Freitag, 2. Mai 2014

Sonne am 02.05.2014

Astronomie bei Tageslicht kann ernüchternd und enttäuschend sein. Während den ganzen Tag über der Himmel völlig bedeckt war, riss die Bewölkung in den späten Nachmittagsstunden aus und es tobte ein Kampf zwischen hohen, mittelhohen und niedrigen Wolken. Der Blick durch das Teleskop zeigte zwar ein gutes Seeing, aber die immer wieder durchziehenden Wolken störten die Beobachtung ganz erheblich. Zeitweise war das Bild der Sonne völlig verschwommen, dann wurde die Sicht wieder klarer, nur damit tiefere Wolken die Lücke wieder schlossen. Und natürlich – manchmal frage ich mich, wieso immer mir das passiert – war der Himmel in fast alle Richtungen klar und blau, nur nicht dort, wo die Sonne stand. So konnte ich die Sonne oft nur zeilenweise abscannen und habe so binnen etwas anderthalb Stunden hoffentlich alle Gruppen erwischt.

Eine ganz besondere Entwicklung hatte die AR 12051 im Süden genommen. Gestern Morgen noch hatte ich sie als A1 klassifiziert und heute war sie schon eine C9 mit zwei senkrecht übereinander stehenden Penumbren. Die AR 12047 dahinter war heute für mich eine E17, die Kanzelhöhe hatte sie als D, die NOAA als E eingestuft. Manchmal ist die Klassifikation schwierig, wenn man keine Messung der Länge vornimmt. Mir ist zwar bekannt, dass beide Einrichtungen auch weitere Messungen, z.B. des dazugehörigen Magnetfeldes und der Länge in heliographischen Graden bzw. Kilometer, vornehmen, wieso es dennoch zu so unterschiedlichen Eingruppierungen kommt, ist ein wenig rätselhaft. Die nächste Gruppe war die AR 12049 als D12. Zum Sonnenrand hin stand noch eine B2 ohne NOAA-Nr. Im Norden war als auffälligste Gruppe die AR 12050 als J1 zu sehen, die fast am Rand stehende A1 bemerkte ich erst zum Schluss, als für ein paar Sekunden die Sicht wieder etwas klarer wurde.

Das nervige Wetter schadete dann auch ganz erheblich der H-alpha-Beobachtung, wo im PST der Hintergrund orange leuchtete und der Sonnenrand verschwommen war. Noch weniger als im Weißlicht waren überhaupt Details zu erkennen. Daher fand ich gerade mal 3 Protuberanzen, 14 Filamente und 3 Flaregebiete. Auf Satellitenaufnahmen sind Flareaktivitäten in den drei großen Gruppen zu sehen, hier waren sie nicht mal andeutungsweise zu erkennen. Und auch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrages ziehen die richtigen Wolkenlücken weiter immer an der Sonne vorbei, ohne sie auch nur noch einmal zu erreichen ... 

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