Sonntag, 8. Juni 2014

Sonne am 08.06.2014

Das nenne ich mal ein Pfingstgeschenk: Obwohl für die Morgenstunden gar nicht mal so sehr mit viel Sonnenschein zu rechnen war, zog genau zur passenden Zeit um 8 Uhr eine Wolkenlücke heran, die dazu auch noch ausreichend groß war, um ungestört beobachten zu können; das Seeing war dann auch noch ziemlich gut, kippte aber zum Ende der Beobachtung von Ruhe und Schärfe von 2 auf 3 und 4.

Spannend war die Frage, wie sich die Gruppen seit der letzten Beobachtung weiterentwickelt hatten. In Norden war aus der AR 12079, die ich stets als J1 klassifiziert hatte, nun eine C8 geworden und auch die AR 12082 hatte sich abermals verändert, auf der einen Seite einen Teil der Penumbra verloren und auf der anderen ein wenig hinzugewonnen. Ich stufte sie heute als D19 ein. Im Süden hingegen stieß ich sofort auf die beiden übereinander stehenden Gruppen AR 12080 und 12085. Die erste war für mich eine D23, die letzte eine E21. Allerdings war das natürlich nur aus der Erfahrung heraus geschätzt, aber nicht gemessen. Auffällig zwischen den beiden Gruppen war ihre unterschiedliche Länge, weswegen ich bei der 12085 auch zur E tendierte, während die 12080 nur unwesentlich länger war als die AR 12082. Vor der AR 12085 befand sich eine B2. Die AR 12084 war eine B3 und die AR 12077 eine C3. Ganz am Westrand entdeckte ich beim letzten Rundblick in einem Fackelfeld noch eine A1, ein kümmerlicher Rest der AR 12083.

Rasch wechselte ich zum PST um noch vor dem aus Westen heranrückenden Ende der Wolkenlücke noch meine H-alpha-Relativzahl zu bekommen. Die Zahl der Protuberanzen hatte sich gegenüber gestern kaum verändert und betrug 12, wobei es heute vorwiegend kleine Materiebögen waren, die ich beobachtete. Interessanter war es auf der Oberfläche: 5 Flaregebiete und 14 Filamente waren dort zu finden, darunter auch eine Struktur, die wie eine doppelte Sinuskurve aussah und immer wieder mein Auge dahin wandern ließ. Anscheinend ist es in diesen Tagen so, dass bei hoher Aktivität am Rand die auf der Oberfläche nachlässt und umgekehrt. Das kann aber eigentlich nur ein Auswahleffekt sein, denn die Termina „Rand“ und „Oberfläche“ kommen ausschließlich durch die Betrachtung von der Erdoberfläche zustande, wo es wie eine Binsenweisheit klingt, dass man immer nur die erdzugewandte Seite beobachten kann und andere Teile der Oberfläche als „Rand“ bezeichnet werden.

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