Donnerstag, 17. April 2014

Sonne am 17.04.2014


Die für den morgigen Karfreitag vorhergesagte Wetterveschlechterung machte sich bereits gestern Abend in Form dünner Wolken bemerkbar, die langsam aus Nordwesten herein kamen und heute Nacht Mars und Jupiter mit einem Schleier umgaben. Nicht viel besser sah der Himmel heute morgen aus. Die Sonne kam zwar durch, aber allgemeiner Syph machte wenig Hoffnung auf eine Beobachtung unter guten Bedingungen. Und so kam es auch: der Himmelshintergrund im Fernrohr war weiß und die Sonne blubberte vor sich hin. Will sagen: das Seeing war extrem schlecht, besserte sich dann aber ein wenig.

Ein vollkommen in Bewegung befindlicher Sonnenrand und eine Sonnenoberfläche, die ebenfalls keine Sekunde lang zur Ruhe kam, erschwerte die Beobachtung ganz extrem. Ich wollte schon aufgeben, als dann doch ein wenig Ruhe eintrat und die Bedingungen leicht besser wurden. Dennoch war nur schwer zu fokussieren, weil das Seeing immer wieder dafür sorgte, dass Details verschwanden. In so einem Moment nachzufokussieren, bringt in der Regel nichts, weil man dann nicht den wirklichen Fokus findet, sondern nur einen durch schlechtes Seeing vorgegaukelten.

So arbeitete ich mich durch die große Zahl der Fleckengruppen hindurch, die am heutigen Tage auf der Sonne zu finden waren. Im Norden war die AR 12042 vollständig als D5 zu sehen, die AR 12040 entging mir völlig und die AR 12039 sah ich für kurze Momente nur als A1. Meist blieb sie aber in dem Seeinggeblubber unsichtbar. Die AR 12032 und 12033 waren für mich nun wieder nur zwei J1-Gruppen.Selbst bei der AR 12034 waren kaum Einzelheiten auszumachen. Ich klassifizierte sie mühsam als D14. Im Süden war die AR 12038 als C4 zu finden. Die AR 12035, gestern noch als E einzustufen, war auf die Klasse D zurückgefallen, der hintere Teil verschwunden. Am auffälligsten war auch heute wieder die AR 12036, die ich als D19 klassifizierte. Zwischen der AR 12035 und der 12037 war eine B3 – noch ohne NOAA-Nummer – entstanden. Westlich der AR 12036 stand dann noch die AR 12041 als A1.

Das Seeing ließ wenig Gutes für die H-alpha-Beobachtung erwarten und in der Tat sah ich beim allerersten Blick durch das PST nicht wirklich viel. Nur ein Flare in der AR 12035 stach so hell durch die Suppe hindurch, das mein Blick für Minuten daran hängen blieb. Allmählich wurden, da sich zu dem Zeitpunkt der Schleim am Himmel etwas lichtete, weitere Strukturen sichtbar. Im Westen stand eine hohe, bogenförmige Protuberanz, der Rest war demgegenüber eher mickrig. Trotzdem zählte ich 9 dieser Materiebögen. Im Süden erblickte ich ein großes Feld von großflächigen wolkenartigen Filamenten, ein sehr langes und Richtung Osten ebenfalls ein sehr langgestrecktes, einzelnes Filament. Insgesamt zählte ich auf der Oberfläche 14 Filamente und 6 helle Flaregebiete. Am Schluss der Beobachtung – die Bedingungen wurden mit einem Mal wieder deutlich schlechter – beobachtete ich noch den Flare, der aus zwei einzelnen Punkten mit einer dünnen Linie dazwischen zu bestehen schien. Manchmal hatte ich den Eindruck, als würde seine Helligkeit ansteigen, aber das war wohl nur scheinbar und eine Folge der schlechten Beobachtungsbedingungen, denn auch im H-alpha war der Himmelshintergrund aufgehellt, d.h. hellrot. 

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