den frühen Morgenstunden ein C7.5-Flare im Gange war. Leider musste ich dann erstmal wegen des nächsten Regenschauers pausieren, bis ich weiter beobachten konnte. Der Regen hatte das Seeing keineswegs verbessert und so konnte ich nur noch mit Müh und Not 9 Protuberanzen und 5 Flaregebiete sowie 17 Filamente erkennen. Für Detailstudien blieb dann auch wieder keine Zeit, denn nun verschwand die Sonne hinter der Hausmauer. Schnell setzte ich über GvA-Mailinglisten noch einen Beobachtungshinweis ab, bevor ich mich dem nervigen Steuerkram wieder zuwendete. Immerhin: Bei dem Wetter waren auch die Wespen weniger darauf erpicht, in meine Wohnung zu kommen ...

Sonntag, 13. April 2014

Sonne am 13.04.2014


Der laut Wetterbericht wolkenfreie Sonntag begann mit vielen Wolken, die nur zögerlich wichen und das komplette Murphy-Repertoire entfalteten, das man sich vorstellen konnte: Wolkenlücken in der falschen Richtung, Wolkenlücken, die sich vor Erreichen der Position der Sonne kurz vorher wieder schlossen oder Wolkenlücken, die ober- oder unterhalb der Sonne durchzogen, während sie selbst verdeckt blieb.

Daher gestaltete sich die heutige Beobachtung zum wiederholten Male sehr schwierig. Überdies kamen die Wolkenlücken auch dann, als die Sonne von meinem Nervbaum verdeckt war und als sie freiere Bereiche erreichte, blieben sie aus. So konnte ich nur in Etappen beobachten. Überdies war das Seeing auch nicht so gut wie gestern und die Flecken nur in wenigen Sekunden scharf im Okular zu sehen.

Trotz der widrigen Umstände fand ich im Norden am Westrand noch einen kleinen A1-Fleck als Rest der AR 12027, die spätestens morgen dann komplett wegrotiert sein wird. Zur Mitte der Sonnenscheibe hin stand die AR 12032 als H1, dahinter die AR 12033 als C4 sowie die AR 12034 als D6. Auf der Südhalbkugel war die AR 12035 nun vollständig um den Ostrand herumgekommen und wurde von mir als D5 klassifiziert. Richtung Westen stand dann noch eine A1 ohne NOAA-Nummer, mehr, oder schwächere Gruppen konnte ich angesichts auch des Seeings nicht finden.

Das PST zeigte mir danach dann noch 11 Protuberanzen, 12 Filamente und 5 Flaregebiete. Detailbeobachtungen waren auch heute wegen des unruhigen Sonnenrandes nicht sinnvoll. Zudem hatte ich wieder mit Wespen zu kämpfen, die mich umsurrten und durch das geöffnete Fenster ins die Wohnung eindringen wollten ... 

Samstag, 12. April 2014

Sonne am 12.04.2014


Der Tag begann unerwarteter Weise mit dickem Nebel, der sich aber bald nach Sonnenaufgang lichtete. Allerdings scheiterte der erste Versuch einer Beobachtung an einem Baum, der mir in Richtung Osten komplett die Sicht versperrt und durch zunehmenden Bewuchs immer weniger Lücken aufweist.

Bäume stören die Beobachtung
Also war ich gezwungen, einen anderen Standort aufzusuchen, was in dieser Jahreszeit weniger das Problem ist. Schwierig wird es erst, wenn Nachbarn vermeintlich meinen, ich würde ihre Wohnung ausspionieren und vom Balkon herunterpöbeln, weswegen ich es eigentlich vermeide, im Hof zu beobachten. Heute ging es zum Glück gut, ein anderes Mal wurde mir schon Schläge oder die Polizei angedroht. Der Hinweis „Ich beobachte die Sonne“ führte lediglich zu Bemerkungen wie „Spinner“, „Spanner“ „nicht ganz dicht“ oder weitaus Unfreundlicheres. Auf die Einladung, selber mal durch das Teleskop zu schauen, hat bislang niemand reagiert.

So gab es bei er Beobachtung eine gewisse Nervenanspannung, da ich schon mitbekam, wie Fenster aufgingen und jemand mit Hund in der Nähe war, obgleich laut Hausordnung im Hof keine Hunde frei rumlaufen dürfen. So sah ich zunächst nur die wirklich großen Fleckengruppen im Weißlicht. Im Westen erwischte ich noch auf der Südhalbkugel die AR 12027 als J1, die direkt am Sonnenrand mitten in einem Fackelgebiet stand. In deren Nähe entdeckte ich eine A1 ohne Nummer, ebenfalls von Fackeln umgeben. Ziemlich genau in der Sonnenscheibenmitte stand eine weitere A1 ohne Nummer, die ich nur Dank des guten Seeings zufällig für wenige Momente erwischt. Am Ostrand war die AR 12035 vollständig um den Sonnenrand herumrotiert und von mir als D3 klassifiziert worden. Der nunmehr leicht aktivere Norden wies im Osten die AR 12034 als D5, die AR 12033 als C2 und die AR 12032 als H1 auf.

Obwohl in Richtung der Sonne immer wieder dünne Schleierwolken durchzogen, war das Bild im Okular recht ordentlich. Beim Abbau des 80/400er Refraktors und Aufbau des PST auf mein Stativ, ging irgendwo ein Rollladen auf, woanders wurden Fenster zugeschlagen und ich hörte unverständliches Gemurmel. Jemand, der kurz zuvor seinen Müll in die Container geworfen hatte, blickte um die Ecke, schaute mir stumm zu und als ich die Dame zum Durchschauen durch das Teleskop einladen wollte, drehte sie sich um und verschwand.

Ein Teleskop im Hof kann Aufmerksamkeit auf sich ziehen
Das Bild im PST war dafür am Anfang schlicht umwerfend. Es zeigte sich, dass in den wenigen Augenblicken, wo ein blauer Himmel in der Umgebung der Sonne zu sehen war, einen die Detailfülle regelrecht ansprang. Insbesondere der Ostrand wies heute eine ganze Reihe von Protuberanzen auf, die auf bald erscheinende, neue Sonnenfleckengruppen hoffen ließen. Besonders eine aufrecht stehende Protube zog meine Aufmerksamkeit auf sich, ebenso wie das hügelartige Gebilde in der Nähe. Insgesamt zählte ich heute 14 Protuberanzen, 5 Flaregebiete und 11, allerdings nur kleine, Filamente, die sich überwiegend auf der Ostseite der Sonne konzentrierten. Nimmt man die Beobachtung eines einzigen Tages als – ziemlich unsichere – Prognose, könnte man damit rechnen, dass die derzeit vor sich hindümpelnde Sonnenaktivität bald wieder neue Impulse erhält, es kann aber auch genau das Gegenteil eintreten.

Freitag, 11. April 2014

Sonne am 11.04.2014


Einer Fussverletzung, aufgrund der ich momentan krank geschrieben bin, verdankte ich meine heutige Sonnenbeobachtung. Diese war dennoch nicht unproblematisch, denn die Sonne wurde weitgehend durch Bäume verdeckt. Ich musste mit dem Teleskop also durch mehr oder weniger dicke Äste hindurch peilen und in Kauf nehmen, dass ständig Teile des Bildes im Okular permanent verdeckt waren.

Das Wetter tat sein Übriges, um Stress aufkommen zu lassen, denn die zur Verfügung stehenden Lücken waren nur sehr klein und zogen meist dann an der Sonne vorbei, als sie hinter einem dicken Ast stand. Gegen ein monumentales Kreissägenmassaker hätte ich nichts einzuwenden!

Das Seeing war erstaunlich gut und der Sonnenrand fast unbewegt. So sah ich auch zwei kleine A-Gruppen, die im Süden standen und keine NOAA-Nummer hatten. Im Norden war die AR 12027 als J1 am Westrand zu erkennen. Am Ostrand standen die AR 12032 und 12033 dicht beieinander, ich sah hier eine D2 und eine H1. Neu erschienen und noch in einem Fackelfeld stehend war die AR 12034 als D4. Ebenfalls noch ohne NOAA-Nummer war eine J1, die dicht am Ostrand stand. Trotz der insgesamt 7 Gruppen hatte man dann doch eher den Eindruck einer Minimumssonne. Ob ihr nach dem Schub im Oktober nun allmählich die Puste ausgeht? Im Augenblick scheint es jedenfalls so.

Die H-alpha-Beobachtung gestaltete sich wegen der dichter werdenden Äste als schwierig, dennoch erkannte ich 13 Protuberanzen, 8 Filamente und 6 Flaregebiete. Detailbeobachtungen scheiterten dann an den wieder aufkommenden Wolken. Zumindest konnte ich einen durch Bäume versperrten Blick auf die Sonne werfen, sonst wäre ich, wie so oft in den letzten tagen, wieder leer ausgegangen.

Montag, 7. April 2014

Sonne am 07.04.2014


Zwei Tage nach dem offiziellen, bundesweiten Astronomietag kam die Sonne mal wieder zum Vorschein, allerdings von einem sehr schleimigen und bewölkten Himmel. Dafür war aber das Seeing erstaunlich gut. Nervig waren nur die Wespen, die in die Wohnung wollten, sobald ich das Fenster öffnete. So musste ich erst abwarten, bis die Mistviecher weiterflogen, bevor ich mit der Beobachtung beginnen konnte.

Gleich auf den ersten Blick war zu sehen, dass sich (fast) alle Fleckengruppen auf der Westhälfte der Sonne befanden. Im Norden stand die AR 12029 als A1, die AR 12027 als H1 und die AR 12030 als E2 (wegen der Länge der Gruppe). Im Süden standen die AR 12026 als E18 und die AR 12031 als D6. Beim letzten Kontrollblick – ich hörte wieder das Summen der Wespen – fand ich noch eine J1, die dicht am Ostrand stand.

Einen Augenblick später wagte ich mich dann noch an die H-alpha-Beobachtung und war auch hier überrascht: Im Südosten stand eine hohe Bogenprotuberanz, die restlichen 7 Protuberanzen waren demgegenüber eher mickrig. Der Schleim am Himmel sorgte dafür, dass ich nur vier Flaregebiete erfasste sowie 8 Filamente. Tiefe Wolken schoben sich vor die Sonne und die eine Wespe hatte Verstärkung geholt und nun waren gleich drei Stück da, denen ich praktisch das Fenster vor der Nase zuknallte, zuknallen musste, damit keine davon in die Wohnung kam.

Donnerstag, 3. April 2014

Sonne am 03.04.2014


Nach einem sehr dunstigen Tagesbeginn – Stichwort: Saharastaub – war der Himmel den ganzen Tag stets leicht versypht und bei meiner Feierabend-Beobachtung war die Lichtintensität der Sonne im Okular schon stark reduziert, aber noch gut brauchbar.

So war es auch kein Problem, im Weißlicht selbst kleinste Fleckengruppen zu sehen, wenn auch das Seeing eher mittelmäßig war und zeitweise leichte Wellen durch das Bild liefen und in wenigen Minuten Abstand der Sonnenrand immer wieder mal zu pulsieren begann und sich danach wieder beruhigte.

Auf der Nordhalbkugel fand ich natürlich als erstes die nahe am Ostrand stehende AR 12030 als C5, die AR 12027 als H1, die AR 12029 als D8, die AR 12022 als J1 und in ihrer Umgebung noch eine weitere, namenlose A1. Eine solche befand sich auch zwischen der AR 12029 im Norden und der AR 12026 im Süden, die für mich eine E28 war, mit deutlichen Penumbren und einer Lichtbrücke im nachfolgenden, größeren, Teil der Fleckengruppe. Östlich davon stand die AR 12028 als lange C2. Weit in den Westen gerückt stand die AR 12021 als D14. Die Fackelgebiete am Sonnenrand waren ebenfalls gut zu sehen.

Nachdem ich gestern den ersten „Live“-Flare meiner doch recht langen Beobachterkarriere erleben durfte – ein PST habe ich seit 2011 – war ich heute gespannt auf die Sonnenaktivität im H-alpha. Es gab zunächst leider grad keinen neuerlichen Flare zu sehen, dafür aber eine große aufsteigende Protuberanz am Westrand. Bei genauerem Hinsehen fiel auf: die AR 12027 wies immer noch helle Streifen auf, hier könnten weitere Ausbrüche entstehen.

Mittwoch, 2. April 2014

Sonne am 02.04.2014


Aufgrund dichten Nebels und des Murphs, dass sich die einzige am Nachmittag verfügbare und wirklich nutzbare Wolkenlücke just in dem Moment schloss, als ich die Haustür öffnete, fiel die gestrige Beobachtung leider aus.

Dafür waren zumindest die äußeren Bedingungen am heutigen Tag um Längen besser – die Sonne schien von einem leicht blauen Himmel herab – und ermöglichte etwas intensivere Beobachtungen. Zunächst fiel auf, dass die Westhälfte fast völlig fleckenfrei war, aus dem Osten aber einige interessante Gruppen binnen zwei Tagen erschienen waren.

Im Norden stand ganz am Ostrand eine kleine B7 ohne NOAA-Nummer, die AR 12027 als H1, die AR 12029 als D7, und die AR 12022 als J1. Im Süden hingegen fand ich die AR 12028 als C2, die AR 12026 als E28 und fast mittig die AR 12021 als D8, somit waren es heuer 7 Gruppen.

Das Wetter ließ auch eine H-alpha-Beobachtung zu, wo es richtig spannend wurde: im Bereich um die AR 12026, die ich als E-Gruppe klassifiziert hatte, waren zwei sehr helle Streamer zu sehen, die auf hohe Aktivität hindeuten, hier könnte es binnem kurzem zu einem Flare kommen. Gleiches, wenn auch nicht ganz so intensiv, galt für die AR 12021, die ja nahe des Sonnenmeridians stand. Überhaupt gruppierten sich alle Flaregebiete beiderseits des Sonnenäquator, wenn auch nur auf der Westseite. Ansonsten zählte ich 9 Protuberanzen, 16 Filamente, darunter auch ein paar größere Exemplare, und 7 helle Flaregebiete.


PS: Schon während meiner Beobachtung und der Niederschrift meiner Zeilen war der Flare in der Region am Arbeiten, wie kurz danach zu erfahren war, war es ein M6.5-Flare, der auch später noch zu beobachten war, seinen Höhepunkt aber um 14:05 UT hatte. Es war, zugegebenermaßen, das erste Mal, dass ich einen Flare „live“ beobachten konnte und so überraschte mich trotz meiner jahrelangen Beobachtungserfahrung im Weißlicht doch die Intensität des Flares im H-alpha. Leider besitze ich nicht die Möglichkeit zu eigenen Fotografie und auch mein Zeichentalent ist eher wenig ausgeprägt. Aber schnell über alle möglichen Kanäle gepostet, konnte ich auch andere Beobachter auf das Ereignis aufmerksam machen.