Samstag, 7. Juni 2014

Sonne am 07.06.2014

Den Tag mit einer Sonnenbeobachtung zu beginnen, ist eine schöne Sache, darauf zu warten, dass sie selbst um 8 Uhr MESZ immer noch hinter einem Baum stand, weniger. Zwischen den Ästen konnte ich schon mal einen zaghaften Blick wagen, mehr aber auch nicht. Als die Sonne dann endlich frei von Bäumen war, schien das bisher sehr gute Seeing plötzlich abzuschmieren. Minutenlang konnte ich keine Details mehr sehen, dann, als hätte jemand einen Schalter umgelegt, wurde es schlagartig besser und ich konnte mir die heutigen Sonnenflecken in aller Ruhe ansehen.

In den paar Stunden seit meiner letzten Beobachtung hatte sich auf der Sonne einiges verändert: die meisten Gruppen hatten während der „Nachtstunden“ einen Entwicklungssprung gemacht und sich teilweise deutlich vergrößert. Im Norden stand immer noch die AR 12079 als H1. Bei der AR 12082 hatten sich die penumbralen Strukturen spürbar vergrößert, weswegen sie von mir als D10 eingestuft wurde. Im Umfeld der AR 12079 stieß ich dann noch auf eine A3 ohne Bezeichnung. Auf der Südhalbkugel war die AR 12077 eine D7 und die AR 12084 eine D4. Am meisten entwickelt hatten sich die beiden Regionen 12080 und 12085, eine D16 und eine D18. Hier haben sich gegenüber gestern viele neue Flecken gebildet und die Penumbren vergrößert. Die 12080 war die größte Fleckengruppe an diesem Tag. Darüber hinaus fand ich noch die AR 12083 dicht am Westrand stehend sowie eine hart an der Auflösungsgrenze des Teleskops liegende B5 ohne Nummer vor der AR 12080. Außerdem stand zwischen der AR 12083 und der 12084 eine weitere, kleine A1, die ebenfalls nur knapp gehalten werden konnte und wohl nur aufgrund des guten Seeings sichtbar war.

Zu meinem eigenen Erstaunen war das Seeing im H-alpha gar nicht so gut, wie man es vom Weißlicht her erwarten würde. Der Himmelshintergrund war trotz des blauen Himmels zu keiner Zeit dunkel, sondern hell orange: ein Hinweis auf hohe, dünne Wolkenschichten bzw. Syph, der sich auf diese Weise bemerkbar machte. Auch war der Sonnenrand stärker in Bewegung als im Weißlicht. Hier zählte ich 13 Protuberanzen, einige wieder recht schön anzusehen, aber nicht sonderlich groß. Auf der Oberfläche gab es 9 Filamente – nur eines wies eine große, bogenförmige Struktur auf – sowie 5 helle Flaregebiete, die das Potential zu mehr Aktivität haben.

Das endlich mal gute Wetter wird heute das eine oder andere Mal sicher zu Nachbeobachtungen animieren.

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