Dienstag, 17. Juni 2014

Sonne am 17.06.2014

Es sah ganz nach einem der üblichen Murphy aus: den ganzen Tag im heißen Büro sitzen und nach Feierabend dann wegen aufkommendem Schleim am Himmel nicht beobachten können. In der Mittagspause sah ich über der Hamburger Hafen-City ein vollständiges Sonnenhalo, leider hatte ich keine passende Kamera dabei, nur die des iPhones.

Ich hatte hinsichtlich meiner Beobachtungen den Tag schon abgeschrieben. Beim ersten Versuch war im Teleskop außer dem Schleim nur eine völlig verschleierte Sonne ohne klar definierten Rand zu sehen. Zwei Stunden später dann klarte es von Norden her auf und ein für Hamburg seltenes Phänomen war zu beobachten: der Syph löste sich wieder auf!

So unternahm ich dann doch noch einen zweiten Versuch zur Beobachtung und dieser sollte denn auch bei noch gutem Seeing gelingen. Im Weißlicht hatte sich nicht wirklich viel getan.In Norden stand die AR 12089 nun nahe des Westrandes und war eine D9 mit nach wie vor sehr ausgeprägten Penumbren. Knapp westlich des Sonnenmeridians hatte sich die AR 12090 zu einer H1 zurück entwickelt und alle kleinen Flecken rundum verloren.

Im Süden sah die AR 12087 wie ein kleiner Bogen aus vier, isoliert stehenden Penumbren, die ich mal als D7 klassifizierte. Gleich dahinter kam eine B5, noch ohne NOAA-Nummer, von der ich gestern meinte, sie ansatzweise schon sehen, aber mit dem Auge nicht halten zu können. Am Ostrand dann die AR 12094 als J1 und die AR 12093 als C4.

Es war gewagt, angesichts der Wetterbedingungen, das PST aufzustellen, und der erste Blick bestätigte auch meine negativen Erwartungen, denn der Himmelshintergrund leuchtete hell orange bis rötlich auf. Die Sichtbarkeit von Einzelheiten auf der Oberfläche war stark schwankend: von fast gut bis zur völligen Unsichtbarkeit. Am Rande zählte ich 14 Protuberanzen (einige Exemplare sahen schon sehr beeindruckend aus), ansonsten 15 zum Teil sehr große Filamente und 5 Flaregebiete, von denen das um die AR 12087 inzwischen schwächer geworden zu sein schien. Seit den drei großen X-Flares sind hier mehrere M- und C-Flares entstanden, doch insgesamt blieb die Gruppe nach fulminantem Auftakt ziemlich enttäuschend.

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