Montag, 30. Juni 2014

Sonne am 30.06.2014

Es sah heute den ganzen Tag über nicht unbedingt danach aus, als ob ich heute noch eine Sonnenbeobachtung hinbekommen würde. Bei Sonnenaufgang war der Himmel teilweise klar, danach zog es rasch zu und zeitweise regnete es sogar ein wenig. Zu Hause angekommen, stellte ich jedoch fest, dass der Himmel von Nordwesten her aufriss. Das Fernohr war schnell aufgebaut, nur um dann erst mal unter Wolken zu stehen. Eine größere Wolkenlücke schloss sich sehr schnell, als sie der Sonne näher kam. Danach zogen einzelne Wolken stafettenartig an der Sonne vorüber, doch nach einer guten Stunde war auch das überwunden und ich konnte, bei recht gutem Seeing, die Beobachtung ungestört fortsetzen, nachdem ich in den Lücken immer wieder von vorne angefangen hatte.

Im Weißlicht hatten sich ja in den letzten Tagen viele kleine Gruppen – gestern noch ohne NOAA-Nummer, gebildet. Im Norden stand am Ostrand die AR 12102, die für mich aus zwei Gruppen bestand: eine B2 und eine B4, gleich dahinter war die AR 12106 als B2 neu entstanden, bzw. um den Ostrand herumgekommen. Die AR 21000 war heute eindeutig nur eine Gruppe, nämlich eine C17 mit vielen kleinen Flecken sowohl im p-, als auch im f-Teil. Die beiden AR 12096 und 12097 waren auch heuer wieder jede eine J1. Im Süden war schon gestern eine auffällig kompakte Gruppe um den Ostrand herumgekommen und heute trug sie die Nummer 12104 und zwar eine D8 mit zwei großen Hofgebieten, die einiges an Aktivität versprachen. Dicht dabei die AR 12107 als D7. Beide Gruppen hatten gemein, dass sich alle Einzelflecken innerhalb der Penumbren aufhielten. Zuguterletzt war dann noch die AR 12105 als B7 zu sehen.

Im H-alpha war die Beobachtung dann auch schon sehr spannend. Zwar gab es nur 8 winzige Protuberanzen - die trotzdem schön anzusehen waren -, dafür auf der Oberfläche aber 5 intensive Flaregebiete und 12 Filamente. Letztere konzentrierten sich – abgesehen von einem Riesenteil im Südosten – vorwiegend rum um die Aktiven Regionen 12104 und 12107. Hier dürften die kommenden Tage spannend werden, sah man doch heute schon einzelne Filamente aus den Gruppen aufsteigen. Westlich und nördlich davon waren zwei halbbogenförmige Filamente zu sehen und natürlich viel Struktur in den Zentren der beiden Gruppen. Man darf auf die Flaretätigkeit der nächsten Tag gespannt sein, in der Hoffnung, dass nicht auch diese Gruppen wieder mehr versprachen, als sie einhielten.

Sonntag, 29. Juni 2014

Sonne am 29.06.2014

An manchen Tagen wird man vom Wetter überrascht: In der Nacht hatte es Dauerregen gegeben, der sich bis weit in den Vormittag hinein fortsetzte und auch als es trocken wurde, blieb der Himmel Wolken verhangen. Gegen Mittag lockerte die Wolkendecke zwar leicht auf, natürlich in einer Phase, als die Sonne hinter meinem dicken Baum stand und ich sie nicht erreichen konnte. Zwar hatte ich alles vorbereitet, um vom Hinterhof aus beobachten zu können, aber kaum war der Gedanke zu Ende gedacht, war die Wolkenlücke wieder verschwunden. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, als kurz nach 14 Uhr MESZ im Nordwesten größere Wolkenlücken auftauchten, die aber alle an der Sonne vorbeiliefen. Ich musste fast eine Stunde warten, bis dann endlich eine solche auch mal die Sonne traf.

Das Seeing war zu diesem Zeitpunkt ziemlich gut und so fielen mir als erstes wieder die beiden Aktiven Regionen 12096 und 12097 auf. Beide waren wieder nur eine J1, die AR 12096 hatte alle Flecken in ihrer Umgebung verloren. Als nächstes stieß ich auf die neue, sehr kompakte AR 12104 – eine D6 im Süden - und eine ebenfalls vergleichsweise große Gruppe ohne Nummer – eine C7- im Norden. Zu dieser gesellte sich noch die AR 12100 als B3 sowie eine A2 ohne Nummer in ihrer unmittelbaren Nähe. Im Süden stolperte ich dann noch über die AR 12103 als A1, während ich die AR 12098 nicht finden konnte. Erst mit dem allerletzten Blick erwischte ich noch eine B2 zwischen der AR 12100 und der 12097 ohne Nummer. So waren es heute 8 Gruppen, die ich bei zunehmend besser werdendem Seeing zählen durfte.

Das gute Seeing erlaubte mir heute eine etwas längere H-alpha-Beobachtung mit em PST. Auf der Oberfläche stach mir als erstes ein sehr großes Doppelfilament leicht westlich des Zentralmeridians auf sowie ein weiteres am Ostrand. Das war auch schon das Highlight des Tages, denn die 6 Protuberanzen waren ebenso unscheinbar wie die 5 Flaregebiete und bei den Filamenten kam ich immerhin noch auf eine Zahl von 7, während die Nordhälfte der Sonne wieder mal erscheinungsfrei war.



Samstag, 28. Juni 2014

Sonne am 28.06.2015

Nachdem ich gestern lediglich einen Ausfalltag produziert hatte – morgens war es sonnig, nach Feierabend bewölkt und regnerisch – hoffte ich heute auf eine bessere Gelegenheit zur Sonnenbeobachtung. Anfangs sah es noch ganz gut aus, dann zog es wieder zu und die Wolkendecke lichtete sich erst wieder, nachdem ich die Sonne vom Dachboden aus nicht mehr erreichen konnte und sowieso unterwegs war.

Wieder zu Hause angekommen, sah ich die letzte Wolkenlücke abziehen und saß erst mal wieder unter einem bewölkten Himmel. Der alte Grundsatz, dass, wenn man die erste Gelegenheit zur Sonnenbeobachtung nicht nutzt, man an dem Tag keine zweite erhalten wird, schien sich wieder einmal, wie gestern, zu bestätigen. Es folgte sogar ein kurzes, trockenes Gewitter. Gut zweieinhalb später kam die Sonne wieder raus, war aber doch hohen Syph stark verschleiert und war nur in ganz wenigen Augenblicken fast wolkenfrei zu sehen.

In diesen Momenten zeigte sich die weiterhin sehr schwache Sonnenaktivität. Im Norden waren die AR 12097 als H1 und die AR 12096 als C7 auf Anhieb zu erkennen – die kleinen Flecken der 12096 aber erst im Laufe der weiteren Beobachtung. Durchziehende Wolkenschichten in unterschiedlichen Höhen erschwerten die Beobachtung und erst nach einer weiteren Stunde und einen weiteren Gewitter kam wieder eine größere Wolkenlücke heran, die von tiefer liegenden Wolken fast ständig beeinflusst wurde. Am Ende gab ein einige Sekunden mit wirklich klarer Sicht und just in jener erfasste ich die restlichen Gruppen: die AR 21000 als B3, die AR 12098 (im Süden) als A1, nördlich der AR 12000 eine A1 ohne Nummer und hinter der 12000 ganz am Ostrand eine J1.

Mutig nahm ich danach das PST zur Hand, wurde aber enttäuscht, denn das Wetter war absolut nicht H-alpha-tauglich. Der Hintergrund hellorange, ließ sich auf der Oberfläche nur sehr wenig bei fast nicht vorhandenem Kontrast erkennen. Es gab nur ein großes Filament und fünf weitere, die nur sehr schwer zu identifizieren waren sowie vier helle Flaregebiete. Am Rand sah ich lediglich 6 kleine, kaum wahrnehmbare, Protuberanzen. Und kaum wr ich soweit, unter den schlechten Bedingungen wenigstens etwas gesehen zu haben, zog die nächste Gewitterwolke heran und beendete vorzeitig meine Beobachtungsbemühungen.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Sonne am 26.06.2014

Ein rechtzeitiger Feierabend beschwerte mir auch heute eine Sonnenbeobachtung ohne große Störungen durch Wolken. Dafür war das Seeing heute nicht ganz so gut, wie in den Vortagen, was noch Folgen haben sollte, denn die Sichtbarkeit kleinster Details war heute nicht unbedingt gegeben.

Einiges hatte sich bei den in den letzten Tagen doch recht statisch wirkenden Fleckengruppen verändert. In der Nähe des Westrandes war auf der Südhälfte die AR 12093 eine alte/neue J1 entstanden, die spätestens übermorgen wohl nicht mehr zu sehen sein wird. Dahinter stand noch eine kleine A- oder B, die ich aber aufgrund des Seeings nicht finden konnte. Einfacher war es mit der AR 12098, die zur C5 geworden war und einen Teil der Penumbren verloren hatte. Im Norden hatte sich die AR 12096 zur C8 weiterentwickelt, während die AR 12097 auch heute eine J1 war. Die beiden kleinen Gruppen von gestern waren – obwohl auf einigen Profifotos im Netz zu sehen – unter den gegebenen Umständen nicht zu sehen.

Schnell mit dem PST ins H-alpha gewechselt, sah ich eine fast komplett erscheinungsfreie Nordhalbkugel der Sonne, während sich im Süden 8 Protuberanzen – nur eine im Osten sah aus, wie ein großer Kasten -, 11 Filamente – wiederum nur eines war größer und länger – und 5 schwache Flaregebiete tummelten. Kurz nach Ende der Beobachtung zog es dann für längere Zeit zu. Nur 10 Minuten später und ich hätte die wohl letzte Chance zur Beobachtung an diesem Tag verpasst.

Mittwoch, 25. Juni 2014

Sonne am 25.06.2014

Endlich gab es nach vielen Tagen eine Beobachtung unter fast wolkenfreiem Himmel. Man hatte das Gefühl, mitten in einem großen Wolkenloch zu sitzen und konnte nahezu stressfrei bei durchschnittlichem Seeing beobachten.

Die Aktivität unseres Tagesgestirns war gegenüber dem Vortag spürbar zurück gegangen. Auf den ersten Blick fand ich nur drei Gruppen: im Norden die AR 12097 als J1 und die 12096 als H3, da sich ihre Penumbra in die Länge gezogen und darin zwei neue Flecken gebildet hatten. Im Süden hingegen stand die AR 12098 als D8. Beim konzentrierteren Beobachten fielen mir dann noch Reste der AR 12093 und der 12094 auf: an ihrer Position standen heute zwei kleine A1-Gruppen, die aber wieder nur sehr schwer zu sehen waren und fast ständig unter die Nachweisgrenze des Teleskops rutschten. Sie waren nur für jeweils ein paar Sekunden, dafür aber auch bei mehrmaligem Nachschauen, zu sehen.

Die Beobachtung im H-alpha war dann schon ein wenig enttäuschend. Am Ostrand stand – ohne Bezug zu einer Aktiven Region im Weißlicht – ein großes, bogenförmiges Filament, sonst gab es nur 5 weitere, die sehr klein waren sowie 6 kleine Mini-Protuberanzen und drei Flaregebiete.

Dienstag, 24. Juni 2014

Sonne am 24.06.2014

Mehrschichtbewölkung ist tödlich für jede Form der astronomischen Beobachtung und sie ist typisch für Norddeutschland. Am Morgen zog ein ein Regengebiet durch, das mich auf dem Weg zur Arbeit erwischte und dabei völlig durchnässte – dafür durfte ich mit klatschnassen Klamotten an einer Besprechung teilnehmen, was ganz besonders spart war. Gegen Mittag gab es dann hin und wieder Sonnenschein, doch bei Feierabend sah es ganz nach dem ersten Ausfalltag in diesem Monat aus. Das änderte sich aber noch, aber die Sonne stand hinter einer dicken Syphschicht und war nur als heller Kreis am Himmel zu sehen. Wenig später verdünnte sich diese Schicht und ich konnte mit einer Weißlichtbeobachtung beginnen.

Stressfrei war das aber nicht, denn hoher Syph schränkte die Beobachtungsbedingungen doch arg ein. Am Anfang sah ich nur drei Gruppen: im Norden die AR 12096 und 12097 (beide eine J1) und im Süden eine D3 ohne Nummer. Nahe dem Zentralmeridian stieß ich auf eine A1, die aber schon zwei Sekunden später wieder im Syph verschwand. Aus Nordwesten kam eine eng geschnittene Wolkenlücke heran, in der ich, immer nur für ganz kurze Momente, noch die AR 12093 (B3) und die 12094 (B2) sah. Fackeln am Sonnenrand waren nur selten zu sehen.

Eine weitere Wolkenlücke kam an und ermöglichte noch einen Blick auf die H-alpha-Sonne und ich konnte gerade noch die Zahl der Protuberanzen (6), der Filamente (7) und der Flaregebiete (3) zählen, bis sich in großer Höhe binnen Sekunden eine weitere Syphschicht bildete und die Beobachtung beendet wurde.

Es war eine Beobachtung am Rande der Unmöglichkeit und irgendwann wird das Glück, dass man hierfür braucht, aufgebraucht sein. Der Vorteil im Sommer ist eben, dass die Sonne lange genug über dem Horizont steht und man sich nebenher ein wenig auf die Lauer legen kann. Im Winter hätte ich nicht den Hauch einer Chance dafür, weil sich das Geschehen weitgehend hinter Häusern und Bäumen abspielt. Diese Frustphase kommt noch früh genug!

Montag, 23. Juni 2014

Sonne am 23.06.2014

Bei der visuellen Sonnenbeobachtung kann man so manche Überraschung erleben. Das Wetter war recht annehmbar, die Wolken zogen – vom Wind getrieben – rasch über den Himmel und es gab ausreichend Zeit für die Beobachtung. Doch der erste Blick war wie ein Schock: im Norden standen nur die beiden neuen Aktiven Regionen 12096 und 12097 und waren - jeweils als J1 - zu sehen, der Rest der Sonnenoberfläche schien fleckenfrei zu sein. Das Seeing war allerdings ziemlich durchschnittlich mit doch deutlich wallendem Sonnenrand und machte die kleinen Gruppen nahezu unsichtbar. Die AR 12093 und die 12094 waren nur noch als ganz schwache B-Gruppen mit jeweils (geschätzt) 5 Einzelflecken zu beobachten. Von der AR 12090 war am Westrand nur noch eine halbe J1 zu sehen, von der AR 12092 eine A1. So täuscht die Zahl von 6 Fleckengruppen eigentlich eine zu hohe Aktivität vor und es war zu erwarten, dass die 4 kleinen Regionen in den kommenden Tagen nicht mehr zu sehen sein werden.

Das mittelmäßige Seeing wirkte sich dann selbstredend auch auf die H-alpha-Beobachtung aus. Gerade eben und eben waren noch 4 Protuberanzen zu sehen. Einfacher war es bei den 3 Flaregebieten und den 14 Filamenten. Herausragende Gebilde waren heute jedoch nicht mehr dabei. Nun musste man abwarten, wie lange die monatliche Phase der geringeren Aktivität dieses Mal andauern würde.

Sonntag, 22. Juni 2014

Sonne am 22.06.2014

Im Gegensatz zum gestrigen WM-Spiel zwischen Deutschland und Ghana, das 2:2 endete, fand ich heute die passende Lücke für den Sieg, sprich: Ich wachte kurz nach 8 Uhr auf und bemerkte, dass die Sonne schien.

Ich schoss regelrecht aus dem Bett, zog mich an und begab mich auf den Dachboden, wo die Sonne bereits durch die kleinen, lukenähnlichen Fenster hereinschien. Nur Minuten später konnte ich mit der Beobachtung beginnen, auch wenn gleich von Anfang an wieder die gegnerischen Wolken störten und mit hoher Geschwindigkeit durch das Bildfeld zogen. Allerdings war der Rasen schlecht bespielbar, bzw. das Seeing teilweise miserabel. Noch nicht ganz wach, hatte ich leichte Probleme mit den Augen, doch nach dem ersten Blick wurde es dann allmählich besser.

Die Wolkenabwehr konnte durchdrungen werden und so erkannte ich im Norden zunächst wieder die AR 12090 als J1, hinzu gekommen ist hier, was ich aber erst im Verlaufe der Beobachtung herausfand, eine dicht am Ostrand stehende J1, noch ohne NOAA-Nummer. Im Süden sah es dagegen heute sehr übersichtlich aus. Die AR 12092 war, wie die AR 12087 nur noch als jeweils eine J1 zu sehen. Auch die gestern noch in der Nähe stehende A1 ohne Nummer war nun verschwunden. Die etwas westlich des Zentralmeridians stehende AR 12093 war heute eine C4, die AR 12094 eine C3 und die hinter der 12093 stehende Gruppe – immer noch ohne Bezeichnung – war eine C11. Eine gestern Abend noch am Westrand zu sehende A1 konnte ich heute morgen nicht mehr finden.

Die nach wie vor nervenden Abwehrspieler von der Wolkenfront hielten mich aber nicht davon ab, mit dem PST ins H-alpha zu gucken. Hier zeigte die Sonne 12 Protuberanzen, wobei besonders die am Ostrand – drei große Materiebögen – das Interesse weckten und wohin ich während der Beobachtung auch immer wieder zurückkehrte. Filamente fand ich nur 8 Stück und allesamt recht klein und auch die Zahl der Flaregebiete war zurück gegangen, denn ich fand nur noch 3 vor. Das gestern noch hochaktive Gebiet rund um die AR 12093 hatte sich in den vergangenen Stunden stark abgeschwächt, war aber immer noch gut als Aufhellung wahrzunehmen. Leider setzte sich dann doch wieder die Wolkenabwehr durch, da mir aber alle gewollten Beobachtungen glückten, war es ein Sieg und kein Unentschieden wie gestern Abend!

Samstag, 21. Juni 2014

Sonne am 21.06.2014

Am Tag der Sommersonnenwende und des Sommeranfangs die Sonne zu beobachten, war ein ziemlich schwieriges Unterfangen. Zwar klarte es kurz nach 8 Uhr ein wenig auf, doch ließen Wolken in unterschiedlichen Höhen nicht bestimmen, ob ein Wolkenloch die Sonne treffen würde oder nicht. Natürlich taten sie es nicht und so konnte ich zunächst nur durch dünne Wolken hindurchschauen, was für das Auge beliebig anstrengend war, wenn man sich auf eine Fleckengruppen konzentrieren wollte, aber ständig Wolken durch das Bildfeld huschten. Erst 6 (!) Stunden später gab es wieder eine Wolkenlücke, die den Namen auch verdiente und durch die ich dann meine morgendliche Beobachtung endlich vervollständigen konnte.

Dieses Wetter war denn auch der Grund, ein für heute geplantes Sonnenbeobachtertreffen der Hamburger Sonnengruppe abzusagen, was sich im Nachhinein als richtig erwies, zumal die Mitglieder offenbar auch wenig Neigung hatten, am heutigen Tage gemeinsam die Sonne zu beobachten.

Viel hatte sich jedoch seit der letzten Beobachtung nicht verändert: im Norden war die AR 12090 weiterhin die einzig beobachtbare Gruppe, eine J1. Im Süden stand am Westrand die AR 12087 als C4, die AR 12097 als J1, darunter die nummernlose A1. Die AR 12093 war heute nurmehr eine C9 und die AR 12094 eine H2. Hinter der AR 12093 hatte sich dann noch eine neue Gruppe gebildet: eine B6.

Nach dieser Weißlichtbeobachtung musste ich erst einmal wieder geraume Zeit vergehen lassen, so etwa 2 Stunden, bis die nächste, größere und vor allem passende Wolkenlücke kam. Schon bei Durchzug dünnerer Wolkenfelder fiel mir das sehr helle Gebiert rund um die AR 12093 auf: hier war ein heller Flare am Arbeiten. Er wies eine Doppelform wie bei einer 8 auf und dürfte in den kommenden Stunden sicher noch einiges hervorbringen. Daneben befand sich überdies ein strichförmiges Filament. Da die Beobachtung immer wieder aufgrund durchziehender Wolken unterbrochen werden musste, schaffte ich es, die Lücken zu vertreiben, sobald ich mein PST startbereit auf der Fensterbank stehen hatte. Wegen des starken Windes traute ich mich aber nicht, es dort stehen zu lassen, denn schon beim Zuschlagen des Fensters könnte es abstürzen. So zog sich auch die H-alpha-Beobachtung fast unendlich in die Länge. Erst nach einer weiteren Stunde hatte ich alles beisammen: 12 Protuberanzen, 13 (kleine) Filamente und 5 Flaregebiete. Das Nachbeobachten wurde schwierig, weil nur noch kleinste Lücken vor die Sonne wanderten und der Wind begann, einige Gegenstände in meiner Küche zu verrücken.

So war der offizielle Sommeranfang vom Wetter her denn auch eher ein stürmischer Herbstanfang!

Freitag, 20. Juni 2014

Sonne am 20.06.2014

Den ganzen Tag über war es in Hamburg sehr stürmisch und der Wind trieb Wolken und Wolkenlücken vor sich her und so hatte ich auch heute wieder Glück mit der Beobachtung. Nachdem einige Wolkenlücken ober- oder unterhalb der Sonne durchzogen, klarte es mit einem Mal großflächig auf. Im Weißlicht zeigte sich dann eine gegenüber gestern deutlich geringere Sonnenaktivität. Im Norden gab es mit der AR 12080 als H1 nur noch eine Fleckengruppe, während im Süden die AR 12094 nur noch eine J1 und die schräg darüberstehende AR 12093 als D9 zu beobachten war. Am Westrand tummelten sich hier die AR 12092 als C5, die AR 12087 als H1 und darüber die nummernlose Gruppe nunmehr als A1.

Ich musste erst einmal wieder den Durchzug eines größeren Wolkenfeldes, bis ich heute endlich mal wieder auch im H-Alpha beobachten konnte. Auch hier war die Aktivität deutlich zurückgegangen. Am Rand entdeckte ich nur 11 kleine Protuberanzen und auf der Oberfläche 9 Filamente und nur eines hatte größere Dimensionen. Obendrein gab es 4 Flaregebiete – und eines auch noch rund um die AR 12087. Leider erwischte ich nur eine kleine Wolkenlücke, danach gab es keine zweite Chance mehr. Zwar gab es die eine oder andere Wolkenlücke, doch zogen diese stets immer irgendwie an der Sonne vorbei.

Sonne am 19.06.2014

Der Hochsommer mit seinen langen Tagen und der Mitternachtsdämmerung bieten manchmal auch dann eine Möglichkeit zur Sonnenbeobachtung, wenn man damit schon gar nicht mehr gerechnet hatte. So war der Tag überwiegend bewölkt, doch kaum war ich zu Hause, riss die dichte Wolkendecke auf und gab den Blick auf die Sonne frei.

Das Seeing war gut, und so konnte ich am Westrand noch Reste der beiden Aktiven Regionen 12089 und 12095 sehen. Sie waren für mich eine J1 und eine A1. Die AR 12090 war als H1 nun deutlich weiter nach Westen gewandert. Auf der Südhalbkugel war die AR 12087 als C3, die AR 12092 als B6 und dazwischen eine J1 ohne Nummer zu sehen. Die AR 12094 war eine H1, die AR 12093 eine C4, dahinter gab es noch eine B5, ebenfalls ohne Nummer. Leider zog es kurz nach der Weißlichtbeobachtung zu und ich erhielt keine Gelegenheit mehr für eine H-alpha-Beobachtung.

Mittwoch, 18. Juni 2014

Sonne am 18.06.2014

Wieder einmal strafte das Wetter den Vorhersagen Lügen, denn es sollte am Nachmittag völlig bedeckt sein, aber zumindest nicht regnen. Tatschlich war der Himmel aufgelockert, als ich nach Feierabend zu Hause ankam. Schnell war das kleine Teleskop auf der Fensterbank aufgebaut und schnell war die Sonne dann auch erst mal wieder hinter Wolken verschwunden. Es dauerte aber nicht sehr lange, bis die erste Wolkenlücke kam. Leider war der Himmel in dem freien Stück nicht wirklich klar, sondern von leichtem Syph durchzogen, den man aber mit einem kleinen Refraktor gerade noch überwinden konnte.

Schon der erste Blick verriet mir, dass wieder ein paar kleinere Fleckengruppen nahe des Ostrandes entstanden waren. Auf der Nordhalbkugel der Sonne war jetzt die AR 12089 dicht am Westrand zu finden und wies immer noch einige markante penumbrale Strukturen auf. Dahinter die AR 12090 als H1. Im Süden tummelte sich der Rest der insgesamt 8 Fleckengruppen, die ich an diesem Tag fand. Am Ostrand waren die AR 12093 als J1 und die AR 12093 als C4 zu sehen, dazu gesellte sich eine B4 ohne Nummer. Westlich des Zentralmeridians waren die AR 12092 als C8 und die AR 12087 als halbbogenförmige D9 zu sehen. Unterhalb der AR 12089 stand dann noch, allerdings auf der Südhälfte, eine B2 ohne Nummer.

Bis zur Beobachtung mit dem PST konnte ich wegen einer größeren Wolkenschicht ein wenig pausieren und nach etwa 15 Minuten konnte ich mir auch das Geschehen im H-alpha anschauen. Erstaunlicherweise waren die Sichtbedingungen gar nicht mal so schlecht und so fand ich 8 Protuberanzen, 5 Flaregebiete und 14 Filamente. Letztere waren besonders auf der Osthälfte der Sonne sehr ausgeprägt: zwei größere standen als Bögen hintereinander, quer dazu gab es einen weitere Bogen zu sehen. Überdies war am Westrand in der AR 12089 gerade ein Flare aktiv; und am Rand stand hier dann auch eine aufrecht stehende Protuberanz, die wie ein Zeigefinger aussah.

Die Beobachtungszeit war nur sehr kurz, aber dennoch effektiv und effizient, die Tagesleistung in Form einer Relativzahl konnte erbracht werden.

Dienstag, 17. Juni 2014

Sonne am 17.06.2014

Es sah ganz nach einem der üblichen Murphy aus: den ganzen Tag im heißen Büro sitzen und nach Feierabend dann wegen aufkommendem Schleim am Himmel nicht beobachten können. In der Mittagspause sah ich über der Hamburger Hafen-City ein vollständiges Sonnenhalo, leider hatte ich keine passende Kamera dabei, nur die des iPhones.

Ich hatte hinsichtlich meiner Beobachtungen den Tag schon abgeschrieben. Beim ersten Versuch war im Teleskop außer dem Schleim nur eine völlig verschleierte Sonne ohne klar definierten Rand zu sehen. Zwei Stunden später dann klarte es von Norden her auf und ein für Hamburg seltenes Phänomen war zu beobachten: der Syph löste sich wieder auf!

So unternahm ich dann doch noch einen zweiten Versuch zur Beobachtung und dieser sollte denn auch bei noch gutem Seeing gelingen. Im Weißlicht hatte sich nicht wirklich viel getan.In Norden stand die AR 12089 nun nahe des Westrandes und war eine D9 mit nach wie vor sehr ausgeprägten Penumbren. Knapp westlich des Sonnenmeridians hatte sich die AR 12090 zu einer H1 zurück entwickelt und alle kleinen Flecken rundum verloren.

Im Süden sah die AR 12087 wie ein kleiner Bogen aus vier, isoliert stehenden Penumbren, die ich mal als D7 klassifizierte. Gleich dahinter kam eine B5, noch ohne NOAA-Nummer, von der ich gestern meinte, sie ansatzweise schon sehen, aber mit dem Auge nicht halten zu können. Am Ostrand dann die AR 12094 als J1 und die AR 12093 als C4.

Es war gewagt, angesichts der Wetterbedingungen, das PST aufzustellen, und der erste Blick bestätigte auch meine negativen Erwartungen, denn der Himmelshintergrund leuchtete hell orange bis rötlich auf. Die Sichtbarkeit von Einzelheiten auf der Oberfläche war stark schwankend: von fast gut bis zur völligen Unsichtbarkeit. Am Rande zählte ich 14 Protuberanzen (einige Exemplare sahen schon sehr beeindruckend aus), ansonsten 15 zum Teil sehr große Filamente und 5 Flaregebiete, von denen das um die AR 12087 inzwischen schwächer geworden zu sein schien. Seit den drei großen X-Flares sind hier mehrere M- und C-Flares entstanden, doch insgesamt blieb die Gruppe nach fulminantem Auftakt ziemlich enttäuschend.

Montag, 16. Juni 2014

Sonne am 16.06.2014

In der letzten Stunde vor dem Fussball-Weltmeisterschaftsspiel Deutschland vs. Portugal riss die bisher dichte Bewölkung auf und ließ die 16. Beobachtung des laufenden Monats zu. Das Seeing war dabei, trotzdem immer wieder Wolken durch das Bildfeld zogen, relativ gut, die Sonnenaktivität aber ähnlich niedrig wie gestern.

Im Norden stand die AR 12090 als C5 nahe des Zentralmeridians der Sonne. Die gestern noch dahinter liegende A1 war heute verschwunden. Auffällig auch die AR 12089 als D14 mit drei Penumbren und etlichen kleinen Flecken im Umfeld. Ziemlich genau in der Mitte stand im Süden die AR 12087 als D11. Die AR 12087 war auch heute nicht so auffällig, wie es ihre Aktivität im H-alpha versprochen hatte und es scheint, als ob das verantwortliche Magnetfeld nicht kräftig genug war, um im Weißlicht eine größere Fleckengruppe bilden zu können. Am Ostrand waren zwei neue Gruppen ohne NOAA-Bezeichnung aufgetaucht: eine J1 und eine C3.

Das PST zeigte im H-alpha 4 helle Flaregebiete, wobei es rund um die AR 12089 schien, als ob es da heute noch etwas in Form eines Ausbruchs geben würde. Ähnlich, wenngleich etwas geringer ausgeprägt, sah es auch im Bereich der AR 12087 aus. Und auch hier muss man halt abwarten, was da noch so kommt, oder auch nicht.

Am Sonnenrand war es heute wieder etwas ruhiger geworden, ich fand lediglich 7 Protuberanzen. Dafür war die Oberfläche mit 14 Filamenten sehr aktiv, zumal es fünf größere Teile gab, die man beobachten konnte. Alles in allem also ein eher durchschnittlicher Sonnenbeobachtungstag, aber einer, den man gerne mitnimmt, zumal ich mir, wie in jedem Jahr, das Ziel gesetzt hatte, mindestens 200 Beobachtungen zusammen zu bekommen. Momentan sieht es noch nicht so aus, als ob es mit Leichtigkeit möglich wäre, da ich bislang noch nicht mal 100 überschritten habe.

Sonntag, 15. Juni 2014

Sonne am 15.06.2014

Endlich konnte ich wieder einen Tag mit einer Sonnenbeobachtung beginnen und das auch noch bei einem Seeing, dass es nur ein oder zweimal im Jahr gibt: Ruhe und Schärfe =1(!). Keine Bewegung des Sonnenrandes und feinste Details auf der Oberfläche und auch keine Wolken, die die Beobachtung behinderten.

Die Zahl der Fleckengruppen war nun wieder sehr übersichtlich, denn bis auf einen kleinen Rest der AR 12085, von der ich genau am Sonnenrand noch eine A1 sah, hatten sich die großen Gruppen der letzten Tage dem Blick des irdischen Beobachter entzogen. Überdies war auch die AR 12091, gestern noch als A1 zu sehen, heute nicht mehr zu finden. Sie hatte sich entweder aufgelöst oder war unter das Auflösungsvermögen des Teleskops gerutscht.

Leichter war es im Norden, wo die AR 12090 als H1 und ihr nachfolgend eine B2 ohne Nummer und die AR 12089 als D14 standen. Im Süden gab es die AR 12092 als A1 und die nur im Weißlicht relativ unscheinbare AR 12087 als D5.

Das gute Seeing schrie regelrecht nach einer H-alpha-Beobachtung und das PST zeigte denn auch sehr viele Einzelheiten. Zunächst war ich überwältigt von der Vielfalt der Erscheinungen am Westrand, wo die großen Gruppen wegrotiert waren. Hier gab es eine große schwebende Protuberanz, die aussah wie ein Atompilz, daneben 8 weitere auf engstem Raum. Da konnte man kaum zwischen den einzelnen Materiebögen unterscheiden. Insgesamt kam ich heute auf 17 (!) Protuberanzen: mehrere größere Herde fanden sich weit verteilt am Ostrand. Die Filamente waren nicht so auffällig wie die letzten Tage, dennoch zählte ich 15 Stück.

Von den 4 Flaregebieten, die außerdem zu sehen waren, war das um die AR 12089 am hellsten, hier deutete sich der Aufbau eines Flares an, der wohl im Laufe des Tages aufsteigen dürfte. Seltsam zurückhaltend war auch das Gebiet rund um die AR 12087. Sie stand am westlichen Rand eines wirklich ausgedehnten Flarefeldes und war von mehreren Filamenten umgeben, hatte nach den drei X-Flare von 10./11. Juni aber nur noch M- und C-Flares hervorgebracht. Aufgrund ihrer Struktur ist aber ohne Weiteres auch in den kommenden Tagen mit weiteren Ausbrüchen zu rechnen, wenn auch die Wahrscheinlichkeit für X-Flares stark gesunken ist.

Samstag, 14. Juni 2014

Sonne am 14.06.2014

Wolken in unterschiedlichen Höhen beeinträchtigten heute die Beobachtung in besonderem Maße, denn es war oft nicht auszurechnen, ob eine Wolkenlücke nun die Sonne treffen würde und wenn ja, ob diese nicht von einer zweiten oder gar dritten Wolkenschicht nicht doch am Ende wieder geschlossen wurde. Gerade, was die Sichtbarkeit von kleinen Flecken am Rande des Auflösungsvermögens des Teleskops betrifft, kann sich das Auge kaum konzentrieren, wenn dauernd Wolkenfetzen durch das Bild im Okular durchlaufen. Natürlich war es dann auch immer wieder so, dass einzelne Wolkenstreifen so lange vor der Sonne saßen, bis die Lücke wieder dicht war und eine Beobachtung erfolgreich verhindert wurde. Wolkenlückenastronomie ist extrem anstrengend und frustrierend, wenn man länger auf Wolkenlücken wartet, als diese für eine Beobachtung nutzen zu können.

So war es auch heute wieder, bei obendrein noch teilweise sehr schlechtem Seeing – die Trennung von Umbra und Penumbra war zeitweise unmöglich – und der Zeitaufwand, der für die Bestimmung der Sonnenfleckenrelativzahl benötigt wurde, wurde lang und länger. Nur schrittweise konnte ich die einzelnen Gruppen erfassen. Alle großen Gruppen hatten den Westrand zu größten Teil passiert, die AR 12062 war nur noch eine H1, wie die AR 12085 und die ihr vorgelagerte AR 12082 gehörte nunmehr zur Klasse B und hatte 4 Flecken. Von der AR 12085 war nur noch eine D4 übrig. Die AR 12091 sah ich als A1 in einer weiteren Wolkenlücke. Neben der AR 12062 fand ich im Norden noch die Ar 12089 als D11, die AR 12090 als H1 und dahinter die folgende Gruppe ohne NOAA-Bezeichnung als A1. Auf der Südhalbkugel standen außer den bereits erwähnten Gruppen am Westrand die AR 12092 als A1, die AR 12087 als D14 und die AR 12091 als dritte A1 des Tages. Im Bereich zwischen der 12087 und der 12091 hatte ich den Eindruck, als ob sich hier weitere A- oder B-Gruppen befinden könnten, vermochte diese aber nicht mit dem Auge zu halten. Nordwestlich der AR 12091 sollte die AR 12086 sehen, aber auch beim letztmaligen Versuch scheiterte ich, anscheinend war die Gruppe nicht mehr vorhanden, oder zu klein für meinen Refraktor.

Die nächste große Wolkenlücke – inzwischen waren seit Beginn der Beobachtung etwa zwei Stunden vergangen – konnte ich endlich für die H-alpha-Beobachtung nutzen, die heute wieder sehr lohnenswert war. Zwar gab es nur 10 Protuberanzen, 11 Filamente und 7 Flaregebiete, doch sie allesamt hatten es in sich. Am Westrand türmten sich nahe der großen Gruppen, die dort standen, zwei kleine, aber breite sowie immer noch die schwebende Protuberanz von gestern auf. Auf der gegenüber liegenden Ostseite gab es gleich drei größere Materiebögen und einer ragte wie ein Zeigefinger nach oben. Rund um die AR 12087 befand sich ein ausgesprochen großes Flaregebiet und weit nördlich davon stand ein „halber Sinus“, die anderen Filamente waren eher klein.

Manchmal braucht man für eine reine Relativzahl viel Zeit und jede Menge Geduld, um nicht an den kleinen, gemeinen Murphereien in Form von Wolken schier zu verzweifeln. Aber heute gelang es mir.

Freitag, 13. Juni 2014

Sonne am 13.06.2014

Die Sonne zu beobachten, war heute eine extrem knifflige Angelegenheit, denn echte Wolkenlücken gab es erst um die Mittagszeit und am frühen Nachmittag, als ich noch auf der Arbeit war. Kaum zu Hause angekommen, verschwand die letzte Lücke und es sah an diesem Freitag, den 13. nach einen unnötigen Ausfalltag aus, denn wann soll man seine Sonnenbeobachtungen bekommen, wenn nicht im Hochsommer. 

Etwa eine Stunde später tauchten wieder erste Lücken auf, die zumeist nicht die Sonne trafen. Eine erste, größere, konnte nur für die Justierung, eine zweite für das grobe Erkennen der Flecken, die vierte und fünfte gar nicht und nach einer Zwangspause von gut 1,5 Stunden eine weitere für eine rasche Beobachtung genutzt werden. Natürlich mitten im WM-Spiel Mexiko vs. Kamerun. Das Seeing war trotz der heftigen Wolkenbewegung relativ gut und so konnte ich mich schnell auf die 10 Gruppen konzentrieren, die sich heute auf der Sonne befanden.

Im Norden stand im Osten die AR 12090, die sehr unterschiedlich klassifiziert wurden, mal als eine G2, mal als 2 Gruppen. Ich entschied mich rein intuitiv für die „2-Gruppen-Lösung“ und sah hier eine H1 und eine J1. Zweifelsfreier war die am Zentralmeridian stehende AR 12089 als D11 zu sehen sowie die AR 12082 als H3. Im Süden traf ich im Osten auf die AR 12092 als B4, die im H-alpha weiterhin sehr aktive AR 12087 als D18, die AR 12091 als B4, die AR 12088 als C5, die AR 12080 als D9 und die AR 12085 als E 14.

Das Wetter ließ leider keine weiteren Beobachtungen zu – obwohl die Prognosen etwas anderes verkündet hatten – und so verpasste ich die weitere Entwicklung vor allem des „Sinuskurvenfilaments“ der letzten Tage. Wie so oft, wenn es Interessantes auf der Sonne zu sehen gibt.

PS: Kurz vor Erreichen der horizontnahen Baumgrenze kam die Sonne doch noch aus den dicken Wolken raus. Das PST wurde rasch am Brett des Küchenfensters aufgestellt und die Aktivität im H-alpha war ziemlich umwerfend. Am Westrand stand dort, wo das "Sinuskurventeil" stand, heute eine fette Protuberanz, leicht nördlich davon eine weitere sowie in Höhe der AR 12082 gab es eine plattgedrückte Protube und eine darüber schwebende sowie ein Teil, dass sich anscheinend während der kurzen Beobachtung im Auflösen begriffen war. Rund um die jetzt wegrotierenden Aktiven Regionen 12080 und 12085 gab es jede Menge Flaregebiete, die deutlich kräftiger aussahen, als die um die sehr aktive AR 12087. Beim Zählen kam ich auf 15 Protuberanzen, 10 Filamente und 10 Flaregebiete, sodass auch heute die Sonne im H-alpha aktiver wirkte als im Weißlicht.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Sonne am 12.06.2014

Bei sommerlichen Temperaturen und einem ebensolchen Wetter nebst guten Seeing ging die heutige Beobachtung leicht von der Hand. Mit bloßem Auge und Sofibrille konnte ich keine der Gruppen mehr sehen, vermutlich, weil diese schon zu nahe am Westrand standen. Was gestern Vormittag noch mit Ach und Krach ging, war heute nicht mehr möglich.

Dafür pulsierte im Weißlicht das Leben auf der Sonne. Die großen Gruppen standen nun fast alle am Sonnenrand oder in dessen Nähe und auch aus dem Osten kam nun endlich wieder was nach. Im Süden standen die drei großen Gruppen dicht gedrängt am Westrand: die AR 12085 als E20, die 12080 als D14 und die 12088 als C7. Am Zentralmeridian stand eine D5 ohne Bezeichnung, weiter im Osten folgte die AR 12987 als eigentlich eher unscheinbare D9. Hinter ihr gab es noch eine B6, ebenfalls ohne NOAA-Nummer. Im Norden stand am Westrand die AR 12079 als J3, die AR 12082 als C9, leicht östlich vom Zentralmeridian die AR 12089 als D10 sowie ganz am Rand die AR 12090 als H1 und dahinter noch eine J1, ebenfalls ohne Nummer. Und alle Gruppen waren wieder schön entlang des Sonnenäquators hintereinander aufgereiht, was eigentlich typisch ist für einen zu Ende gehenden Zyklus.

Dem aber widersprach das, was in den letzten Tagen im H-alpha passiert ist. Hier produzierte nämlich die im Weißlicht nicht weiter auffallende AR 12087 drei X-, mehrere M und zahlreiche C-Flares: ein offener Widerspruch, der wiederum geradezu klassisch ist für den 24. Zyklus, aber ungewöhnlich im Kontext mit anderen Zyklen. Dort war es üblich, dass X-Flare von Fleckengruppen der Waldmeierklassen E und F hervorgebracht wurden, aber nicht von solchen der Klasse D. Und so wies die heute Sicht auf die H-alpha-Sonne mit dem PST wieder einiges an Überraschungen auf. Als hätte jemand den Schalter umgelegt, standen am Rand 11 Protuberanzen und auf der Oberfläche 18 Filamente sowie 9 helle Flaregebiete, aus denen sicher noch so mancher Flare entweichen dürfte.

Enttäuschend war das Sinuskurvenfilament, denn dieses hatte sich weitgehend aufgelöst und stark verändert. Konnte man gestern noch auf große Protuberanzen am Westrand hoffen, so sah das heute schon ganz anders aus. Obwohl der Rest immer noch relativ groß war, war der Sonnenrand an dieser Stelle leer und es fand sich hier keine Spur einer Protuberanz. Nun kann man nur noch hoffen, dass der übrig gebliebene Teil wenigstens Morgen noch zu einem beeindruckenden Materiebogen wird. Nach den heutigen Beobachtungen glaube ich aber nicht mehr so ganz daran. Die restlichen Filamente wiesen im Übrigen nicht die Dimensionen wie das ehemalige Sinuskurventeil auf, dennoch war der Sonne im H-alpha deutlich ihre abermals leicht gestiegene Aktivität anzusehen.

Was den aktuellen Verlauf des 24. Zyklus angeht, so scheinen wir uns derzeit in einer weiteren Maximumsspitze, einem sogenannten Mini-Maximum zu befinden. Erstaunlicherweise gab es in den vorangegangenen Zyklen immer zuerst das höhere Hauptmaximum, dem im Abstand von 1 bis 2 Jahren das niedrigere Nebenmaximum folgte. Hier aber ist es genau umgekehrt, erst folgte die niedrige Spitz im Februar 2012 und dann die höhere im Herbst 2013. Gleichwohl – die aktuellen Beobachtungen zeigen es – bleibt der 24. Zyklus der merkwürdigste seit Beginn der regelmäßigen Zählung im 18. Jahrhundert und nach wie vor der niedrigste seit 100 Jahren. Glaubt man allerdings dem hier könnte uns sogar ein Triple-Maximum statt eines Doppelmaximums, wie bei den letzten drei Zyklen, bevorstehen. Man muss das, wie immer, bei der Sonne abwarten, die, besonders in diesem Zyklus, immer wieder für eine Überraschung gut ist.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Sonne am 11.06.2014

Zu meinem großen Glück haben wir jetzt fast Sommersonnenwende und eine entsprechende Tageslänge, denn erst am Abend begann es nach einem weitgehend Wolken verhangenen Tag mit leichtem Nervregen und schwüler Luft aufzuklaren. Angesichts dessen war das Seeing recht ordentlich und ich konnte doch noch ohne große Wolkenhatz beobachten. Schon am Vormittag hatte ich in einer ersten Auflockerung durch das getönte Bürofenster mit Hilfe meiner Sofibrille drei Flecken mit bloßem Auge gesehen, einen aber nur sehr schwer. Es waren die Hauptflecken der AR 12080, 12082 und 12085, wobei mir die AR 12082 die meisten Schwierigkeiten bereitete, denn sie war extrem schwer zu halten.

Im Fernrohr dann offenbarte sich mir die „wahre“ Aktivität des Tages. Das Geschehen war naturgemäß noch weiter nach Westen gerückt, aber aus dem Osten kam endlich wieder was nach. So war im Norden die Aktive Region 12079 als D7 und die 12082 als D9 zu sehen. Östlich des Zentralmeridians standen eine B8 und am Ostrand eine H1 ohne Nummer. Im Süden war die AR 12087 für mich eine D7, dann folgte, auch östlich des Zentralmeridians, eine B5, danach kam vor der AR 12080 eine B4, alle ohne NOAA-Kennzeichnung. Die AR 12080 war dann eine D14 mit großer Penumbra und die AR 12085 als F21, von der ich aber nur eine Penumbra mit bloßem Auge gesehen hatte. Von der AR 12084 sah ich in einem Fackelfeld nur noch eine kleine A1, die AR 12077 war nicht mehr zu sehen.

Neugierig auf H-alpha – die Wolkenlücke war ausreichend groß, um auch hier noch zu beobachten – wechselte ich zum PST. Was als erstes auffiel war das fast völlige Fehlen von Protuberanzen. Nur 5 kleine waren mit Mühe zu finden. Auf der Oberfläche war es da shon leichter, was zu finden. Neben 8 (!) Flaregebieten fand ich das nun weit nach Westen gewanderte „Sinuskurventeil“, das morgen in Teilen über den Sonnenrand hinausragen und dann als imposante Protuberanzen wegrotieren sollte. Diese war das einzige wirklich großes Filament, daneben gab es nur Kleinkram, aber dennoch insgesamt 15 Stück. Verglichen mit dem Weißlicht, liegt das Sinuskurventeil übrigens vor den beiden Regionen 12080 und 12085. Die kommenden Tage dürften spannend werden. 

Dienstag, 10. Juni 2014

Sonne am 10.06.2014

Der heutige Tag begann leider nicht mit einer Sonnenbeobachtung, da ich wieder zur Arbeit musste und pünktlich zu der Zeit, wo ich auf meinem Dachboden hätte beobachten können, riss die dichte Bewölkung über der Stadt auf. Danach zog es rasch wieder zu und es sah nach einem kräftigen Gewitter aus, welches dann doch nicht kam. Gegen Mittag dann klarte es sich wieder auf und blieb auch so, bis ich Feierabend hatte. Zu Hause angekommen baute ich schnell den kleinen Refraktor auf, um keine Beobachtung zu verpassen, davon hatte ich in diesem Jahr nämlich schon genug.

Mit meiner Sofibrille sah ich heute 2 Gruppen mit bloßem Auge, beide jedoch hart an der Wahrnehmungsgrenze für meine biologischen Lichtwellenempfänger. Im Weißlicht hatte sich wieder einiges getan. Die AR 12080 war deutlich geschrumpft und nur noch eine D18, während die AR 12085 ihre Penumbren weiter ausgebaut hatte und immer noch der Klasse F mit 38 Flecken angehörte. In Richtung Westrand erkannte ich von der AR 12084 und der AR 12077 jeweils nur eine A1, die müssen im Laufe des Tages zusammengefallen sein. Hinter der AR 12080 fand ich eine weitere A1, allerdings ohne Nummer und nur sehr schwer zu erkennen. Weiter entfernt in Richtung Osten entdeckt ich dann noch eine A3, ebenfalls ohne Benennung durch die NOAA. Im Norden war die AR 12082 klar als D5 zu erkennen, die AR 12079 war eine C7 und am Ostrand war eine H3 herumgekommen. Das Sonnenobservatorium Kanzelhöhe hatte zwar nördlich der A1, die hinter der AR 12080 stand, noch eine A1 ausgemacht, die aber konnte ich auch bei längerer Beobachtung nicht finden.

Im H-alpha fielen mir auf den ersten Blick 6 helle Flaregebiete auf, die genügend Potential für Ausbrüche hatten. Dafür gab es auch nur 6 mickrige Protuberanzen und 14 zumeist winzige Filamente. Das „Sinuskurventeil“ war immer noch dabei und nun weiter nach Westen vorgerückt.

Nach einem kleinen Einbruch in der Aktivität, scheint sie nun wieder leicht anzusteigen, was aber vorwiegend den „alten“ und nicht etwa einer Vielzahl „neuer“ Gruppen zu verdanken war. 

Montag, 9. Juni 2014

Sonne am 09.06.2014

Leider begann der heutige Tag nicht mit einer Sonnenbeobachtung, sondern vielmehr mit Nebel und Hochnebel, der sich erst im Laufe des Vormittags allmählich zu lichten begann. Dennoch musste ich bis etwa 13 Uhr MESZ warten, dass die Sonne um mein Haus herumkam, um ins Visier genommen zu werden. Die Mittagshitze und die Abstrahlung der Wärme von meiner Hausmauer führte zu nicht sehr gutem Seeing, aber zu immerhin noch brauchbaren mit Werten für Ruhe und Schärfe von jeweils 3. Der Himmel war zum Zeitpunkt der Beobachtung wolkenlos und so konnte ich stressfrei beginnen. Vorweg probierte ich durch meine Sofibrille eine Beobachtung mit dem bloßen Auge, doch sicher halten konnte ich nichts, allerdings hatte ich schon den Eindruck, als ob mindestens eine der Gruppen mit bloßem Auge gesehen werden konnte.

Im 80/400er Refraktor war es jedoch wesentlich einfacher, etwas zu erkennen. Das erst, was mir auffiel, war, dass die beiden AR 12080 und 12085 auf der Südhalbkugel eine weitere Ausdehnung erfahren hatte. Erstere war für mich eine E22, letztere eine F33. Ihr vorgelagert war die AR 12084 als B8 und die AR 12077 als J1. Auf den Norden konzentriert, fand ich hier die AR 12082 als D17 und die AR 12079 als C8. In Richtung Ostrand, weit hinter der AR 12082 entdeckte ich dann noch bei zwischendurch besserem Seeing – kleine Gruppen werden bei schlechten Bedingungen leider oft übersehen – eine B2. Damit war sie wieder da, die Dominanz der Südhalbkugel.

Im PST sah es dagegen heute besser aus, als gestern, der Himmelhintergrund war dunkel. Am Sonnenrand waren gerade mal 6 kleine Protuberanzen zu sehen, auf der Oberfläche 7 Flaregebiete und 10 Filamente. Der gestern so schön anzusehende Doppel-Sinus war heute nur noch in Teilen vorhanden, ansonsten gab es nur eher unscheinbare Materiebögen in der Draufsicht, denn nichts anderes sind Filamente.

So ging ein insgesamt sonniges Pfingsten zu Ende und nun heißt es wieder, Geduld üben, wenn man bei strahlendem Sonnenschein im heißen Büro sitzt und hoffen, dass man nach Feierabend auch noch beobachten kann und dies nicht durch Wolken und Gewitter verhindert wird.

Sonntag, 8. Juni 2014

Sonne am 08.06.2014

Das nenne ich mal ein Pfingstgeschenk: Obwohl für die Morgenstunden gar nicht mal so sehr mit viel Sonnenschein zu rechnen war, zog genau zur passenden Zeit um 8 Uhr eine Wolkenlücke heran, die dazu auch noch ausreichend groß war, um ungestört beobachten zu können; das Seeing war dann auch noch ziemlich gut, kippte aber zum Ende der Beobachtung von Ruhe und Schärfe von 2 auf 3 und 4.

Spannend war die Frage, wie sich die Gruppen seit der letzten Beobachtung weiterentwickelt hatten. In Norden war aus der AR 12079, die ich stets als J1 klassifiziert hatte, nun eine C8 geworden und auch die AR 12082 hatte sich abermals verändert, auf der einen Seite einen Teil der Penumbra verloren und auf der anderen ein wenig hinzugewonnen. Ich stufte sie heute als D19 ein. Im Süden hingegen stieß ich sofort auf die beiden übereinander stehenden Gruppen AR 12080 und 12085. Die erste war für mich eine D23, die letzte eine E21. Allerdings war das natürlich nur aus der Erfahrung heraus geschätzt, aber nicht gemessen. Auffällig zwischen den beiden Gruppen war ihre unterschiedliche Länge, weswegen ich bei der 12085 auch zur E tendierte, während die 12080 nur unwesentlich länger war als die AR 12082. Vor der AR 12085 befand sich eine B2. Die AR 12084 war eine B3 und die AR 12077 eine C3. Ganz am Westrand entdeckte ich beim letzten Rundblick in einem Fackelfeld noch eine A1, ein kümmerlicher Rest der AR 12083.

Rasch wechselte ich zum PST um noch vor dem aus Westen heranrückenden Ende der Wolkenlücke noch meine H-alpha-Relativzahl zu bekommen. Die Zahl der Protuberanzen hatte sich gegenüber gestern kaum verändert und betrug 12, wobei es heute vorwiegend kleine Materiebögen waren, die ich beobachtete. Interessanter war es auf der Oberfläche: 5 Flaregebiete und 14 Filamente waren dort zu finden, darunter auch eine Struktur, die wie eine doppelte Sinuskurve aussah und immer wieder mein Auge dahin wandern ließ. Anscheinend ist es in diesen Tagen so, dass bei hoher Aktivität am Rand die auf der Oberfläche nachlässt und umgekehrt. Das kann aber eigentlich nur ein Auswahleffekt sein, denn die Termina „Rand“ und „Oberfläche“ kommen ausschließlich durch die Betrachtung von der Erdoberfläche zustande, wo es wie eine Binsenweisheit klingt, dass man immer nur die erdzugewandte Seite beobachten kann und andere Teile der Oberfläche als „Rand“ bezeichnet werden.

Samstag, 7. Juni 2014

Sonne am 07.06.2014

Den Tag mit einer Sonnenbeobachtung zu beginnen, ist eine schöne Sache, darauf zu warten, dass sie selbst um 8 Uhr MESZ immer noch hinter einem Baum stand, weniger. Zwischen den Ästen konnte ich schon mal einen zaghaften Blick wagen, mehr aber auch nicht. Als die Sonne dann endlich frei von Bäumen war, schien das bisher sehr gute Seeing plötzlich abzuschmieren. Minutenlang konnte ich keine Details mehr sehen, dann, als hätte jemand einen Schalter umgelegt, wurde es schlagartig besser und ich konnte mir die heutigen Sonnenflecken in aller Ruhe ansehen.

In den paar Stunden seit meiner letzten Beobachtung hatte sich auf der Sonne einiges verändert: die meisten Gruppen hatten während der „Nachtstunden“ einen Entwicklungssprung gemacht und sich teilweise deutlich vergrößert. Im Norden stand immer noch die AR 12079 als H1. Bei der AR 12082 hatten sich die penumbralen Strukturen spürbar vergrößert, weswegen sie von mir als D10 eingestuft wurde. Im Umfeld der AR 12079 stieß ich dann noch auf eine A3 ohne Bezeichnung. Auf der Südhalbkugel war die AR 12077 eine D7 und die AR 12084 eine D4. Am meisten entwickelt hatten sich die beiden Regionen 12080 und 12085, eine D16 und eine D18. Hier haben sich gegenüber gestern viele neue Flecken gebildet und die Penumbren vergrößert. Die 12080 war die größte Fleckengruppe an diesem Tag. Darüber hinaus fand ich noch die AR 12083 dicht am Westrand stehend sowie eine hart an der Auflösungsgrenze des Teleskops liegende B5 ohne Nummer vor der AR 12080. Außerdem stand zwischen der AR 12083 und der 12084 eine weitere, kleine A1, die ebenfalls nur knapp gehalten werden konnte und wohl nur aufgrund des guten Seeings sichtbar war.

Zu meinem eigenen Erstaunen war das Seeing im H-alpha gar nicht so gut, wie man es vom Weißlicht her erwarten würde. Der Himmelshintergrund war trotz des blauen Himmels zu keiner Zeit dunkel, sondern hell orange: ein Hinweis auf hohe, dünne Wolkenschichten bzw. Syph, der sich auf diese Weise bemerkbar machte. Auch war der Sonnenrand stärker in Bewegung als im Weißlicht. Hier zählte ich 13 Protuberanzen, einige wieder recht schön anzusehen, aber nicht sonderlich groß. Auf der Oberfläche gab es 9 Filamente – nur eines wies eine große, bogenförmige Struktur auf – sowie 5 helle Flaregebiete, die das Potential zu mehr Aktivität haben.

Das endlich mal gute Wetter wird heute das eine oder andere Mal sicher zu Nachbeobachtungen animieren.

Freitag, 6. Juni 2014

Sonne am 06.06.2014

Träge zogen sie dahin, die Wolken und bedeckten just zu dem Zeitpunkt die Sonne, als ich mitten in der Beobachtung saß und diese für rund 40 (!) Minuten unterbrechen musste. Nach Abzug dieser einen, dafür aber sehr großen, Wolke blieb der Himmelsbereich, in dem die Sonne stand, frei von Störungen. Das Seeing war überraschend gut und lag bei der Schärfe und der Bildruhe bei jeweils 2, was vor allem die Sichtbarkeit kleiner Flecken enorm begünstigte. Und davon gab es heute jede Menge.

Auf der Nordhalbkugel stieß ich zunächst auf die AR 12082, die sich heute zu einer D15 weiterentwickelt hat und von der wir in den kommenden Tagen mit Sicherheit noch einiges sehen werden. Davor lagen in Westrichtung die AR 12081 als J1 und weiter zwei kleine A1. Die AR 12081 konnte ich indes nicht mehr finden. Der Süden zeigte von Ost nach West die AR 12080 als D18, südlich davon eine B2 ohne Nummer, die AR 12077 als C5. Südwestlich davon entdeckte ich eine A3 bzw. eine weitere vor der AR 12080. Schließlich stieß ich beim Absuchen des Sonnenrandes noch aus die 12083 als A1, die in einem Fackelfeld stand.


Im H-alpha machte sich das gute Seeing dann anhand der Sichtbarkeit des chomosphärischen Netzwerkes bemerkbar. 11 Protuberanzen zierten den Sonnenrand, auf der Oberfläche fand ich 7 Filamente – nur eines war wirklich groß zu nennen – sowie 5 Flaregebiete und bei zweien sah es so aus, als ob man in den kommenden Stunden noch einen kleinen Ausbruch erleben könnte.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Sonne am 05.06.2014

Ein früher Feierabend sicherte mir auch heute wieder eine Sonnenbeobachtung, die allerdings wieder durch stark Wolken beeinträchtigt wurde. Von meiner heutigen Arbeitsstätte in Bergedorf bei strahlendem Sonnenschein losgefahren, kam ich in Wandsbek bei leichtem Regen und einem völlig bewölkten Himmel an. Der Niederschlag ließ zwar schnell nach, doch zu Hause musste ich eine geschlagene Stunde warten, bis ein Wolkenloch mal nicht an der Sonne vorbei ging. Dafür war das Seeing am frühen Nachmittag erstaunlich moderat. 

Durchziehende Wolkenfetzen störten vor allem die Sichtbarkeit der kleineren Gruppen, weil das Auge kaum Möglichkeiten fand, sich auf eine Stelle auf der Sonnenoberfläche zu konzentrieren. Daher sah ich zuerst die größeren und erst viel später die kleinen Aktivitätsgebiete: die AR 12079 als H1, die AR 12081 als A1 und in Richtung Ostrand eine namenlose C3 im Norden. Im Süden befanden sich die AR 12080 als D12, die AR 12078 als A1, die AR 12077 als C5 sowie eine weitere A1 in Richtung Westrand, ebenfalls ohne NOAA-Nummer.

Auf die H-alpha-Beobachtung musste ich dann wieder ein ganzes Weilchen warten, bis eine passende Wolkenlücke mit eine Beobachtung ermöglichte. Wolkenlückenastronomie ist Nerven aufreibend! Durch die erste konnte ich die Sonne noch anvisieren, die zweite ermöglichte mir die Sichtung einer größeren Protuberanz und erst die dritte und die vierte - mittlerweile waren gut 2 Stunden vergangen – konnte für den Abschluss der Beobachtung genutzt werden. 

11 Protuberanzen am Sonnenrand, die kaum mit denen der letzten Tage verglichen werden konnten, 7 Filamente (nur eines davon war wirklich groß zu nennen) und 5 Flaregebiete standen zur Zählung an. Insgesamt wirkte die Sonne im H-alpha sehr aufgeräumt und weite Teile ihrer Oberfläche waren, wie in den vergangenen Tagen öfter zu beobachten, vollkommen erscheinungsfrei. Auch blieben nach den großen Protuberanzen rund um den Monatswechsel nachfolgende Aktivitätszentren aus. Anscheinend – soweit man das überhaupt zu diesem Zeitpunkt sicher vorhersagen kann – ist die Sonne nunmehr in eine ruhigere Phase des Zyklus eingetreten, denn auch die Rückseite ist nicht gerade mit großen Aktivitätsgebieten gesegnet.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Sonne am 04.06.2014

Nach eine etwas späteren Feierabend musste ich mich heut mit der Beobachtung beeilen, damit diese nicht durch herannahende Wolken gestört oder vorzeitig beendet wurde. Im Westen hatte sich schon eine dunkle, drohende Wolkenbank aufgebaut; sie blieb aber vor Ort und kam nur langsam voran. Das Seeing war durchschnittlich, aber brauchbar.

Mein erster Blick galt der Gegend rund um die AR 12079, die von der Kanzelhöhe heute als C-Gruppe klassifiziert wurde, während ich die kleinen Flecken rund um das Zentrum der AR nicht sehen konnte. Dafür fiel mir wieder gleich die A1 südlich von ihr auf, die noch immer keine offizielle NOAA-Nummer erhalten hatte. Die kleine A1 nördlich der AR 12079 war nicht mehr zu finden.

Im Süden sah ich, allerdings erst im weiteren Verlauf der Beobachtung, die AR 12080 als langgestreckte B7-Gruppe und – für nur wenige Augenblicke über die Nachweisgrenze rutschend – eine A1 in einem Fackelfeld genau am Ostrand. Die AR 12077 war für mich eine C8 und die AR 12078 eine C2. Ziemlich genau am Westrand stand dann, ebenfalls in einem Fackelfeld – was die Chance auf die Wahrnehmung kleiner Fleckengruppen neben der Randverdunkelung deutlich erhöht – die AR 12075 als dritte A1 an diesem Tage. Ein letzter Kontrollblick und dann sah ich vor der AR 12080 noch eine B2 aus der Wolke hervorkommen, die aus Richtung Osten die Sonne verdeckt und nach einer mehrminütigen Unterbrechung eine Fortsetzung der Beobachtung erlaubte.

Für die H-alpha-Relativzahl musste ich mich dann noch mal beeilen, denn es kamen nun aus Osten weitere Wolken heran – eigentlich sollte das auch der Gegenrichtung erfolgen. Spektakuläre Erscheinungen gab es überraschenderweise heute nicht. Nach den letzten Tagen hatte ich erwartet, dass es turbulent weiterging, aber die Hoffnung zerschlug sich. Am Rand gab es nur 7 kleine Protuberanzen, auf der Oberfläche 8 Filamente und 4 Flaregebiete, ansonsten war die H-alpha Sonne im weiten Bereichen der Nordhälfte und im Süden erscheinungsfrei.

Dienstag, 3. Juni 2014

Die Sonne im Mai 2014

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Am Maifeiertag unterschied sich im Weißlicht die Zahl der Fleckengruppen nicht von der des Vortages. Lediglich fünf Aktivitätszentren waren beiderseits des Sonnenäquators aufgereiht, drei gehörten zu Waldmeierklasse D und zwei zur Klasse H. Die schon im letzten Monat sichtbare AR 12049 wurde ab dem 2. als E-Gruppe klassifiziert, die AR 12047, obwohl nur unwesentlich kleiner, jedoch nicht. Beide aber waren die beherrschenden Gruppen in den Anfangstagen des sogenannten Wonnemonats. Zusammen mit der AR 12051 gab es ab dem 2. Mai drei Gruppen mit auffällig großen Penumbren, die ich aber mit Hilfe meiner Sonnenfinsternisbrille nicht mit bloßem Auge sehen konnte. Während sich in den Folgetagen bei der AR 12047 leichte Auflösungstendenzen bemerkbar machten, hielt die AR 12049 ihre Klasse E noch bis zum 4 und fiel dann auch in sich zusammen und wurde nur noch als D klassifiziert. Das Geschehen verschob sich in Richtung des Westrandes und aus dem Osten kamen zunächst nur kleine Gruppen nach. Wie bei einem zu Ende gehenden Fleckenzyklus wanderten sie alle schön in niedrigen heliographischen Breiten über die Sonne und vereinfachten damit die Bestimmung der Lage des Sonnenäquators ganz erheblich. Die Zahl der Gruppen der Klassen C; D, H und J stieg kontinuierlich an und erreichte am 7. Mit 9 Aktiven Regionen einen vorläufigen Höhepunkt. Zu den aktivsten Gruppen in dieser Phase gehörte die AR 12056, die am 8. erstmals als D-Gruppe am Ostrand erschien und schon einen Tag später zur Klasse E gezählt wurde. Gleiches galt für die AR 12055, die am 6. ebenfalls als D-Gruppe aufgetaucht war. Sie gehörte ab dem 10. zur Waldmeierklasse E. Beide Gruppen wanderten übrigens über die seit Oktober stets dominantere Nordhälfte der Sonne. Neben diesen beiden Hauptaktivitätszentren entwickelten sich eine Vielzahl kleinerer Gruppen, sodass auch hier wieder die Zahl von 9 gleichzeitig auf der Sonne sichtbaren Gruppen erreicht wurde. Man konnte, gutes Wetter vorausgesetzt, beide Gruppen bei ihrer Wanderung über die Sonne und während dessen ihren vielen kleinen, täglich zu beobachtenden, Veränderungen zusehen. Vor allem die AR 12055 schien sich bei Annäherung an den Westrand immer mehr aufzulösen, gleiches galt für die AR 12056, bei der am Ende nicht mal mehr eine einwandfreie bipolare Struktur zu erkennen war. So zählte die 12055 ab dem 17. Nur noch zur Klasse C und war am 19. um den Westrand herum verschwunden, während die AR 12056 bis zuletzt die Klasse hielt und einen Tag später wegrotiert war. Damit endete gleichzeitig die Phase hoher Aktivität im Mai und es ging kontinuierlich bergab. Zwar wurde noch bis zum 21. eine Gruppenzahl von 10 bzw. 11 erreicht, danach aber ging es steil nach unten. Am 23. sah man nur noch fünf Gruppen. Die Zahl stieg kurzfristig auf 7 an, lag dann aber am 29. wieder nur bei mageren fünf und am 30. und 31. sogar nur bei vier Aktivitätsgebieten. Vom 22. bis zum 31. war dann die Nordhälfte der Sonne sogar völlig fleckenfrei.

Wie in den letzten Monaten öfter zu beobachten, waren viele der großen Gruppen im Weißlicht im H-alpha seltsam inaktiv. Zwar produzierten sie eine Reihe stattlicher b- und c-class-Flares, doch blieb die Zahl der hochenergetischen der Klassen M und X weitgehend gering. So konnte erst am 7. Mai ein M1-Flare mit Höhepunkt um 16:29 UT aus der AR 12051 heraus beobachtet werden. Am 8. gab es dann um 10:07 UT einen M5.2 aus der AR 12056; er war assoziiert mit einem 10cm Radio Burst (Tenflare, 390 sfu) binnen 8 Minuten. Allerdings stand die Gruppe soweit am Ostrand, dass das Erdmagnetfeld davon nicht beeinflusst wurde und es demzufolge auch keine bei uns sichtbaren Polarlichter gab. Erst am 24. gab es das nächste nennenswerte Ereignis: ein M1.0-Flare, der um 18:35 UT aus der AR 12065 herauskam. Angesichts der Größe der Aktiven Regionen Nr. 12047, 12049, 12055 und 12056 verwundert es schon, dass es hier nur 3 M- und keinen einzigen X-Flare gab. Dafür bildete sich am 31. am Ostrand ein regelrechter Protuberanzenkomplex aus vier dieser Materiebögen, der auch in den ersten Tagen des Juni noch Bestand hatte und nicht nur sehr ästhetisch anzusehen, sondern endlich auch mal eine Größe hatte, der dem maximumsnahen Zeitraum hinreichend angemessen war. Im Zeitraum ab dem 22. Mai war – wie im Weißlicht – die Nordhälfte der H-alpha-Sonne nahezu erscheinungsfrei, nur ganz wenige Mini-Protuberanzen und Filamente ließen sich hier blicken.

Sonne am 03.06.2014

Dank vieler Überstunden aus der letzten Zeit konnte ich heute mal früher Feierabend machen, um den noch vorhandenen Sonnenschein für meine Beobachtungen zu nutzen. Dieses Mal lief es endlich auch mal ohne Murphy und ich konnte gleich nach meiner Ankunft zu Hause mit dem Beobachten beginnen. Das Seeing war durchschnittlich mit einigen guten Momenten zwischendurch und auch die Wolken, die dunkel drohend im Westen standen, hielten sich mal zurück.

Im Weißlicht war die Aktivität weiter sehr schwach. Als erstes fiel mir wieder die AR 12079 als H1 auf, die von zwei A1-Gruppen ohne NOAA-Nummer umgeben war. Witer südlich stand in einem Fackelfeld noch eine B2, ebenfalls „namenlos“. Es folgte die AR 12077 als C6 sowie die AR 12078 und 12075, jeweils als J1. So kam ich letztlich auf 7 Gruppen.

Heute Vormittag hatte ich über eine Mailingliste die Nachricht von einer großen Protuberanz ehalten, die weit über den Sonnenrand hinaus reichen sollte. So war ich ntürlich gespannt auf das, was mir mein PST zeigen würde. Und tatsächlich: am südöstlichen Sonnenrand befand sich eine wie ein Pfeil aufrecht stehende, einzelne Protuberanz, deren Reste als Filament mit auslaufendem großen Bogen noch zu sehen waren. Welch ein Anblick. Dies war denn auch die größte der insgesamt 11 Protuberanzen, die ich am Sonnenrand erkannte. Dazu kamen 7 Filamente und 6 Flaregebiete.

Und heute hatte ich auch wirklich mal Glück mit dem Wetter, denn just während ich diesen Blogeintrag schreibe, hat sich der Himmel völlig mit dunklen Wolken zugezogen. So konnte ich am Tag des GvA-Sonnenworkshops doch noch selber beobachten.

Montag, 2. Juni 2014

Sonne am 02.06.2014

Es war wieder ein Freudenfest für den Schotten: Der Tag begann sehr sonnig und je näher der Feierabend rückte, desto mehr Wolken kamen heran und es kam noch schlimmer. Kaum hatte ich das Teleskop aufgebaut, zog eine der dicksten Wolken heran, die der Himmel aufzubieten hatte und beendete nach einem ersten kurzen Blick die Beobachtung. Alle weit gestreuten Wolkenlücken bewegten sich an der Sonne vorbei und die eine fette Wolke zog extrem langsam dahin. Am Rande ausgefranst, musste ich bis zum letzten Zipfel warten, bis dann, rund 50 (!!!) Minuten später wieder Sonnenlicht in mein Teleskop fiel.

Der Anblick im Weißlicht war ernüchternd niedrig. Im Norden war die AR 12079 als H1 weiterhin fast die einzige Gruppe, sie wurde nur begleitet von einer kleinen A1 ohne NOAA-Nummer. Der Süden wies zwar drei Gruppen auf, doch wesentlich aktiver waren die auch nicht. Die AR 12077 war eine D9, die AR 12078 und die AR 12075 je eine J1. Mehr gab es im Weißlicht nicht zu sehen.

Um zu einer H-alpha-Beobachtung zu kommen, musste ich nochmals eine fette Wolke für rund 30 Minuten abwarten – es war die einzige ihrer Größe die grad aufzutreiben war -, bevor ich endlich mein PST einsetzen konnte. Am Ostrand war noch ein Rest des großen Komplexes von gestern in Form einer kegelförmigen aufsteigenden Protuberanz zu sehen, am Westrand standen ein paar kleinere Materiebögen – insgesamt 11 Stück konnte ich zählen -, 4 Flaregebiete und nur 7 magere Filamente glänzten auf der Sonnenoberfläche.

Der nun schon mehrere Tage anhaltende Einbruch bei der Sonnenaktivität könnte angesichts der wenigen Erscheinungen im H-alpha und Weißlicht durchaus noch weiter anhalten. 

Sonntag, 1. Juni 2014

Sonne am 01.06.2014

Abends wird der Faule fleißig“ wurde früher gerne mal den Leuten vorgehalten, die nachtaktiv sind. Ähnlich war es heute mit der Sonne, denn den ganzen Tag über war der Himmel völlig bedeckt. Erst kurz nach Beginn der heute-Sendung im ZDF wurde es draußen merklich heller. Die erste Wolkenlücke verpasste ich noch, und gegen 19:45 Uhr wurde klar, dass ich unerwarteter Weise heute doch noch zu einer Beobachtung kommen würde.

Das Seeing war zu diesem späten Zeitpunkt eher suboptimal, der Sonnenrand heftig in Bewegung, dafür aber die Oberfläche im Weißlicht fast ohne Störungen durch die Erdatmosphäre. Die wenigen Fleckengruppen konnte man durch abziehende Wolken hindurch gut erkennen. Der Anblick war ziemlich enttäuschend für eine Zeit kurz nach dem vermeintlichen Maximum, wo es doch sonst vor E- und F-Gruppen wimmelte.

Im Norden war heute eine neue Gruppe, die von mir als H1 klassifiziert wurde, aufgetaucht. Sie wird wohl die NOAA-Nummer 12078 erhalten. Im Süden fand ich dagegen die AR 12077 als D8, eine C3 ohne Nummer – vielleicht wird sie ja die Nr. 12078 und die H 12079 – und die AR 12075 als J1. Dahinter blinzelte in kurzen Momenten die AR 12073 als A1 auf. Sie war aber fast nicht zu halten.

Schnell wechselte ich danach zum H-alpha, denn den ganzen Tag über hatte sich am Ostrand der Sonne der schon gestern sichtbare Protuberanzenkomplex, Stichwort „Gigantus Protubus“ deutlich weiterentwickelt und war auch ein Stück weiter herumgewandert. Hier dürfte in den kommenden Tagen eine größere Gruppe um den Rand herumkommen. Zum Zeitpunkt meiner Beobachtung war ein Teil des Komplexes zwar schon nicht mehr zu sehen, aber auch die verbliebenen zwei Protuben sahen sehr beeindruckend auf, vor allem dasjeniege Exemplar mit der über das Bildfeld der GONG-Kamera hinausreichenden bogenförmigen Struktur. Auf der Westseite stand eine immer noch interessante, aber wesentlich kleinere Protuberanz. Der Rest war dann eher durchschnittlich. Insgesamt zählte ich 12 Protuberanzen, aber nur 7 kelien Filamente und nur 3 Flaregebiete. Und der Norden war auch weiterhin, bis auf den Bereich der neuen Gruppe, erscheinungsfrei. Auf die kommenden Tage darf man gespannt sein!