Freitag, 2. Mai 2014

Die Sonne im April 2014

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Seit einem ersten Höhepunkt im Februar 2014 ist die Sonnenaktivität insgesamt leicht zurückgegangen. Das machte sich schon im März bemerkbar, in viel stärkerem Maße aber im April. Am ersten des Monats war ziemlich genau in der Sonnenscheibenmitte nahe des Zentralmeridians die AR 12021 als D-Gruppe mit einigen recht auffälligen Penumbren zu sehen. 

Viel interessanter aber war die AR 12026, die bereits am 31. März aus der Südhalbkugel zunächst als B-Gruppe zu sehen war. Sie entwickelte sich binnen weniger Tage zur D und gehörte vom 3. bis zum 9. der Klasse E an und war auch das einzige Aktivitätsgebiet des ganzen Monats, welches das zustande brachte. Waren am 1. noch 8 Fleckengruppen bei der NOAA (und 6 bei der Kanzelhöhe) zu sehen, so ging diese Zahl in den kommenden Tagen kontinuierlich zurück und erreichte am 13. mit 5 Gruppen einen ersten Tiefstand in diesem Monat. An diesem Tag hatte sich die AR 12035 auf der Südhalbkugel ebenfalls zu einer E-Gruppe entwickelt, verdankte die Klasse aber nur ihrer Längsausdehnung und weniger der Komplexität der Penumbren. Sie hielt die Klasse bis zum 15, stieg dann zur Waldmeierklasse F auf, die sie bis zum 18. hielt und dann wieder auf die Stufe E zurückfiel. Sie war darin noch bis zum 24. zu sehen. 

Unterdessen war am 11. auf der Nordhalbkugel die AR 12034 am Ostrand aufgetaucht und als D klassifiziert worden. Sie nahm fast eine analoge Entwicklung die die AR 12035, die einen Tag später erschienen war. Auch sie stieg binnen weniger Tage zu Klasse E auf – ab dem 15. April – und hielt die Klasse bis zum 23. April. Und auch die AR 12036 auf der Südhalbkugel – man sah in diesen Tagen also drei große Fleckengruppen – konnten ab dem 21. als E-Gruppe gesehen werden. Sie war am 14. April ebenfalls als D-Gruppe am Ostrand zu sehen. Der überwiegende Teil des Monats wurde durch diese Aktivitätsgebiete geprägt.

Diskrepanzen gab es zum wiederholten Male zwischen den Angaben des österreichischen Sonnenobservatoriums auf der Kanzelhöhe und der NOAA, was die Frage der Klassifikation anging. Nicht immer, wenn die NOAA eine E-Gruppe meldete, war das auch bei der Kanzelhöhe der Fall, was verschiedene Ursachen haben kann. Oft sind auch Unterschiede zwischen den auf den Zeichnungen der Kanzelhöhe festgehaltenen Gruppen und den entsprechenden Angaben der NOAA zu finden, über die man nur rätseln kann, denn, verglichen mit eigenen Beobachtungen, ergab sich dann an einigen Tagen eine dritte Variante in dem Zahlengeflecht. Zumindest sind sich beide Einrichtungen, was die Tendenz der Aktivität angeht, weitgehend einig, was aber, wenn man seine eigenen Beobachtungen vergleichen möchte, nicht immer hilfreich ist. Liegt es an der Unerfahrenheit mancher Beobachter, oder an deren ungenaues Arbeiten? Man weiß es nicht.

Dass trotz der drei E-Gruppen die Aktivität insgesamt gegenüber dem Vormonat zurück gegangen war, lag an dem fast völligen Einbruch nach dem 24. April. Als der große Komplex an Fleckengruppen um den Westrand herum rotiert und den Blicken der irdischen Beobachter entschwunden war, ging die Zahl der verbliebenen Gruppen auf fünf, am 27. sogar auf nur noch drei zurück, um danach am 28. wieder erst auf 6 anzusteigen und einen Tag später wieder auf 5 abzufallen. In diesen Tagen wurde die Waldmeierklasse D nicht mehr überschritten und alles sah wieder eher nach Minimum als nach Maximum aus.

Im H-alpha wurde der Niedergang der Aktivität im April noch deutlicher: Neben einigen schön anzusehenden Protuberanzen und Filamenten, traten extrem wenige Flares auf. Das erste größere – bis dahin gab es nur solche der unteren Klasse b und c – wurde zwar bereits am 2. April in Form eines M6.5-Flares registriert worden, der zwischen 13:18 UT und 14:28 UT auftrat, mit Höhepunkt um 14:05 UT, danach war aber erst einmal relative Ruhe angesagt, was angesichts der drei großen E-Gruppen dann doch schon ein wenig verwunderte. Diese blieben nämlich im H-alpha ziemlich inaktiv. Am 12. April gelangen zwar Nachweise erhöhten Sonnenwindes aus Koronalöchern, doch erst am am 16. wurde zwischen 19:54 UT und 20:04 UT (Höhepunkt um 19:49 UT) wieder ein kurzer M1.0 Flare aus der AR 12035 heraus gesichtet. Zwei Tage später, am 18. wurde zwischen 12:31 UT und 13:20 UT (Höhepunkt 13:03) ein M7.3-Flare beobachtet, der später zu schwachen Polarlichtern führte, die von zwei Beobachtern aus Husum fotografisch nachgewiesen wurden. Am 25. April wurde dann der stärkste Ausbruch des ganzen Monats beobachtet: ein X1.3-Flare, der von 0:17 UT bis 0:38 UT (Maximum 0:27 UT) zu sehen war.

Insgesamt blieb der April also im H-alpha trotz des einen X-Flares eher ruhig. Dazu passte, dass an einigen Tagen wieder polnahe Regionen gab, die keinerlei Protuberanzen oder Filamente aufwiesen, was im Kontext zum widersprüchlichen und sehr seltsamen 24. Fleckenzyklus steht, der nach wie vor zum schwächsten seit 100 Jahren gerechnet wird.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen