Samstag, 14. Juni 2014

Sonne am 14.06.2014

Wolken in unterschiedlichen Höhen beeinträchtigten heute die Beobachtung in besonderem Maße, denn es war oft nicht auszurechnen, ob eine Wolkenlücke nun die Sonne treffen würde und wenn ja, ob diese nicht von einer zweiten oder gar dritten Wolkenschicht nicht doch am Ende wieder geschlossen wurde. Gerade, was die Sichtbarkeit von kleinen Flecken am Rande des Auflösungsvermögens des Teleskops betrifft, kann sich das Auge kaum konzentrieren, wenn dauernd Wolkenfetzen durch das Bild im Okular durchlaufen. Natürlich war es dann auch immer wieder so, dass einzelne Wolkenstreifen so lange vor der Sonne saßen, bis die Lücke wieder dicht war und eine Beobachtung erfolgreich verhindert wurde. Wolkenlückenastronomie ist extrem anstrengend und frustrierend, wenn man länger auf Wolkenlücken wartet, als diese für eine Beobachtung nutzen zu können.

So war es auch heute wieder, bei obendrein noch teilweise sehr schlechtem Seeing – die Trennung von Umbra und Penumbra war zeitweise unmöglich – und der Zeitaufwand, der für die Bestimmung der Sonnenfleckenrelativzahl benötigt wurde, wurde lang und länger. Nur schrittweise konnte ich die einzelnen Gruppen erfassen. Alle großen Gruppen hatten den Westrand zu größten Teil passiert, die AR 12062 war nur noch eine H1, wie die AR 12085 und die ihr vorgelagerte AR 12082 gehörte nunmehr zur Klasse B und hatte 4 Flecken. Von der AR 12085 war nur noch eine D4 übrig. Die AR 12091 sah ich als A1 in einer weiteren Wolkenlücke. Neben der AR 12062 fand ich im Norden noch die Ar 12089 als D11, die AR 12090 als H1 und dahinter die folgende Gruppe ohne NOAA-Bezeichnung als A1. Auf der Südhalbkugel standen außer den bereits erwähnten Gruppen am Westrand die AR 12092 als A1, die AR 12087 als D14 und die AR 12091 als dritte A1 des Tages. Im Bereich zwischen der 12087 und der 12091 hatte ich den Eindruck, als ob sich hier weitere A- oder B-Gruppen befinden könnten, vermochte diese aber nicht mit dem Auge zu halten. Nordwestlich der AR 12091 sollte die AR 12086 sehen, aber auch beim letztmaligen Versuch scheiterte ich, anscheinend war die Gruppe nicht mehr vorhanden, oder zu klein für meinen Refraktor.

Die nächste große Wolkenlücke – inzwischen waren seit Beginn der Beobachtung etwa zwei Stunden vergangen – konnte ich endlich für die H-alpha-Beobachtung nutzen, die heute wieder sehr lohnenswert war. Zwar gab es nur 10 Protuberanzen, 11 Filamente und 7 Flaregebiete, doch sie allesamt hatten es in sich. Am Westrand türmten sich nahe der großen Gruppen, die dort standen, zwei kleine, aber breite sowie immer noch die schwebende Protuberanz von gestern auf. Auf der gegenüber liegenden Ostseite gab es gleich drei größere Materiebögen und einer ragte wie ein Zeigefinger nach oben. Rund um die AR 12087 befand sich ein ausgesprochen großes Flaregebiet und weit nördlich davon stand ein „halber Sinus“, die anderen Filamente waren eher klein.

Manchmal braucht man für eine reine Relativzahl viel Zeit und jede Menge Geduld, um nicht an den kleinen, gemeinen Murphereien in Form von Wolken schier zu verzweifeln. Aber heute gelang es mir.

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