Mittwoch, 11. Juni 2014

Sonne am 11.06.2014

Zu meinem großen Glück haben wir jetzt fast Sommersonnenwende und eine entsprechende Tageslänge, denn erst am Abend begann es nach einem weitgehend Wolken verhangenen Tag mit leichtem Nervregen und schwüler Luft aufzuklaren. Angesichts dessen war das Seeing recht ordentlich und ich konnte doch noch ohne große Wolkenhatz beobachten. Schon am Vormittag hatte ich in einer ersten Auflockerung durch das getönte Bürofenster mit Hilfe meiner Sofibrille drei Flecken mit bloßem Auge gesehen, einen aber nur sehr schwer. Es waren die Hauptflecken der AR 12080, 12082 und 12085, wobei mir die AR 12082 die meisten Schwierigkeiten bereitete, denn sie war extrem schwer zu halten.

Im Fernrohr dann offenbarte sich mir die „wahre“ Aktivität des Tages. Das Geschehen war naturgemäß noch weiter nach Westen gerückt, aber aus dem Osten kam endlich wieder was nach. So war im Norden die Aktive Region 12079 als D7 und die 12082 als D9 zu sehen. Östlich des Zentralmeridians standen eine B8 und am Ostrand eine H1 ohne Nummer. Im Süden war die AR 12087 für mich eine D7, dann folgte, auch östlich des Zentralmeridians, eine B5, danach kam vor der AR 12080 eine B4, alle ohne NOAA-Kennzeichnung. Die AR 12080 war dann eine D14 mit großer Penumbra und die AR 12085 als F21, von der ich aber nur eine Penumbra mit bloßem Auge gesehen hatte. Von der AR 12084 sah ich in einem Fackelfeld nur noch eine kleine A1, die AR 12077 war nicht mehr zu sehen.

Neugierig auf H-alpha – die Wolkenlücke war ausreichend groß, um auch hier noch zu beobachten – wechselte ich zum PST. Was als erstes auffiel war das fast völlige Fehlen von Protuberanzen. Nur 5 kleine waren mit Mühe zu finden. Auf der Oberfläche war es da shon leichter, was zu finden. Neben 8 (!) Flaregebieten fand ich das nun weit nach Westen gewanderte „Sinuskurventeil“, das morgen in Teilen über den Sonnenrand hinausragen und dann als imposante Protuberanzen wegrotieren sollte. Diese war das einzige wirklich großes Filament, daneben gab es nur Kleinkram, aber dennoch insgesamt 15 Stück. Verglichen mit dem Weißlicht, liegt das Sinuskurventeil übrigens vor den beiden Regionen 12080 und 12085. Die kommenden Tage dürften spannend werden. 

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