Sonntag, 15. Juni 2014

Sonne am 15.06.2014

Endlich konnte ich wieder einen Tag mit einer Sonnenbeobachtung beginnen und das auch noch bei einem Seeing, dass es nur ein oder zweimal im Jahr gibt: Ruhe und Schärfe =1(!). Keine Bewegung des Sonnenrandes und feinste Details auf der Oberfläche und auch keine Wolken, die die Beobachtung behinderten.

Die Zahl der Fleckengruppen war nun wieder sehr übersichtlich, denn bis auf einen kleinen Rest der AR 12085, von der ich genau am Sonnenrand noch eine A1 sah, hatten sich die großen Gruppen der letzten Tage dem Blick des irdischen Beobachter entzogen. Überdies war auch die AR 12091, gestern noch als A1 zu sehen, heute nicht mehr zu finden. Sie hatte sich entweder aufgelöst oder war unter das Auflösungsvermögen des Teleskops gerutscht.

Leichter war es im Norden, wo die AR 12090 als H1 und ihr nachfolgend eine B2 ohne Nummer und die AR 12089 als D14 standen. Im Süden gab es die AR 12092 als A1 und die nur im Weißlicht relativ unscheinbare AR 12087 als D5.

Das gute Seeing schrie regelrecht nach einer H-alpha-Beobachtung und das PST zeigte denn auch sehr viele Einzelheiten. Zunächst war ich überwältigt von der Vielfalt der Erscheinungen am Westrand, wo die großen Gruppen wegrotiert waren. Hier gab es eine große schwebende Protuberanz, die aussah wie ein Atompilz, daneben 8 weitere auf engstem Raum. Da konnte man kaum zwischen den einzelnen Materiebögen unterscheiden. Insgesamt kam ich heute auf 17 (!) Protuberanzen: mehrere größere Herde fanden sich weit verteilt am Ostrand. Die Filamente waren nicht so auffällig wie die letzten Tage, dennoch zählte ich 15 Stück.

Von den 4 Flaregebieten, die außerdem zu sehen waren, war das um die AR 12089 am hellsten, hier deutete sich der Aufbau eines Flares an, der wohl im Laufe des Tages aufsteigen dürfte. Seltsam zurückhaltend war auch das Gebiet rund um die AR 12087. Sie stand am westlichen Rand eines wirklich ausgedehnten Flarefeldes und war von mehreren Filamenten umgeben, hatte nach den drei X-Flare von 10./11. Juni aber nur noch M- und C-Flares hervorgebracht. Aufgrund ihrer Struktur ist aber ohne Weiteres auch in den kommenden Tagen mit weiteren Ausbrüchen zu rechnen, wenn auch die Wahrscheinlichkeit für X-Flares stark gesunken ist.

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