Samstag, 31. Mai 2014

Sonne am 31.05.2014

Sonnenbeobachtung kann bisweilen sehr anstrengend sein, vor allem, wenn man vom „Virus Solaris“ infiziert ist, unbedingt jeden Tag beobachten möchte, um nichts zu verpassen und dann mit dem Wetter konfrontiert wurde: in Richtung Westen war der Himmel heute völlig aufgeklart, nur in Ostrichtung, wo die Sonne stand, wie sollte es auch anders sein, stauten sich die Wolken. Nur Kleinstlücken kamen mal vorbei und ermöglichten es zumindest, das Fernrohr auszurichten. Wolken in unterschiedlichen Höhen machte die Berechnung von Wolkenlücken schier unmöglich. So war wirklich wieder Wolkenlückenastronomie angesagt, in der einen sah ich eine, in der anderen eine weitere Fleckengruppe usw. Fast eine halbe Stunde musste ich ausharren, bis sich auch im Osten die Wolken lichteten. Zwischendurch musste ich allerdings höllisch aufpassen, denn eine Hornisse versuchte, durch das Fenster in den Boden zu gelangen, was oftmals nur durch das beherzte Zuschlagen verhindert werden konnte.

Als dann endlich die Wolken aufrissen – natürlich immer nur für ein paar Augenblicke – entdeckte ich zunächst die neue AR 12077, die ich als J1 klassifizierte. Später fand ich die AR 12075 als C2 und davor eine Ansammlung kleiner Flecken, die ich als B5 einstufte. In Westrichtung lag die AR 12076 als A1 und die AR 12073 als C3. Alle Fleckengruppen befanden sich übrigens auf der nun wieder deutlich dominanteren Südhälfte, der Norden war wieder fleckenfrei.

Eine größere Wolkenlücke animierte mich dann doch noch zu einer H-Alpha-Beobachtung. Als erstes sah ich „Protubus Gigantus“, ein Geflecht aus vier nebeneinander stehenden, weit auffächernden Protuberanzen, die man wirklich mal als groß bezeichnen konnte. Da diese sich am Ostrand befanden und über einer großen Aktiven Region stehen müssten, ist normalerweise mit dem Auftauchen größerer Fleckengruppen an dieser Stelle im Weißlicht zu rechnen. Hier muss man im wahrsten Sinne des Wortes schauen, ob es auch so kommt. Am Sonnenrand zählte ich 20 (!) - abgesehen von „Gigantus“ - überwiegend kleine Protuberanzen, auf der Sonnenoberfläche drei kleine Flaregebiete sowie 10 Filamente.

Leider ist momentan bei Abfassung dieses Blogbeitrages der Osthimmel wieder bedeckt, während der Westhimmel im tiefsten blau erscheint, da wird ein Nachbeobachten schwierig, zumal die Hornisse immer noch dabei war, auf den Dachboden zu gelangen ... 

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