Freitag, 25. April 2014

Sonne am 25.04.2014

Am Beginn des Tages sah es keineswegs danach aus, als ob man die Sonne zu Gesicht bekommen sollte, denn es war hochnebelartig bewölkt und der Wetterbericht im Radio sprach von Regen am Nachmittag. Es kam zum Glück völlig anders. Nachdem sich der Nebel verzogen hatte, klarte es sehr schnell auf und wurde warm. Der durchweg blaue Himmel ließ auf eine störungsfreie Beobachtung hoffen. Wer mich kennt, weiß, dass ich im Prinzip bei jeder Beobachtung einen Murphy im Gepäck habe.

Kaum zu Hause angekommen und die Einkäufe verstaut, zog es für eine gute halbe Stunde zu. Etwa eine Stunde zuvor schon konnte man das Aufquellen der Wolken beobachten und natürlich störten diese just zum Zeitpunkt, an dem ich das Teleskop auf meiner Fensterbank positioniert hatte. Nun hieß es erst einmal am geöffneten Fenster zu warten, was wegen der Wespen in letzter Zeit ja nicht unbedingt risikolos war. Aber die hatten heute wohl etwas anderes vorm denn es ließ sich keine blicken.

Eine erste Wolkenlücke ließ nur einen kurzen Blick zu, dann musste ich wieder fast eine halbe Stunde warten, bis die Sonne endlich wieder rauskam, dieses Mal aber für länger.

Das Bild im Weißlicht war leider, trotz ganz gutem Seeing (R und S 3 nach Kiepenheuer) ein Stück weit enttäuschend. Im Norden befand sich immer noch die AR 12042 – nur noch als H1, weil ich in ihrer Umgebung keine Flecken mehr finden konnte. Sie war das einzige Aktivitätsgebiet ihrer Hemisphäre. Im Süden fand ich am Sonnenrand noch Reste der AR 12038 als A1, die AR 12044 als B2 und die AR 12045 als C3. Auf Aufnahmen des Big Bear Solar Observatory war sehr schön zu sehen, wie sich die heute morgen noch in der Nähe stehende AR 12046 allmählich auflöste und gleichzeitig um den Rand rotierte.

Im H-alpha machte sich das Seeing weitaus heftiger bemerkbar. Der Im Weißlicht leicht wallende Sonnenrand war hier heftig in Bewegung. Dort fand ich auch nur 10 Protuberanzen, die kleinsten Sprays und Spiculen entgingen mir dabei. Die Oberfläche glänzte mit nur wenigen Höhepunkten: 5 helle Flaregebiete standen 14 Filamente – zwei davon etwas länger ausgedehnt, je eine im Norden und im Süden – gegenüber. Ein Blick auf die Rückseite der Sonne mit Satellitenhilfe offenbart zwar dort eine ganze Zeihe von Aktivitätsgebieten, die aber versammelten sich gerade alle in der Nähe des Sonnenmeridians.

Durchziehende Wolken versetzten das Seeing immer wieder in Bewegung, sodass die heutige Beobachtung insgesamt als sehr durchschnittlich betrachtet werden muss. Bemerkenswert war außerdem, dass weder im Weißlicht, noch im H-alpha im Osten der Sonne ein neues Aktivitätsgebiet zu sehen war. Dafür hatte sich gestern um 0:27 UTC die AR 12035 mit einem X1.3-Flare von uns verabschiedet.



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