Dienstag, 3. Juni 2014

Die Sonne im Mai 2014

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Am Maifeiertag unterschied sich im Weißlicht die Zahl der Fleckengruppen nicht von der des Vortages. Lediglich fünf Aktivitätszentren waren beiderseits des Sonnenäquators aufgereiht, drei gehörten zu Waldmeierklasse D und zwei zur Klasse H. Die schon im letzten Monat sichtbare AR 12049 wurde ab dem 2. als E-Gruppe klassifiziert, die AR 12047, obwohl nur unwesentlich kleiner, jedoch nicht. Beide aber waren die beherrschenden Gruppen in den Anfangstagen des sogenannten Wonnemonats. Zusammen mit der AR 12051 gab es ab dem 2. Mai drei Gruppen mit auffällig großen Penumbren, die ich aber mit Hilfe meiner Sonnenfinsternisbrille nicht mit bloßem Auge sehen konnte. Während sich in den Folgetagen bei der AR 12047 leichte Auflösungstendenzen bemerkbar machten, hielt die AR 12049 ihre Klasse E noch bis zum 4 und fiel dann auch in sich zusammen und wurde nur noch als D klassifiziert. Das Geschehen verschob sich in Richtung des Westrandes und aus dem Osten kamen zunächst nur kleine Gruppen nach. Wie bei einem zu Ende gehenden Fleckenzyklus wanderten sie alle schön in niedrigen heliographischen Breiten über die Sonne und vereinfachten damit die Bestimmung der Lage des Sonnenäquators ganz erheblich. Die Zahl der Gruppen der Klassen C; D, H und J stieg kontinuierlich an und erreichte am 7. Mit 9 Aktiven Regionen einen vorläufigen Höhepunkt. Zu den aktivsten Gruppen in dieser Phase gehörte die AR 12056, die am 8. erstmals als D-Gruppe am Ostrand erschien und schon einen Tag später zur Klasse E gezählt wurde. Gleiches galt für die AR 12055, die am 6. ebenfalls als D-Gruppe aufgetaucht war. Sie gehörte ab dem 10. zur Waldmeierklasse E. Beide Gruppen wanderten übrigens über die seit Oktober stets dominantere Nordhälfte der Sonne. Neben diesen beiden Hauptaktivitätszentren entwickelten sich eine Vielzahl kleinerer Gruppen, sodass auch hier wieder die Zahl von 9 gleichzeitig auf der Sonne sichtbaren Gruppen erreicht wurde. Man konnte, gutes Wetter vorausgesetzt, beide Gruppen bei ihrer Wanderung über die Sonne und während dessen ihren vielen kleinen, täglich zu beobachtenden, Veränderungen zusehen. Vor allem die AR 12055 schien sich bei Annäherung an den Westrand immer mehr aufzulösen, gleiches galt für die AR 12056, bei der am Ende nicht mal mehr eine einwandfreie bipolare Struktur zu erkennen war. So zählte die 12055 ab dem 17. Nur noch zur Klasse C und war am 19. um den Westrand herum verschwunden, während die AR 12056 bis zuletzt die Klasse hielt und einen Tag später wegrotiert war. Damit endete gleichzeitig die Phase hoher Aktivität im Mai und es ging kontinuierlich bergab. Zwar wurde noch bis zum 21. eine Gruppenzahl von 10 bzw. 11 erreicht, danach aber ging es steil nach unten. Am 23. sah man nur noch fünf Gruppen. Die Zahl stieg kurzfristig auf 7 an, lag dann aber am 29. wieder nur bei mageren fünf und am 30. und 31. sogar nur bei vier Aktivitätsgebieten. Vom 22. bis zum 31. war dann die Nordhälfte der Sonne sogar völlig fleckenfrei.

Wie in den letzten Monaten öfter zu beobachten, waren viele der großen Gruppen im Weißlicht im H-alpha seltsam inaktiv. Zwar produzierten sie eine Reihe stattlicher b- und c-class-Flares, doch blieb die Zahl der hochenergetischen der Klassen M und X weitgehend gering. So konnte erst am 7. Mai ein M1-Flare mit Höhepunkt um 16:29 UT aus der AR 12051 heraus beobachtet werden. Am 8. gab es dann um 10:07 UT einen M5.2 aus der AR 12056; er war assoziiert mit einem 10cm Radio Burst (Tenflare, 390 sfu) binnen 8 Minuten. Allerdings stand die Gruppe soweit am Ostrand, dass das Erdmagnetfeld davon nicht beeinflusst wurde und es demzufolge auch keine bei uns sichtbaren Polarlichter gab. Erst am 24. gab es das nächste nennenswerte Ereignis: ein M1.0-Flare, der um 18:35 UT aus der AR 12065 herauskam. Angesichts der Größe der Aktiven Regionen Nr. 12047, 12049, 12055 und 12056 verwundert es schon, dass es hier nur 3 M- und keinen einzigen X-Flare gab. Dafür bildete sich am 31. am Ostrand ein regelrechter Protuberanzenkomplex aus vier dieser Materiebögen, der auch in den ersten Tagen des Juni noch Bestand hatte und nicht nur sehr ästhetisch anzusehen, sondern endlich auch mal eine Größe hatte, der dem maximumsnahen Zeitraum hinreichend angemessen war. Im Zeitraum ab dem 22. Mai war – wie im Weißlicht – die Nordhälfte der H-alpha-Sonne nahezu erscheinungsfrei, nur ganz wenige Mini-Protuberanzen und Filamente ließen sich hier blicken.

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