Donnerstag, 29. Mai 2014

Sonne am 29.05.2014


Nach vielen Tagen ohne eine reele Chance auf eine Sonnenbeobachtung, weil ich oft erst nach Sonnenuntergang, bzw. Beginn der nautischen Dämerung zu Hause war, hoffte ich heute auf die passende Gelegenheit. Schon in den frühen Stunden sah ich einen wolkenlosen Himmel, der aber passend zu Sonnenaufgang wieder verschwand. Erst einmal bestimmten daher wieder Wolken das Geschehen. Gegen Mittag begann sich die kompakte Wolkenlücke zu lichten und natürlich liefen alle Wolkenlücken immer irgendwie an der Sonne vorbei. Fast der ganze Himmel war ohne Wolken, nur in Richtung Sonne hielten sie sich hartnäckig und verschwanden nur zögerlich. Schließlich bot sich mir eine Lücke an, in der ich das Fernrohr justieren konnte, kaum getan, war der Himmel wieder zu. Das Spiel ging etwa zwei Stunden lang, ohne dass ich zu einer Beobachtung kam. Schließlich kam eine leicht größere Lücke, in der ich mich arg beeilen musste, um fertig zu werden, weil auch immer wieder Wolkenfetzen störten.

Was sich mir im Weißlicht dann offenbarte, war eher eine Sonne aus dem Minimum: der Norden war völlig fleckenfrei und im Süden stand nahe des Zentralmeridians eine einsame H1, die AR 12075. Etwas weiter südlich erspähte ich die AR 12076 als C2, daneben die AR 12073 als B2. Die AR 12072 sollte als A1 zu sehen sein, ich fand sie aber auch nicht nach längerer Beobachtung, ebenso wenig wie die am Rand stehende AR 12069. Dafür war das Seeing mit einer Ruhe und einer Schärfe von jeweils 4 einfach zu schlecht und der wallende Sonnenrand sorgte zudem für eine schlechte Definition der Bildschärfe.

Entsprechend schlecht war denn auch die Beobachtung im H-alpha (auf die entsprechend große Lücke musste ich nochmals gut eine Stunde warten). Eine große und 5 kleinere Protuberanzen, drei Flaregebiete und 8 Filamente, mehr bot sich mir heute nicht dar. Momentan sieht es so aus, als würden wir geradewegs auf das nächste Minimum zulaufen, keine guten Aussichten.

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