Mittwoch, 23. April 2014

Sonne am 23.04.2014


Nachdem der gestrige Tag sehr sonnig begann und im Gewitter mit Starkregen und Hagel endete, wodurch eine Beobachtung nach Feierabend erfolgreich verhindert wurde, war es heute beinahe umgekehrt. Am Morgen machte sich schwüle Luft und Hochnebel breit, der sich erst in den späten Nachmittagsstunden auflöste, wodurch mit heute wieder eine Beobachtung beschert wurde. Dabei war den ganzen Tag via Web zu verfolgen, dass die Wolkenschicht knapp südlich von Hamburg endete und es ab da anscheinend überall wolkenlos war …

Zum Glück tauchten heute keine Wespen in meiner Nähe auf, sodass ich ungestört beobachten konnte. Und nahezu „ungestört“ war die Sonne auch im Weißlicht. Nur wenige Gruppen waren zu finden. Binnen zweier Tage musste die Aktivität also deutlich zurück gegangen sein. Auf der Nordhalbkugel war nur noch eine Gruppe, die AR 12042, als C2 zu erkennen. Im Süden stand die AR 12045 als J1 – die Penumbra wies in Richtung Ostrand eine deutliche Ausbeulung auf – und die AR 12044 als B6. Die AR 12038 konnte als D8 bestimmt werden. Ganz am Ostrand standen noch Reste der AR 12035, die ich als D7 mit drei geschlossenen Penumbren ohne Einzelflecken dazwischen, klassifizierte. Nur noch fünf Gruppen, gegenüber den zuletzt zumeist 10 Gruppen schon ein spürbarer Rückgang. Wie lange dieser nun anhält, muss erst einmal abgewartet werden.

Ähnlich bescheiden war die Situation im H-alpha. Das mittlerweile gute Seeing zeigte mir zwar ansatzweise das chromosphärische Netzwerk, dafür aber auch nur 14 Protuberanzen – nur eine ragte etwas weiter über den Sonnenrand hinaus und sah kelchförmig aus -, 5 helle Flaregebiete und 16 Filamente, davon vier etwas größere. Alle Erscheinungen verteilten sich entlang des Sonnenäquators und die Polgebiete der Sonne waren frei von Aktivitätsgebieten und Protuberanzen. Da am Ostrand derzeit keine auffälligen Materiebögen zu sehen waren – ganz anders als beim letzten Aktivitätsschub – ist wohl davon auszugehen, dass die Zahl der Erscheinungen erst einmal wieder auf niedrigem Niveau verharren wird. 

Der „Farside-Ticker“ bei solarham, zeigt die Aktivität der erdabgewandten Seite der Sonne an, wohin im Augenblick die seit 2006 in einer Sonnenumlaufbahn befindlichen zwei STEREO-Sonden schauen und da tummeln sich die meisten Gruppen derzeit nahe des Sonnenmeridians. Es bleibt also weiter abzuwarten, ob es das jetzt war mit dem Maximum oder Nebenmaximum, oder ob es nach kurzer Pause weitergeht mit der hohen, im Vergleich zu anderen Zyklen unterm Strich aber doch eher niedrigen, Sonnenaktivität im 24. Zyklus seit Beginn der Zählung im Jahr 1755.  

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