Donnerstag, 1. Mai 2014

Sonne am 01.05.2014

Wer am frühen Morgen die Möglichkeit zur Sonnenbeobachtung hat, sollte diese auch nutzen. Je nach Standort kann das Seeing in den frühen Morgenstunden sehr gut sein und man hat seine tägliche Beobachtung schon bekommen. Erst einmal Frühstücken und dann allmählich anzufangen, kann zur Folge haben, dass der Himmel dann schon wieder bedeckt ist.

Darum nutze ich im Sommer am Wochenende und freien Tagen immer die erste sich bietende Gelegenheit und beobachte durch ein schmales Dachbodenfenster, dessen Winkel aber nur Beobachtungen zu ganz bestimmten Zeiten ermöglicht. So auch am heutigen 1. Mai. Der Himmel war mit leichten Wolkenbänken hier und da versehen, aber in Sonnenrichtung war er frei. Das Seeing zu dieser Zeit war aber nicht wirklich gut. Phasenweise stand das Bild, um gleich danach wieder in allgemeinem Geblubber zu versinken, inkl. starken Bewegungen auf der Oberfläche und einem bisweilen gezackt aussehenden Rand.

Gegenüber der letzten Beobachtung hatte sich nur wenig verändert. Von der AR 12048 erwischte ich gerade noch einen Tel der Penumbra, die wie eine Beule am Sonnenrand aussah und hatte sie erst mit einer Erscheinung des wallenden Sonnenrandes verwechselt. Ich klassifizierte sie als C3, denn auch die kleinen Flecken waren in den kleinen Momenten ruhiger Luft klar zu erkennen. Zusammen mit der AR 12050 als J1 waren dies wieder die einzigen Aktivitätsgebiete auf der Nordhalbkugel. Im Süden hatte die AR 12045 fast den Sonnenrand erreicht und war auch heute eine J1. Dahinter stand die AR 12047 als D16, sie ist in der Nacht leicht geschrumpft und gehört nun nicht mehr der Klasse E an. Leicht von ihr in nordwestlicher Richtung versetzt entdeckte ich eine kleine A1 – es wird wohl die AR 12051 werden – und dann war da noch die AR 12049 als D11.

Im H-alpha sah es leider nicht viel besser aus, denn das Seeing machte hier arge Probleme, selbst das Scharfstellen war manchmal nicht möglich. Es gab dann aber wieder bessere Abschnitte, die dann doch wieder einen etwas genaueren Blick zuließen. So erkannte ich12 Protuberanzen – nur eine im Südwesten war einen Tick größer und sah aus wie ein Flaschenöffner -, 14 Filamente und 4 Flaregebiete. Zwei Filamente waren dabei besonders interessant: im Nordwesten stand eine Formation, die aussah wie ein von der Seite betrachteter Wall und kam auch perspektivisch sehr schön heraus. Im Südosten tummelten sich drei dieser Gebilde, die ebenfalls eine sehr plastische Form aufwiesen. Zwischen den beiden Polen der AR 12049 und der AR 12047 waren deutliche Aufhellungen zu sehen: sie könnten die Quelle für Flares sein, die ich aber erst ab mittags beobachten könnte, wenn die Sonne Hindernisse wie Bäume und Häuser überwunden hatte.

Im Übrigen: nach dem Frühstück und just in dem Moment, wo die Worte in die Tastatur flossen, hatte sich eines der leichten Wolkenfelder vor die Sonne geschoben ...  

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