Dienstag, 15. April 2014

Sonne am 15.04.2014


Die Sonne schon vor dem Frühstück – ungestört von Wespen – zu beobachten, ist ein Luxus, den es nur im Urlaub gibt. Endlich steht sie zu früher Stunde wieder hoch genug, dass ich sie von meinem Dachboden aus beobachten kann. Zwar gibt es dort das Problem, dass sich alle Erschütterungen des Hauses – ich wohne an einer viel befahrenen Hauptverkehrsstraße – auf das Teleskop übertragen und das Teleskop eigentlich keine Minute lang ruhig steht, doch sind die Bewegungen noch nicht so, dass sie die Beobachtung verhindern.

Das Seeing war auch heute eher durchschnittlich, der Himmelshintergrund im Teleskop weißlich - obwohl der Himmel blau war -, die Ruhe lag bei 4, die Schärfe bei 3 nach der Kiepenheuer-Skala. Dennoch gab es immer wieder Momente ruhiger Luft, in denen die Einzelheiten in den Gruppen einem förmlich entgegen sprangen.

Die AR 12032 auf der Nordhälfte der Sonne war wie gestern eine J1, die dahinter liegende AR 12033 hatte Anhang bekommen und war heute eine C7. Die AR 12034 war eine D11. Im Süden fand ich am Ostrand eine J1, die noch keine NOAA-Nummer bekommen hat und die AR 12015, die ich aufgrund ihrer Längenausdehnung wieder in die Klasse E einteilte. Die AR 12036 kurz vor dem Sonnenmeridian wirkte heute extrem kompakt und bestand fast ausschließlich aus Penumbren. Ich klassifizierte sie als D11. Die AR 12037 sah sehr fragmentarisch aus. Gestern hielt ich sie für eine H2, heute zeigte sie mehr kleinere Flecken, sodass ich sie als D4 einstufte, obwohl das eigentlich nicht zu ihrer Achslage passte. Am Sonnenrand identifizierte ich nur vier Fackelgebiete, die mehr oder weniger beiderseits des Sonnenäquators lagen.

Im H-alpha wurde es gleich mit dem ersten Blick spannend: In der AR 12036 fiel mir ein Flare auf, der hier gerade aktiv und sehr hell war, in der benachbarten AR AR 12035 gab es ein Filament, entlang dessen Struktur ebenfalls ein Flare am Arbeiten war. Ansonsten gab es 15 Filamente auf der Oberfläche, 7 flareträchtige Gebiete und 10 Protuberanzen am Rand, die heute allerdings wenig spektakulär wirkten.

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