Sonntag, 27. April 2014

Sonne am 27.04.2014

Dass Murphy ein treuer Wegbegleiter meiner astronomischen Beobachtungstätigkeit ist, durfte ich schon zur Genüge erfahren und so musste ich heute erst einmal ein paar Schwierigkeiten überwinden, bevor ich mit der eigentlichen Beobachtung beginnen konnte. Zunächst hatte sich auf dem kurzen Weg von meiner Wohnung zum Dachboden eine dickere Wolkenschicht am ohnehin reichlich verschleimten Himmel geschoben und ließ erst einmal alle Hoffnungen vergehen, noch vor dem Frühstück eine Beobachtung zu bekommen. Dafür versuchten wieder Wespen durch das schmale Dachbodenfenster hereinzukommen, was durch das Zuschlagen des Fensters erfolgreich verhindern konnte.

Ich musste aber nicht lange warten, da sah ich, wie sich die Sonne langsam aus der Syphschicht befreite: erst war nur ein Teil ihres Nordpols zu sehen, die ersten Flecken tauchten auf und schließlich war die Sonne vollkommen freigegeben, wenn auch der Himmel immer noch nicht wirklich klar war. Das merkte man am aufgehellten Himmelshintergrund im Okular.

Im Weißlicht waren wiederum kaum Flecken zu finden. Am Ostrand stand die AR 12042 als H1 und zum Zentralmeridian hin hatte sich – quasi über Nacht – eine C-Gruppe mit 3 Flecken gebildet, die derzeit noch ohne NOAA-Nummer ist. Diese beiden Aktivitätsgebiete waren denn aich die einzigen, die man auf der Nordhälfte finden konnte. Der Süden wies demgegenüber zwar ein paar mehr Gruppen auf, war aber dadurch nicht unbedingt lebhafter als der Norden. Ganz am Ostrand stand hier eine oval geformte J1 ohne Nummer. Man wird sehen, ob sie Teil einer größeren Aktiven Region ist oder nicht. Die schon gestern sichtbare A1 hatte die Nummer 12047 bekommen und die AR 12045 klassifizierte ich als C7, womit es heute nur 5 Gruppen wurden.

Die Beobachtungsbedingungen schlugen in viel stärkerem Maße im H-alpha durch, hier war der Hintergrund orange und es machte einige Mühe, hier etwas zu erkennen. So fand ich am Sonnenrand lediglich 6 Protuberanzen – was sich später auch anhand von Aufnahmen im Web verifizieren ließ -,und auf der Oberfläche 14 Filamente und 4 helle Flaregebiete, die bei der heutigen Wetterlage allerdings schwierig zu erkennen waren. Auch waren die Filamente nicht sehr eindrucksvoll; vom chromosphärischen Netzwerk war keine Spur zu sehen.


Und, ich erwähnte Murphy bereits, nach der Beobachtung wurde das Wetter natürlich besser, aber da stand die Sonne wieder hinter Bäumen ...

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