Montag, 14. April 2014

Sonne am 14.04.2014


Ein Urlaubstag, an dem ich mich hauptsächlich mit meiner Steuererklärung beschäftigte, bescherte mir nebenbei eine Sonnenbeobachtung unter schlechten bis miserablen Bedingungen. An anderer Stelle schrieb ich bereits, dass andere Sternfreunde mit Leichtigkeit beobachten können, während ich fast jedes Mal extreme Hürden überwinden muss, bis ich zu einem Ergebnis komme. So war es auch heute. Das Wetter war sehr stürmisch und die Bäume wiegten stark im Wind, was den Vorteil hatte, dass sie für längere Augenblicke einen ungestörten Blick auf die Sonne ermöglichten.

Leider war das Seeing grottig bis schlecht, Fackeln kaum zu erkennen, eine Trennung zwischen Umbra und Penumbra nur ansatzweise möglich. Überdies wischten immer wieder Äste durch das Gesichtsfeld, sodass der Schärfepunkt im Okular nur sehr schwer zu finden war. Der heftigst wallende Sonnenrand tat sein Übriges, um die Beobachtung zu boykottieren.

So fand ich mit großen Mühen die AR 12032 und 12033 jeweils als J1 und die AR 12034 als lange D11 auf der Nordhalbkugel und die AR 12037 als H2, die AR 12035 als E 15 (die Kanzelhöhe hatte hier zwei Gruppen gesehen, was ich nicht nachvollziehen konnte) und die AR 12036 als D10. Probleme hatte ich mit der Erkennbarkeit der Fackeln, denn der stark in Bewegung befindliche Sonnenrand ließ kaum welche wirklich erkennen.

Für die H-alpha-Beobachtung erwartete ich nur das Schlimmste: auch hier machte sich der wallende Sonnenrand störend bemerkbar, dennoch erkannte ich in der AR 12032 auf den ersten Blick einen Flare in Aktion. Eine kurze Recherche bei solarham ergab, dass hier seit den frühen Morgenstunden ein C7.5-Flare im Gange war. Leider musste ich dann erstmal wegen des nächsten Regenschauers pausieren, bis ich weiter beobachten konnte. Der Regen hatte das Seeing keineswegs verbessert und so konnte ich nur noch mit Müh und Not 9 Protuberanzen und 5 Flaregebiete sowie 17 Filamente erkennen. Für Detailstudien blieb dann auch wieder keine Zeit, denn nun verschwand die Sonne hinter der Hausmauer. Schnell setzte ich über GvA-Mailinglisten noch einen Beobachtungshinweis ab, bevor ich mich dem nervigen Steuerkram wieder zuwendete. Immerhin: Bei dem Wetter waren auch die Wespen weniger darauf erpicht, in meine Wohnung zu kommen ...

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