Sonntag, 20. April 2014

Sonne am 20.04.2014


Der Ostersonntag begann mit sehr dunstigen Himmel, der das Licht der Sonne im Okular merklich abdämpfte, was prinzipiell, wenn ein bestimmtes Maß nicht überschritten wird, für die Beobachtung gute Auswirkungen haben kann. Aber leider nur dem Prinzip nach, denn auch heute war das Seeing erst einmal wieder schlecht bis miserabel. Im Gegensatz zu gestern gab es dabei aber längere Abschnitte, in denen das Bild erstaunlich ruhig war und bislang verborgene Details resp. Sonnenflecken, preisgab. Leider waren zu meiner frühen Beobachtungsstunden auch wieder die Wespen aktiv und versuchten ein ums andere Mal, durch das schmale Dachbodenfenster einzudringen. Zuschlagen des Fensters verhinderte das zwar, es unterbrach aber auch die Beobachtung. Und die hatte es durchaus in sich.

Auf der Nordhälfte der Sonne war die AR 12032 um den westlichen Sonnenrand herum rotiert und nur noch die AR 12033 als J1 stand kurz davor, mitten in einem Fackelfeld stehend. Die AR 12040 war deutlich als A1 zu sehen, die AR 12039 wieder nur in Momenten ruhiger Luft. Weit im Osten war noch die AR 120432 als D3 zu finden. Nicht zu vergessen die AR 12034 als D6 in Richtung Westrand. Der Süden der Sonne war denn nach ein paar Tagen des Fast-Gleichstandes mit dem Norden heute wieder deutlich aktiver. Am Ostrand waren die AR 12045 als J1 und die AR 12044 als B9 zu sehen, nahe des Zentralmeridians stand die immer noch pfeilförmige AR 12038 als D9. Auf der Westhälfte tummelten sich die vielen aktiven Gruppen der letzten Tage: die AR 12035 als D20, hart an der Grenze zur Klasse E, die AR 12036 als D10 und die AR 12037 nur noch als C3. Oberhalb der AR 12035 fand ich dann noch eine kleine B2, die sich offenbar isoliert von dieser Gruppe entwickelt hatte.

Beim Umbau von Weißlicht auf das PST musste ich wieder das Fenster schließen, weil nun ein besonders dickes Exemplar von Wespe, möglicherweise eine Wespenkönigin, um Einlass begehrte, den ich ihr aber verweigerte.

Im H-alpha offenbarte sich mir dann ein regelrechte Sammelsurium an verschiedensten Erscheinungen. Am Rand zählte ich 12 Protuberanzen, von denen zwei besonders auffällig waren: eine saß am Ostrand und sah aus wie ein zusammengedrückter Tannenbaum eine andere, am Westrand, wie zwei nach oben zeigende Stäbe.

Auf der Oberfläche waren 7 helle Flaregebiete – von denen sich allein 5 im Süden tummelten – zu finden sowie 15 Filamente. Eines davon im Nordwesten war besonders großflächig und dessen äußerster Ausläufer ragte bereits als kleine Protuberanz über den Sonnenrand hinaus. Andere bildeten geschwungene Bögen, die über weite Bereiche der Sonnenoberfläche verteilt waren. Bemerkenswert war noch die Tatsache, dass sich fast alle Erscheinungen entlang des Sonnenäquator gruppierten und der Nord- und der Südpol der Sonne frei von irgendwelchen Filamenten oder Protuberanzen war.

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