Montag, 28. April 2014

Sonne am 28.04.2014

Sonnenbeobachtung kann bisweilen eine aufregende, Nerven zerrende und Zeit raubende Angelegenheit sein, wie am heutigen Tag. Während tagsüber immer wieder die Sonne zum Vorschein kam, bewölkte es sich pünktlich zu Feierabend vollends und es sah nicht mehr nach einer Auflockerung des Himmels auf. Doch weit gefehlt, passierte genau das ein paar Stunden später. Nun begann das Nerven aufreibende: der Himmel war in fast allen Richtungen wolkenfrei, nur nicht in Richtung Sonne und Wolkenlücken zogen immer genau über oder unter ihrer Position hindurch.

Es dauerte vom Aufbau des Teleskops bis zu ersten Beobachtung fast eine dreiviertel Stunde, denn gleich nachdem das Teleskop ausgerichtet war, zog es sich zu, während der Himmel ringsum aufriss. Wiederum gut 30 Minuten gewartet, näherte sich ein wolkenfreier Abschnitt der Sonne, natürlich nicht, ohne immer wieder kleine Wolkenfetzen durch das Bild zu schicken. Abschnittsweise konnte ich einige Bereiche der Sonnenoberfläche unter durchziehenden Wolken sehen und weiter war es nur in Sonnenrichtung dick bewölkt. Als es dann endlich soweit war und ich dachte, jetzt ungestört beobachten zu können, musste ich mich wieder beeilen, denn mit einem Mal kam wieder ein Wolkenfeld heran, dass die Nordhälfte der Sonne bedeckte und ich mich nochmal gedulden musste, bis dieses Feld durchgezogen war ... und das nächste heran kam.

Zum Glück gab es nicht viel zu zählen und das Seeing war ausgesprochen gut. Im Norden stand die AR 12048 als D6 und die neue AR 12050 als J1, der Süden zeigte die neue AR 12049 als D8 mit einer Lichtbrücke im f-Teil, die AR 12047 als C5 und die AR 12045 als J4.

Wollte ich noch eine H-alpha-Beobachtung bekommen, musste ich mich schon sehr beeilen, da weitere Wolken in den bislang wolkenfreien Teil des Himmels eindrangen. Das Seeing war auch hier sehr gut – störend waren nur die jetzt immer rascher herankommenden neuen Wolkenfelder und deren vorauseilenden Teile, die durch das Sichtfeld wanderten – und ich fand zunächst 8 Protuberanzen, 19 Filamente und 4 Flaregebiete. Und die hatten es durchaus in sich, denn ich fand gleich drei Stück, die zur Zeit der Beobachtung aktiv waren: einen in der AR 12049, einen in der AR 12047 und einen in der AR 12048. Leider kamen wieder Wolken und verhinderten die weitere Beobachtung, während natürlich der Rest des Himmels fast ohne Wolken war ...  

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