Donnerstag, 5. Juni 2014

Sonne am 05.06.2014

Ein früher Feierabend sicherte mir auch heute wieder eine Sonnenbeobachtung, die allerdings wieder durch stark Wolken beeinträchtigt wurde. Von meiner heutigen Arbeitsstätte in Bergedorf bei strahlendem Sonnenschein losgefahren, kam ich in Wandsbek bei leichtem Regen und einem völlig bewölkten Himmel an. Der Niederschlag ließ zwar schnell nach, doch zu Hause musste ich eine geschlagene Stunde warten, bis ein Wolkenloch mal nicht an der Sonne vorbei ging. Dafür war das Seeing am frühen Nachmittag erstaunlich moderat. 

Durchziehende Wolkenfetzen störten vor allem die Sichtbarkeit der kleineren Gruppen, weil das Auge kaum Möglichkeiten fand, sich auf eine Stelle auf der Sonnenoberfläche zu konzentrieren. Daher sah ich zuerst die größeren und erst viel später die kleinen Aktivitätsgebiete: die AR 12079 als H1, die AR 12081 als A1 und in Richtung Ostrand eine namenlose C3 im Norden. Im Süden befanden sich die AR 12080 als D12, die AR 12078 als A1, die AR 12077 als C5 sowie eine weitere A1 in Richtung Westrand, ebenfalls ohne NOAA-Nummer.

Auf die H-alpha-Beobachtung musste ich dann wieder ein ganzes Weilchen warten, bis eine passende Wolkenlücke mit eine Beobachtung ermöglichte. Wolkenlückenastronomie ist Nerven aufreibend! Durch die erste konnte ich die Sonne noch anvisieren, die zweite ermöglichte mir die Sichtung einer größeren Protuberanz und erst die dritte und die vierte - mittlerweile waren gut 2 Stunden vergangen – konnte für den Abschluss der Beobachtung genutzt werden. 

11 Protuberanzen am Sonnenrand, die kaum mit denen der letzten Tage verglichen werden konnten, 7 Filamente (nur eines davon war wirklich groß zu nennen) und 5 Flaregebiete standen zur Zählung an. Insgesamt wirkte die Sonne im H-alpha sehr aufgeräumt und weite Teile ihrer Oberfläche waren, wie in den vergangenen Tagen öfter zu beobachten, vollkommen erscheinungsfrei. Auch blieben nach den großen Protuberanzen rund um den Monatswechsel nachfolgende Aktivitätszentren aus. Anscheinend – soweit man das überhaupt zu diesem Zeitpunkt sicher vorhersagen kann – ist die Sonne nunmehr in eine ruhigere Phase des Zyklus eingetreten, denn auch die Rückseite ist nicht gerade mit großen Aktivitätsgebieten gesegnet.

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